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Wie es mit dem europäischen Mars-Rover „Rosalind Franklin“ weitergeht

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Von: Tanja Banner

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Der ExoMars-Rover „Rosalind Franklin“ soll im März 2021 auf dem Mars landen.
Der ExoMars-Rover „Rosalind Franklin“ sollte längst auf dem Weg zum Mars sein. Stattdessen ist er steril eingelagert und wartet. © Esa/ATG Medialab

Ohne russische Beteiligung soll der europäische Mars-Rover „Rosalind Franklin“ doch noch auf dem roten Planeten forschen – jedoch erst in einigen Jahren.

Paris – Der europäische Mars-Rover „Rosalind Franklin“ hat einen langen und komplizierten Weg hinter sich – dabei befindet er sich noch gar nicht auf dem Mars. Der Rover, den die europäische Raumfahrtorganisation Esa eigentlich im Spätsommer 2022 zum roten Planeten schicken wollte, wurde durch den Ukraine-Krieg ausgebremst, denn eigentlich war die „ExoMars“-Mission, zu der der Rover gehört, eine europäisch-russische Kooperation.

Doch wegen des Ukraine-Kriegs stoppte die Esa die Zusammenarbeit mit Russland – und plötzlich fehlte dem Rover eine Landeplattform sowie eine Transportmöglichkeit zum Mars. Derzeit befindet sich „Rosalind Franklin“ in einer Lagerhalle in Italien – und dort dürfte der Mars-Rover wohl noch eine Weile bleiben.

Europäischer Mars-Rover „Rosalind Franklin“ soll zum Einsatz kommen

Seit dem Esa-Ministerratstreffen, bei dem die Finanzen der Raumfahrtorganisation für die kommenden drei Jahre festgelegt und die Weichen für künftige Missionen gestellt wurden, gibt es nun immerhin einen Hoffnungsschimmer für die Mission zum Mars. Die Verantwortlichen der European Space Agency haben gemeinsam den Beschluss gefasst, ein europäisches Landegerät zu bauen, mit dem der Rover auf den Mars gebracht werden soll.

Wie das Portal Ars Technica berichtet, soll auch über den Plan gesprochen worden sein, den Mars-Rover „Rosalind Franklin“ direkt in einem Museum auszustellen. Letztendlich habe man sich jedoch dafür entschieden, selbst ein Landegerät zu entwickeln. „Ich bin sehr froh, dass wir einen positiven Weg nach vorne gefunden haben“, sagte Esa-Generaldirektor Josef Aschbacher dem Bericht zufolge. „Europa wird die Verantwortung übernehmen, und ein Großteil der Arbeit wird mit europäischer Technologie durchgeführt werden“.

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Mit der US-Raumfahrtorganisation Nasa will die Esa einen Tauschhandel abschließen und so eine Rakete für die Mission, einen Antrieb für das Abstiegsmodul sowie radioaktive Heizeinheiten bekommen. Bereits vor einiger Zeit war bekannt geworden, dass Nasa und Esa über die Mars-Mission beraten.

Mars-Rover der Esa: „Rosalind Franklin“ bekommt Unterstützung von der Nasa

Tatsächlich ist die Nasa Teil des langen und komplizierten Wegs des Mars-Rovers „Rosalind Franklin“: Ursprünglich gab es Gespräche zwischen Nasa und Esa über eine gemeinsame Mars-Mission, aus denen die Nasa wegen Finanzierungsfragen ausgestiegen war. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos stieg stattdessen in das Projekt „ExoMars“ ein und war unter anderem für Raketen sowie die Landeplattform des Rovers zuständig.

Der erste geplante Starttermin für den Rover war 2018, doch wegen technischen Problemen wurde er erst auf 2020, dann auf 2022 verschoben. Im Spätsommer 2022 sollte der Rover, der die letzten Tests erfolgreich absolviert hatte, starten und etwa neun Monate später auf dem Mars landen. Doch der russische Angriff auf die Ukraine sorgte dafür, dass „Rosalind Franklin“ nun steril eingelagert auf ihren Einsatz warten muss.

Europäische Mars-Mission „ExoMars“: Rover startet nicht vor 2028

Wann genau es für den Rover „Rosalind Franklin“ nun endlich zum Mars geht, ist noch unklar. Nach Angaben von Aschbacher wird die Mission nicht vor 2028 starten können. Ebenfalls noch unklar ist, welche Rakete den Rover in Richtung Mars befördern wird. Derzeit ist die einzige verfügbare US-Rakete, die die Mission stemmen kann, die „Falcon Heavy“ von SpaceX. Allerdings wird es noch einige Jahre dauern, bis die Rakete für die Mars-Mission ausgewählt wird – und bis dahin könnten weitere Raketen auf dem Markt sein, die sich derzeit in Entwicklung befinden. (tab)

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