Mit einem geschätzten Durchmesser zwischen 22 und 49 Metern entspricht sie gerade mal einem Mehrfamilienhaus. (Symbolbild)
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Mit einem geschätzten Durchmesser zwischen 22 und 49 Metern entspricht sie gerade mal einem Mehrfamilienhaus. (Symbolbild)

Weltraum

Mehrfamilienhaus im Anflug

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Ein Asteroid passiert am Dienstag die Erde in „nur“ 120.000 Kilometern Entfernung.

In kosmischen Dimensionen entspricht die Entfernung gerade mal einem Steinwurf: Am Dienstag um 18.12 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird ein Asteroid mit Namen „2011 ES4“ in nur rund 120.000 Kilometern Distanz an der Erde vorbeifliegen. Das entspricht etwa einem Drittel der Strecke zum Mond. Auch die Größe des Himmelskörpers ist – astronomisch gesehen – eher winzig.

Mit einem geschätzten Durchmesser zwischen 22 und 49 Metern entspricht sie gerade mal einem Mehrfamilienhaus. Klingt für den Laien trotzdem bedrohlich, wenn so ein Brocken an unserem Heimatplaneten vorbeisaust … Für Expertinnen und Experten indes besteht kein Grund zur Sorge. Solche „knappen, rasanten“ Erdvorbeiflüge von kleinen Himmelskörpern fänden recht häufig statt, heißt es in einer Mitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), allein in diesem Jahr habe es bereits 60 Stück gegeben.

Unter diesen Passanten allerdings gehört Asteroid 2011 ES4 mit seinen Ausmaßen dann doch schon zu den etwas größeren Gästen in Erdnähe. Würde er auf der Erde einschlagen oder in der Atmosphäre auseinanderbrechen, so müsste man vermutlich mit ähnlichen Folgen wie am 15. Februar 2013 rechnen, als ein 19 Meter großer Meteor 30 Kilometer über der russischen Stadt Tscheljabinsk mit seiner Druckwelle zahlreiche Gebäude schädigte.

Durch zerberstende Glasscheiben wurden damals auch Menschen verletzt. Die Expertinnen und Experten vom DLR betonen allerdings, dass bei 2011 ES4 nicht mit einem solchen Ereignis zu rechnen ist, weil er in einer 4000 mal größereren Entfernung an der Erde vorbeifliegt.

„2011 ES2“ kommt wieder

„Der Weltraum ist zum Glück relativ leer und auf der Zeitskala eines Menschenlebens muss man – statistisch betrachtet – nicht unbedingt mit einem gewaltigen Einschlag rechnen wie zum Beispiel mit jenem, der vor 65 Millionen Jahren schlagartig zum Aussterben der Dinosaurier und anderer Arten geführt haben soll“, erläutert der Astronom Manfred Gaida vom DLR.

Gaida sagt aber auch: „Dennoch, der nächste Impakt kann jeder Zeit geschehen.“ Der normale Weltraumfan kann die Bahn des Asteroiden 2011 ES4 heute leider nicht beobachten, auch nicht mit einem starken Fernglas. Fotografisch zu erkennen sein wird der Asteroid nur mit Hilfe eines größeren Teleskops, denn 2011 ES4 ist ein lichtschwacher Geselle. Sein letzter Besuch wird es heute übrigens nicht sein. Er wird noch mehrfach an der Erde vorbeisausen – dann allerdings in größerer Entfernung.

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