Der Mars wird aufgrund seiner rostroten Farbe auch „roter Planet“ genannt. Das grüne Leuchten hat die ESA-Raumsonde TGO entdeckt.
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Der Mars wird aufgrund seiner rostroten Farbe auch „roter Planet“ genannt. Das grüne Leuchten hat die ESA-Raumsonde TGO entdeckt.

Roter Planet

Mars: Unterirdische Salzseen könnten Lebensformen beherbergen

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Auf dem Roten Planeten werden mit Hilfe einer Sonde Flüssigkeitsreservoire entdeckt. Die Salzseen könnten sogar Leben enthalten.

  • Unter dem Südpol des Mars wurden unterirdische Salzseen entdeckt. Die Seen könnten kleinsten Lebensformen eine Heimat bieten.
  • Ein Forscherteam bestätigt damit eine seit 2018 bestehende Theorie rund um den Mars.
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Unter der Oberfläche des Mars wurden jüngst mehrere Flüssigkeitsreservoire entdeckt. Eine im Jahr 2018 aufgestellte Theorie dazu bestätigte ein Forscherteam um die Astrophysikerin in der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“. Die Tatsache, dass solche Salzseen auf dem Mars existieren, könnte wichtige Erkenntnisse für die Astrobiologie und möglicherweise sogar über bewohnbare Orte auf dem Mars liefern.

Mars: Forscherteam entdeckt Wassergebiete

Die Existenz von Salzseen auf dem Mars wurde erstmals im Jahr 2018 vermutet, als Forscher mithilfe eines Langwellen-Radars Spuren eines rund 20 Kilometer großen Sees unter der südlichen Eiskappe des Mars fanden. Die Theorie blieb jedoch kontrovers, da nicht klar war, ob die Beobachtungen durch das Radar die Existenz eines solchen Sees tatsächlich beweisen.

Nun nutzte das Forscherteam das Radar-Echolot „Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionosphere Sounding“ (MARSIS), das sich an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express befindet. Das Ergebnis: Tatsächlich befindet sich unter dem Südpol des Mars ein komplexes System aus mehreren Salzseen. Die Echolot-Technik wird unter anderem dafür genutzt, um unter dem Eis der Antarktis ähnliche Seen zu identifizieren.

Leben auf dem Mars? Wasser könnte Heimat für Mikrobielle Lebensformen sein

Neben dem rund 20 Kilometer großen See entdeckten die Forscher auch weitere Wasserreservoire, die der Theorie zufolge hohe Salzgehalte aufweisen, was das Wasser trotz der tiefen Temperaturen auf dem Mars nicht gefrieren lässt. Auf dem Mars steigt die Temperatur in den warmen Mittagsstunden nur selten über den Gefrierpunkt und sinkt nachts meist auf 80 Grad unter Null ab. An den Polen, wo die Wassergebiete entdeckt wurden, können die Temperaturen sogar bis zu 130 Grad unter Null sinken.

Die Forscher vermuten nun, dass die ausgedehnten Wassergebiete auf dem Mars mikrobielle Lebensformen beinhalten könnten. Es sei „besonders aufregend“, so die Wissenschaftler in „Nature Astronomy“, dass sich in dem Wasser Mikroorganismen befinden könnten. Sie empfehlen daher, künftige Mars-Missionen, wie etwa die geplante Mars-Mission von SpaceX, mit einem Fokus auf diese Gebiete zu planen. (Marvin Ziegele)

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