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Der Mars ist ein beliebtes Ziel für Raumfahrt-Missionen 2021.
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Der Mars ist ein beliebtes Ziel für Raumfahrt-Missionen 2021.

Raumfahrt

Mars im Visier: Nasa und China wollen im Februar auf dem roten Planeten landen

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Der Mars hat für die Weltraumforschung weiter eine große Anziehungskraft. Im Februar 2021 erhält der rote Planet geballten Besuch: Gleich drei Raumsonden – unter anderem von der Nasa – sollen den Mars dann erreichen.

  • Die Weltraumforschung im Jahr 2021 fokussiert sich auf den Mars.
  • Der Nachbarplanet der Erde bekommt gleich im Februar 2021 Besuch von drei Mars-Missionen.
  • Ziel der Missionen – neben politischen Statements – ist die Suche nach Leben auf dem Mars.

Der Mars ist ein sehr gut besuchter Ort – zumindest verglichen mit den meisten anderen Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Zahlreiche Raumsonden haben ihn bereits umkreist, mehrere sind auf ihm gelandet - und einige davon gehen immer noch ihrer Arbeit nach. Doch so viele Missionen, wie den Mars in diesem Jahr innerhalb eines Monats erreichen, gab es nie zuvor innerhalb solch kurzer Zeit:

  • Am 18. Februar 2021 soll der Nasa-Rover „Perseverance“ auf dem Mars landen.
  • Mitte Februar 2021 soll die chinesische Mars-Mission „Tianwen-1“ den Mars-Orbit erreichen und einige Zeit später einen Rover auf der Oberfläche landen lassen.
  • Am 9. Februar 2021 soll die Raumsonde „Hope“ der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den Mars-Orbit erreichen.

Gibt es Leben auf dem Mars? Warum die Forschung den roten Planeten interessant findet

Der Mars ist für die Forschung besonders interessant, da er - im Gegensatz zu den meisten anderen Planeten - von der Erde aus gut zu erreichen ist und die Forschungsbedingungen dort - ganz im Gegensatz zur Gluthölle Venus beispielsweise - zu bewältigen sind. Auch das, was die Forschung bisher über den roten Planeten herausgefunden hat, macht den Mars interessant: Es gibt Hinweise, dass der Mars einst wärmer war, dass es eine dickere Atmosphäre gab und flüssiges Wasser an der Oberfläche.

Möglicherweise existierte auf dem Mars einst sogar Leben. Das ist auch die Frage, die sich alle Forschenden stellen, die mit dem Mars zu tun haben: Gab es auf dem Mars einmal Leben – oder existiert es vielleicht sogar heute noch? Es gibt sogar Forschende, die davon ausgehen, dass man Leben auf dem Mars bereits gefunden hat.

Auch die Frage, wie der Mars seine Atmosphäre und sein Wasser verlor, interessiert die Forschung. Dabei steht vor allem eine Frage im Raum: Könnte das der Erde eines Tages auch passieren? Ebenfalls ein Antrieb für die Forschung: Der Mars gilt als der Planet, auf dem (nach der Erde) die Menschen am ehesten leben könnten. Es gibt bereits Bestrebungen, den roten Planeten zu besiedeln - beispielsweise steckt diese Idee hinter der Gründung des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX durch Elon Musk.

Mission zum Mars: Was die Mars-Missionen 2021 erforschen sollen

Doch bis die ersten Menschen auf dem Mars stehen, wird es noch einige Zeit dauern. Die Raumsonden und Rover, die den Mars dagegen im Februar 2021 bereits erreichen, haben ein volles Programm.

Der Nasa-Rover „Perseverance“ soll auf dem Mars nach organischem Material suchen, das Hinweise auf früheres Leben auf dem Mars geben soll. Wissenschaftler:innen erhoffen sich viel von dieser Mission. „Die große Geschichte für das Frühjahr 2021 wird nicht sein, dass der Rover spannende Hinweise für Biologie jenseits der Erde gefunden hat - wir gehen davon aus, dass er das tut“, betont der Astronom Seth Shostak vom SETI-Institut in Kalifornien gegenüber „The Daily Beast“ und ergänzt: „Die große Geschichte wäre, wenn er keine vielversprechenden Orte finden würde.“

Gleich drei Missionen erreichen den Mars im Februar 2021. Im Bild: Die geplante Landung von „Perseverance“ der Nasa.

