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Mars-Rover „Rosalind Franklin“: Esa beendet Zusammenarbeit mit Russland

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Von: Tanja Banner

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Der ExoMars-Rover „Rosalind Franklin“ soll im März 2021 auf dem Mars landen.
Der ExoMars-Rover „Rosalind Franklin“ sollte im Herbst 2022 zum Mars aufbrechen. Nun ist unklar, wann es losgeht und wie es überhaupt weitergeht. © Esa/ATG Medialab

Angesichts des Ukraine-Kriegs beendet die europäische Raumfahrtorganisation Esa die Zusammenarbeit mit Russland. Was bedeutet das für den geplanten Mars-Rover?

Paris – Der Ukraine-Krieg hat Auswirkungen bis ins Weltall: Nachdem Russland im Februar 2022 die Ukraine angegriffen hatte, legte die europäische Raumfahrtorganisation Esa die Zusammenarbeit mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos auf Eis. Hauptsächlich davon betroffen war ausgerechnet ein Prestigeprojekt: Der Mars-Rover „Rosalind Franklin“, dessen Aufbruch zum roten Planeten bereits mehrfach verschoben werden musste und der zuletzt für Herbst 2022 geplant war.

Galt das gemeinsame Mars-Projekt bislang nur als „ausgesetzt“, macht die Esa nun Nägel mit Köpfen: Der Esa-Rat habe ihn beauftragt, „die derzeit ausgesetzte Zusammenarbeit mit Roskosmos bei der ExoMars-Rover- und Oberflächenplattform-Mission offiziell zu beenden“, erklärt der Esa-Chef Josef Aschbacher auf Twitter. Hintergrund sei, „dass die Umstände, die zur Aussetzung der Zusammenarbeit mit Roskosmos geführt haben – der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierenden Sanktionen – weiterhin bestehen“, so Aschbacher weiter. Am 20. Juli will die europäische Raumfahrtorganisation bekannt geben, wie es für die ExoMars-Mission weitergeht. Dann werde man über das „das weitere Vorgehen mit anderen Partnern“ informieren.

Ukraine-Krieg: Esa beendet Zusammenarbeit mit Russland – Was bedeutet das für die Mars-Mission?

Ohne die russische Beteiligung fehlen der europäischen Mars-Mission wichtige Elemente: Da wäre zum einen der Transport: Geplant war, dass der Rover „Rosalind Franklin“ von einer russischen Rakete ins Weltall befördert wird. Auch zur Landung auf dem Mars war russische Technik eingeplant: Die Landeplattform Kazachok wurde von Roskosmos beigesteuert. Ohne die russische Kooperation würde es dem Rover auf dem Mars außerdem sehr kalt werden: Russland sollte Plutonium für eine Radioisotopen-Heizung beisteuern.

Esa fehlen wichtige Elemente für Mars-Rover „Rosalind Franklin“

Es steht also fest, dass der Esa einige wichtige Elemente fehlen, um die Rover-Mission zum Mars überhaupt starten zu können. Bereits im April bestätigte jedoch Aschbacher, dass er in Gesprächen mit der US-Raumfahrtorganisation Nasa sei. Es ist also durchaus möglich, dass am 20. Juli die US-Raumfahrtorganisation Nasa, die große Erfolge auf dem Mars vorweisen kann, als neuer Partner benannt wird.

Die Ironie der Geschichte: Ursprünglich führten Nasa und Esa Gespräche über eine gemeinsame Mars-Mission, aus denen die Nasa wegen Finanzierungsfragen ausstieg. Als Ersatz stieg Roskosmos in das Projekt ExoMars ein – nun scheitert die Mars-Mission an Russland – und die USA könnten zur Hilfe eilen.

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Mars-Mission: Baldiger Start von Rover „Rosalind Franklin“ ist unwahrscheinlich

Wer auch immer künftig gemeinsam mit der Esa die Rover-Mission von „Rosalind Franklin“ durchführen wird: Ein baldiger Start ist nicht sehr wahrscheinlich, da es für den Flug von der Erde zum Mars nur alle 26 Monate ein gutes Startfenster gibt. Außerdem sind zahlreiche Umbaumaßnahmen und vermutlich auch Neukonstruktionen erforderlich, um die russische Beteiligung an der Mission zu ersetzen. Das dauert seine Zeit.

„Meine Erwartung ist, dass 2028 am wahrscheinlichsten ist für unsere Mission, aber es wird harte Arbeit bedeuten“, schrieb der Forscher Andrew Coates bereits vor einiger Zeit auf dem Portal The Conversation. Coates ist am „PanCam“-Instrument des europäischen Mars-Rovers beteiligt und hofft nach wie vor, den Rover „Rosalind Franklin“ eines Tages auf den Mars schicken zu können. (tab)

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