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Sandstürme toben auf dem Mars – Mysterium um Rover

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Von: Tobias Utz

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Ein Prestigeprojekt der chinesischen Raumfahrtbehörde scheint zu scheitern. Ein Rover auf dem Mars meldet sich seit einem Monat nicht zurück.

Peking – Der Rover „Zhurong“ landete im Mai 2021 auf dem Mars. Er wurde zuvor von Chinas Raumfahrtbehörde entsandt, um den Winter 2022/2023 auf dem „roten Planeten“ zu erforschen. Nun, im Winter 2022/2023 scheint die Mission jedoch zu scheitern. Von „Zhurong“ fehlt derzeit jedes Signal, zuvor hatte er sich regelmäßig gemeldet. Mittlerweile ist bereits ein Monat vergangen, seitdem eine Reaktion des Mars-Rovers in Peking erwartet worden war.

In China hält sich die Regierung bislang bedeckt, was das Thema angeht. Staatsmedien berichteten lediglich über ausländische Berichte, welche „aufgebauscht“ seien. Es werde versucht, die Fortschritte der chinesischen Forschung „zu untergraben“, hieß es unter anderem.

Mars-Mission: Droht „Zhurong“ ähnliches Schicksal wie „Insight“?

Es mehren sich die Sorgen, dass „Zhurong“ die Sandstürme auf dem Mars nicht überstanden haben könnte. Laut David Flannery, Astrobiologe im Nasa-Team des Rovers „Perservance“, ist es nicht unwahrscheinlich: „Es wäre nicht überraschend, wenn der Rover nicht aus seinem Ruhezustand herauskommt“, sagte er dem Wissenschaftsmagazin Nature. Der Rover sollte sich eigentlich automatisch wieder aktivieren, sobald sein Energieniveau mehr als 140 Watt erreicht und die Temperatur der Batterie über minus 15 Grad Celsius steigt.

China-Rover Zhurong
Der chinesische Rover „Zhurong“. © CNSA / Zuma Wire / Imago Images

Diese Einschätzung hat wohl eine Vorgeschichte: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte erst im Dezember nach vier Jahren die Mars-Mission „Insight“ aufgegeben, nachdem kein Kontakt mehr zum Lander aufgenommen werden konnte. In einer Erklärung hieß es damals, dass man zum Schluss gekommen sei, dass die Batterien von „Insight“ nicht mehr genug Strom geliefert hätten, wohl wegen zu viel Staubs auf den Soldarmodulen. Dass auch auf den Sonnensegeln des chinesischen Rovers „Zhurong“ zu viel Staub abgelagert haben könnte, ist eine von vielen Theorien.

Im Vergleich zu Flannery schätzt Baptiste Chide, ebenfalls Wissenschaftler im „Perseverance“-Team der Nasa, die Lage anders ein. Er erklärte gegenüber Nature, dass es Grund für Optimismus gebe. „Es ist zu früh, um zu sagen, dass etwas nicht stimmt“, so Chide. Dass sich die chinesische Raumfahrtbehörde allerdings bisher nicht geäußert habe, sei „merkwürdig“, sagte hingegen ein chinesischer Mitarbeiter der „Zhurong“-Mission dem Wissenschaftsmagazin.

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(tu/dpa)

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