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Maskenpflicht aufgehoben– Warum die FFP2-Maske trotzdem noch sinnvoll ist

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Von: Tanja Banner

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In weiten Teilen Deutschlands gibt es trotz hoher Corona-Inzidenzen keine Maskenpflicht mehr. Doch das Tragen einer FFP2-Maske ist weiterhin sinnvoll.

Frankfurt – Seit etwa zwei Jahren sind Masken im Kampf gegen die Corona-Pandemie ein täglicher Begleiter – zuerst waren es selbst genähte, sogenannte Community-Masken aus Stoff, später medizinischer Mund-Nasen-Schutz und FFP2-Masken, die an den meisten Orten Deutschlands verpflichtend getragen werden mussten. Doch das ist nun vorbei: Seit dem 2. April sind die meisten Masken-Regeln in Deutschland gefallen, nur noch an wenigen Orten ist der Mund-Nasen-Schutz weiterhin Pflicht.

Trotzdem wollen 41 Prozent der Deutschen einer Umfrage zufolge die Maske weiter tragen – auch ohne Maskenpflicht. Im Rahmen der YouGov-Umfrage vom 28. März 2022 erklärten zudem 27 Prozent, sie würden auch ohne Maskenpflicht hin und wieder eine Maske tragen, 9 Prozent selten. 17 Prozent antworteten, sie würden ohne Maskenpflicht „nie“ eine Maske tragen. Doch es gibt gute Gründe dafür, die medizinischen und FFP2-Masken noch nicht einzumotten.

Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei: Warum die FFP2-Maske weiter wichtig ist

Diese Gründe zeigt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) in Göttingen, die im Dezember 2021 im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde und seitdem nichts an Aktualität eingebüßt hat. Die Studie macht sehr deutlich: Eine gut sitzende FFP2-Maske schützt 75 Mal besser vor einer Corona-Infektion als eine gut sitzende medizinische Maske – aber auch die reduzieren das Ansteckungsrisiko deutlich im Vergleich zu einer Situation ganz ohne Maske. „Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen in der Pandemie eine Maske tragen“, erklärte der an der Studie beteiligte Forscher Gholamhossein Bagheri nach der Veröffentlichung.

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corona-maskenpflicht-ffp2-maske-weiter-sinnvoll.jpg © IMAGO/Michael Gstettenbauer

Hohe Inzidenzen: Die Maske schützt weiter vor einer Corona-Infektion

Die Studie fand zu einer Zeit statt, als noch die Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland vorherrschte. Damals stellten die Forschenden fest, dass es auch in drei Metern Entfernung ohne Maske noch ein enormes Ansteckungsrisiko gibt, „wenn man Infizierten mit einer hohen Viruslast für ein paar Minuten begegnet und keine Maske trägt“. Hat man jedoch eine gut sitzende Maske vor Mund und Nase, schützt das deutlich vor einer Corona-Infektion. Die Erkenntnisse der Forschenden im Detail:

Corona: Auch Karl Lauterbach plädiert für die Maske

„So hoch das Infektionsrisiko ohne Mund-Nasenschutz auch ist, so effektiv schützen medizinische oder FFP2-Masken“, heißt es beim Max-Planck-Institut in Göttingen. Angesichts weiterhin hoher Corona-Zahlen in Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit, einer infektiösen Person zu begegnen, derzeit verhältnismäßig hoch. Deshalb plädiert auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dafür, die Maske trotz des Endes der Maskenpflicht weiter aufzusetzen. Er werde dies beim Einkaufen tun und „das rate ich auch jedem Bürger“, erklärte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. „Das Risiko, sich zu infizieren, ist selten höher gewesen als jetzt“, mahnte Lauterbach weiter. Zahlreiche Fachleute werten das Ende der Maskenpflicht als verfrüht angesichts der hohen Corona-Zahlen.

Wie hoch das Risiko ist, sich mit Corona zu infizieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie viele Personen befinden sich im Raum, wie lange hält man sich dort auf und wie wird der Raum belüftet? Außerdem spielt auch die Aktivität eine Rolle – singen beispielsweise produziert viele möglicherweise ansteckende Aerosole. Masken gelten vor allem dann als wichtiger Schutz, wenn Abstände zu anderen Menschen nur schwer eingehalten werden können. Im Freien dagegen kann man eher auf die Maske verzichten – vor allem, wenn man nicht längere Zeit sehr eng mit anderen Menschen zusammensteht.

Keine Maskenpflicht mehr in der Corona-Pandemie: FFP2-Maske trotzdem sinnvoll

Wer nun auf die Idee kommt, als „Kompromiss“ von der FFP2-Maske wieder zurück zur bequemeren Stoffmaske zu wechseln, sollte darüber lieber noch einmal nachdenken: „Bei dem aktuellen Infektionsgeschehen und der Dominanz der Omikron-Variante macht nur die FFP2-Maske Sinn“, betont der Virologe Ralf Bartenschlager im ZDF. „Die Stoffmaske wird nicht viel nützen, der Mund-Nasen-Schutz etwas mehr, aber deutlich weniger als FFP2.“

Die derzeit in Deutschland vorherrschende Omikron-Variante des Coronavirus gilt – verglichen mit den früheren Varianten – als milder. Doch für bestimmte Gruppen kann Corona immer noch gefährlich werden – beispielsweise für Menschen mit Vorerkrankungen oder für Ältere, bei denen in Deutschland ein relativ großer Teil noch nicht geimpft ist. Deshalb wird in Deutschland über eine Impfpflicht diskutiert, bei der Gesundheitsminister Lauterbach mit mehrheitlicher Zustimmung rechnet. Die immer noch nicht vollständig geklärten Langzeitfolgen der Corona-Infektion (Long Covid) sind ein Grund mehr, sich weiter vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. (tab)

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