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Wohin ist das Wasser auf dem Mars verschwunden? Eine neue Nasa-Studie geht davon aus, dass ein Großteil davon im Gestein eingelagert ist. Etwas Wassereis ist an den Polen des Planeten sichtbar. (Archivbild)
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Wohin ist das Wasser auf dem Mars verschwunden? Eine neue Nasa-Studie geht davon aus, dass ein Großteil davon im Gestein eingelagert ist. Etwas Wassereis ist an den Polen des Planeten sichtbar. (Archivbild)

Roter Planet

Mars: Wohin ist das Wasser verschwunden? Nasa hat eine neue Theorie

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Der Mars hat im Laufe der Zeit einen Großteil seines Wassers verloren. Doch wohin ist es verschwunden? Die Nasa hat eine neue Theorie – und widerspricht alten Erkenntnissen.

  • Der Mars ist der Nachbarplanet der Erde und Fokus zahlreicher Forschungsmissionen von Nasa und Co.
  • Eine Frage, die die Mars-Forschung umtreibt: Wie hat der rote Planet sein Wasser verloren? Eine Nasa-Studie widerspricht allen bisherigen Erkenntnissen.
  • News zur Astronomie und News zum Mars finden Sie auf unseren Themenseiten.

Washington/Frankfurt – Der Mars ist ein kalter, trockener und nicht gerade lebensfreundlicher Planet. Doch das war nicht immer so: Ausgetrocknete Flussbetten und Seen deuten an, dass es auf dem roten Planeten einst flüssiges Wasser gab. Forschende haben bereits vor Jahren ermittelt, dass es auf dem Mars vor 4,3 Milliarden Jahren genug Wasser gegeben haben muss, um den kompletten Planeten mit einem Meer zu bedecken, das eine Tiefe von mehr als hundert Metern hat. Doch wohin ist das Wasser verschwunden?

Ins Weltall, ist die gängige Antwort aus der Forschung. Demnach hat der Mars etwa 90 Prozent seines Wassers in den Weltraum verloren, etwa zehn Prozent sind noch da – vor allem an den Polen des Mars findet man es als Wassereis. Doch nun kommt eine von der US-Raumfahrtorganisation Nasa finanzierte Studie zu einem gänzlich anderen Ergebnis: eine substanzielle Menge des Wassers, das der Mars verloren hat, ist demnach gar nicht weg. Zwischen 30 und 99 Prozent des Wassers sei eingeschlossen in Mars-Gestein in der Kruste des Planeten, so die Forschenden.

Wohin ist das Wasser des Mars verschwunden? Das Weltall ist nicht die Lösung

Die Daten, die man über die frühere Wassermenge auf dem Mars habe, seien durch ein Verschwinden des Wassers ins Weltall nicht vollständig zu erklären, beschrieb die Hauptautorin der Studie, Eva Scheller vom California Institute of Technology (Caltech) bei einer Fachkonferenz. Gemeinsam mit einem Team hatte sich Scheller die Daten von mehreren Mars-Missionen – darunter Orbiter und Rover – aber auch auf der Erde gefundene Meteoriten vom Mars genau angeschaut und das vorhandene Wasser auf dem Mars in all seinen Aggregatszuständen analysiert. Auch die chemische Zusammensetzung der Mars-Atmosphäre und der Kruste des Planeten nahm das Forschungsteam unter die Lupe – speziell das Verhältnis von schwerem Wasserstoff zu Wasserstoff war für die Forschenden von Interesse.

Ihre Theorie: Ist Wasser in großen Mengen durch die Atmosphäre des Mars verschwunden, müsste man das anhand des Verhältnisses von schwerem Wasserstoff zu Wasserstoff erkennen können. Denn während Wasserstoff leichter ist und entsprechend einfacher durch die Atmosphäre ins Weltall verschwinden kann, ist schwerer Wasserstoff dichter und dürfte in größeren Mengen auf dem Planeten zurückbleiben. Doch das war in den Daten nicht zu sehen, woraus die Forschenden schlossen, dass das Wasser nicht nur ins Weltall verschwunden sein kann.

Nasa-Theorie: Wasser auf dem Mars wurde in der Planetenkruste eingeschlossen

In der Studie, die im Fachjournal „Science“ veröffentlicht wurde, schlägt das Forschungsteam daher eine Kombination von zwei Wegen vor, wie der Mars sein Wasser verlor: Einerseits wurde Wasser in Gestein in der Kruste des Planeten eingeschlossen, andererseits verlor der Mars einen Teil seines Wassers durch die Atmosphäre ins Weltall. Diese Kombination könne das Verhältnis von schwerem Wasserstoff zu Wasserstoff in der Mars-Atmosphäre erklären, so die Forschenden.

Doch wie ist das Wasser in das Gestein in der Kruste des Mars gelangt? Durch einen Prozess, den es sowohl auf der Erde als auch auf dem Mars gibt: chemische Verwitterung. Dabei greift das Wasser Gestein an und löst Elemente heraus oder fügt andere Elemente ein. Wird dieses Material eines Tages fest, ist das Wasser eingeschlossen – zumindest auf dem roten Planeten. „Die hydratisierten Materialien auf der Erde werden durch die Plattentektonik kontinuierlich recycelt“, erklärt Michael Meyer, der das Mars Exploration Program der Nasa leitet. „Wir sehen in Messungen mehrerer Raumfahrzeuge, dass der Mars nicht recycelt. Also ist das Wasser entweder in der Kruste eingeschlossen oder im Weltall verloren“, so Meyer weiter.

Wasser auf dem Mars: Hoffnungen ruhen auf Nasa-Rover „Perseverance“

Große Hoffnung bei der weiteren Erforschung der Wasservorkommen auf dem Mars setzt das Forschungsteam um Scheller in den Nasa-Rover „Perseverance“, der im Februar auf dem Mars gelandet ist. Seine Landestelle befindet sich in der Nähe eines ausgetrockneten Flussdeltas, seine Mission ist es unter anderem, Zeichen für früheres mikrobielles Leben auf dem roten Planeten zu suchen. Außerdem soll „Perseverance“ Gesteinsproben einsammeln und für einen späteren Rücktransport zur Erde lagern.

Bei der Auswahl dieser Proben soll das Forschungsteam um Scheller helfen. Die Proben sind wichtig für die weitere Erforschung des Mars, da sie es erlauben, die Hypothesen der Forschenden weiterzuverfolgen. Bis die Gesteinsproben vom Mars auf der Erde ankommen, dauert es allerdings noch eine lange Zeit: Die Nasa peilt frühestens das Jahr 2031 an. (Tanja Banner)

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