Mars-Rover „Perseverance“: Sauerstoff herstellen, Hubschrauber testen

Der Mars-Rover „Perseverance“ hat gleich zwei vielversprechende Technologie-Demonstrationen an Bord: Der Rover soll auf dem Mars Sauerstoff aus Kohlendioxid herstellen. Das Experiment MOXIE (Mars Oxygen In Situ Resource Utilization Experiment) stammt vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und wurde in Zusammenarbeit mit Ingenieuren des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa entwickelt. Es soll zeigen, wie auf dem Mars aus den vorhandenen Mitteln Sauerstoff hergestellt werden kann - der dann nicht nur künftigen Astronaut:innen als Atemluft dienen könnte, sondern auch als Treibstoff für Raketen Verwendung finden dürfte.

Außerdem hat der Rover „Perseverance“ einen kleinen Hubschrauber dabei, der ebenfalls auf dem Mars getestet werden soll. Bei „Ingenuity“ handelt es sich um einen Hubschrauber, der etwa so groß ist wie eine Drohne und der - sollte der Flugtest gelingen - künftigen Mars-Missionen eine neue Perspektive verleihen könnte: Bisher waren Erkundungen des Mars nur von der Oberfläche aus (Rover) oder aus der Umlaufbahn (Orbiter) möglich. Ein Hubschrauber könnte den Mars aus verschiedenen Höhen und Perspektiven erkunden und später auch Astronaut:innen auf dem roten Planeten unterstützen.

Nasa-Rover soll Mars-Gestein für spätere Rückhol-Mission verpacken

Weiterhin ist geplant, dass der Mars-Rover „Perseverance“ an bestimmten, besonders spannenden Stellen, Gesteinsproben nimmt und sie in speziellen Behältern verpackt. Spätere Missionen zum Mars sollen diese Proben zurück zur Erde bringen – wo sie dann untersucht werden sollen.

Chinas Mars-Mission: Politisches Statement und Weltraumforschung in einer Mission

Doch nicht nur die Nasa hat große Pläne mit ihrer aktuellen Mars-Mission. Auch China denkt bei der ersten Mars-Mission des Landes gleich groß. Die Mission „Tianwen-1“ besteht aus einem Orbiter, einem Lander und einem Rover. Nach der Ankunft in der Umlaufbahn des Mars soll erst eine geeignete Stelle für die Landung gesucht werden, bevor Lander und Orbiter zur Oberfläche des roten Planeten hinabsteigen. Nachdem China einige Mond-Missionen erfolgreich absolviert hat, will das Land dieses Wissen nun auf dem Mars zum Einsatz bringen und dort neue Technologien erproben.

Der Mars-Rover „Perseverance“ der Nasa soll im Februar 2021 auf dem roten Planeten landen.

Den Abstieg auf den Mars und die schwierige Landung zu meistern, gehören zu den grundlegenden Zielen der chinesischen Mars-Missionen, außerdem gelten der autonome Betrieb von Rover und Lander auf dem roten Planeten als wichtige Punkte. Die chinesische Mars-Mission ist – wie alles, was China im All unternimmt – nicht unpolitisch. „Es ist ein großes politisches Statement“, erklärt der Astronom Matt Siegler vom Planetary Science Institute in Arizona gegenüber „The Daily Beast“. China sei auf dem Weg zu einer führenden Nation der Weltraumforschung „und es wird eine große Entscheidung für die USA sein, ob und wie sie Schritt halten wollen“.

Mars-Mission der Vereinigten Arabischen Emirate: „Hope“ soll den Mars umkreisen

Auch die dritte Mission, die im Februar 2021 den Mars erreicht, hat eine politische Komponente. Die Mars-Mission der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) besteht aus dem Orbiter „Hope“, der zwar auch Sensoren dabei hat, um die Atmosphäre des Mars und das Klima des roten Planeten zu erforschen - doch das größte Ziel ist, den Mars zu erreichen und in seine Umlaufbahn einzuschwenken.

Der politische Aspekt dieser Mission richtet sich an die Vereinigten Arabischen Emirate selbst: Die Mars-Sonde solle „eine Nachricht des Optimismus an Millionen junger Araber schicken“, hatte Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktum, der Premierminister der VAE, bei der Vorstellung des Namens betont. An der Mission beteiligt sind neben emiratischen Ingenieur:innen auch ausländische Forschungsinstitute, die Mission zum Mars ist auch als Wissenstransfer gedacht. (Tanja Banner)

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