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Unter der Kuppel steckt das Instrument SEIS, das das Marsbeben gemessen hat.

Nasa-Sonde „InSight“

Die Nasa zeigt, wie ein Beben auf dem Mars klingt

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Nicht nur die Erde bebt: Auch auf dem Mars gibt es Beben, die die Nasa nun erstmals nachgewiesen hat. Ein Video zeigt, wie ein Marsbeben klingt.

Im November ist die Nasa-Sonde „InSight“ auf dem Mars gelandet und hat kurz darauf ein Seismometer auf der Planetenoberfläche installiert. Nun hat dieses Gerät erstmals ein Geräusch auf dem Planeten eingefangen, bei dem es sich um ein „Marsbeben“ handeln dürfte (Video). Das seismische Signal, das vom Instrument „Seismic Experiment for Interior Structure“ (SEIS) entdeckt wurde, wurde am 6. April aufgezeichnet - 128 Mars-Tage (ein Mars-Tag ist 37 Minuten länger als ein Tag auf der Erde) nach der Landung auf dem roten Planeten.

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Allerdings sind sich die Experten noch nicht ganz sicher, ob sie wirklich ein Marsbeben aufgezeichnet haben. Das Zittern scheine von innerhalb des Planeten gekommen zu sein und nicht von der Oberfläche, wie es etwa bei Wind der Fall wäre, heißt es in einer Mitteilung der Nasa. Wissenschaftler würden die Daten noch untersuchen, um die genaue Ursache herauszufinden. Insgesamt hat SEIS bisher vier mögliche Beben aufgezeichnet: Neben dem Beben vom 6. April gab es auch am 14. März, 10. April und 11. April seismische Signale, die nach Angaben der Nasa allerdings schwächer und weniger eindeutig waren.

„Bisher haben wir Hintergrundgeräusche aufgezeichnet“, erklärt der „Insight“-Wissenschaftler Bruce Banerdt. „Dieses Ereignis markiert offiziell den Start eines neuen Forschungsbereichs: Marsianische Seismologie.“ Der Erdbebenspezialist Philippe Lognonné, der verantwortlich für das Instrument SEIS ist, freut sich: „Wir haben seit Monaten auf ein solches Signal gewartet.“ Es sei aufregend, „endlich den Beweis zu haben, dass der Mars noch seismisch aktiv ist“.

Neben Erdbeben gibt es auch Marsbeben und Mondbeben

Auf dem Mars ist es sehr ruhig, weshalb das Seismometer bereits leises Grollen aufzeichnen kann, während auf der Erde durch Meere und das Wetter dauerhaft seismische Geräusche auftreten.

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Das Marsbeben ist nicht das erste Beben außerhalb der Erde, das aufgezeichnet wurde. Zwischen 1969 und 1977 haben die Astronauten des „Apollo“-Programms auf dem Mond mehrere Seismometer installiert und damit seismische Aktivität auf dem Erdtrabanten nachgewiesen. „Die Größe und Länge des Marsbebens passt in das Profil der Mondbeben“, erklärt Lori Glaze, die bei der Nasa die Abteilung Planetenwissenschaften leitet.

Wie entstehen Beben auf Mond und Mars?

Auf der Erde entsteht ein Beben durch tektonische Platten, die sich bewegen und aneinander stoßen. Auf dem Mond und dem Mars gibt es jedoch keine tektonischen Platten. Auf beiden Himmelskörpern entsteht stattdessen durch Prozesse im Boden eine Spannung. Diese Spannung baut sich immer weiter auf, bis die Kruste bricht und der Boden bebt.

Ziel der „InSight“-Mission („Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport“) ist es, mehr über den Aufbau und das Innere des Mars herauszufinden. Dazu hat die Raumsonde verschiedene Experimente dabei. „InSight“ ist etwa 360 Kilogramm schwer und bewegt sich - im Gegensatz zum noch aktiven Rover „Curiosity“ - nicht von der Stelle. Im Dezember hatte die „InSight“-Mission nach ihrer Landung erstmals für Aufsehen gesorgt, als die Sensoren das Geräusch von Wind auf dem roten Planeten eingefangen hatten.

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