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Diese von der japanischen Raumfahrtbehörde (JAXA) zur Verfügung gestellte Computergrafk zeigt das deutsch-französische Messgerät "Mascot" auf dem Asteroiden Ryugu.

Asteroid Ryugu

Mascot ist sicher gelandet

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Die japanische Muttersonde setzt das Gerät auf dem Asteroiden Ryugu ab. Jetzt beginnt die Forschungsarbeit.

Der Asteroid Ryugu hat Besuch von der 300 Millionen Kilometer entfernten Erde bekommen: Landegerät „Mascot“ hat sich von seiner Muttersonde „Hayabusa2“ getrennt und setzte gestern um 3.58 Uhr mitteleuropäischer Zeit sicher auf dem fernen Himmelskörper auf, um dort mit seiner Forschungsarbeit zu beginnen.

„Hayabusa2“ ist eine Mission der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa mit europäischer Beteiligung: Die Muttersonde stammt aus Japan, das Landegerät aus Deutschland und Frankreich. „Mascot“ wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaut in enger Kooperation mit der französischen Raumfahrtagentur Cnes; beide sind auch für den Betrieb und die Steuerung des Landers und seiner Experimente zuständig Letztere sind Beiträge des DLR, des Instituts d’Astrophysique Spatiale und der Technischen Universität Braunschweig.

„Mascot“ hatte sich in einer Höhe von 51 Metern über dem Asteroiden ausgeklinkt und war im freien Fall mit einer Geschwindigkeit langsamer als ein Fußgänger auf die Oberfläche gesunken. Nach rund 20 Minuten sei er dort „zur Ruhe gekommen“, teilt das DLR mit. Beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum war die Erleichterung über die erfolgreiche Landung riesig: „Es hätte nicht besser laufen können“, erklärt „Mascot“-Projektmanagerin Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme.

Die Abtrennung von der Muttersonde und das Landen gehören bei solchen Missionen stets zu den kritischsten Momenten: Bei der Mission der europäischen Weltraumorganisation Esa zum Kometen Tschuri setzte Landegerät „Philae“ holprig auf, zuletzt ging 2016 der Marslander „Schiaparelli“ beim Anflug auf den roten Planeten verloren.

Bei „Mascot“ indes klappte alles reibungslos. Bereits während des Abstiegs auf den Asteroiden schaltete sich die Kamera ein und nahm 20 Bilder auf, die nun an Bord der japanischen Sonde gespeichert sind. Auch konnten die Wissenschaftler am Boden bereits erkennen, dass sich das Magnetometer eingeschaltet und mit den Messungen begonnen hat.

Insgesamt befinden sich an Bord von „Mascot“ vier Instrumente: eine Kamera, ein Radiometer, ein Spektrometer und ein Magnetometer. „Mit Mascot haben wir die einzigartige Möglichkeit, das ursprüngliche Material des Sonnensystems unmittelbar auf einem Asteroiden zu untersuchen“. sagt DLR-Planetenforscher Ralf Jaumann. Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission, nicht nur mehr über Asteroiden, sondern auch über die Entstehung des gesamten Sonnensystems zu lernen. 2020 soll die japanische Sonde „Hayabusa2“ die Daten dann zur Erde bringen. 

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