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Der Mars-Rover „Perseverance“ soll Bodenproben vom Mars zur Erde zurückschicken, wo die Nasa schon sehnsüchtig darauf wartet.
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Der Mars-Rover „Perseverance“ soll Bodenproben vom Mars zur Erde zurückschicken, wo die Nasa schon sehnsüchtig darauf wartet.

Nasa-Mission

Mars-Rover soll Bodenproben zur Erde schicken – Gruppierung warnt vor Gefahr

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Expert:innen warnen eindringlich vor Bodenproben, die der Mars-Rover „Perseverance“ zur Erde schicken soll. Diese könnten eventuell mit Mars-Organismen kontaminiert sein.

Seit der Rover „Perseverance“ im Februar auf dem Mars gelandet ist, sorgt er für große Freude bei der US-Raumfahrtorganisation Nasa. Erste Tests des „Moxie“-Experiment, mit dem Sauerstoff auf dem Mars produziert wurde, gelangen. Zahlreiche Flüge des kleinen Helikopters „Ingenuity“ waren ein voller Erfolg und auch der Rover „Perseverance“ selbst fährt und macht Fotos – zwei wichtige Punkte bei der robotischen Erkundung eines Planeten.

Doch die vielleicht wichtigste Aufgabe des Nasa-Rovers steht „Perseverance“ noch bevor: Der Rover soll bei seiner Erkundung des roten Planeten immer wieder Bodenproben in Röhrchen deponieren und sie so für eine spätere Mission vorbereiten: „Mars Sample Return“. Im Rahmen dieser Mission, für die die Nasa Unterstützung von ihrem europäischen Pendant Esa erhält, soll ein „Sample Fetch Rover“ auf dem roten Planeten landen, die Röhrchen mit den Gesteinsproben einsammeln und in einem speziellen Behälter unterbringen. Eine Rakete soll die Mars-Proben anschließend in eine Umlaufbahn um den roten Planeten schießen – wo eine Raumsonde den Behälter auffangen und zur Erde zurückbringen soll.

Nasa und Esa planen, Bodenproben vom Mars zur Erde zu holen

Eine unabhängige Untersuchung hat der Nasa bereits grünes Licht für die Rückholaktion gegeben. Die US-Raumfahrtorganisation sei „bereit, das Programm durchzuführen“, heißt es in dem Bericht. Doch eine Organisation spricht sich dagegen aus: Das „International Committee Against Mars Sample Return“ (ICAMSR) warnt vor einer möglichen Kontaminierung der Erde durch Organismen vom Mars. Die Forderung des ICAMSR: Die Bodenproben vom Mars sollen in einem Labor jenseits der Erde untersucht werden – etwa im künftigen „Lunar Gateway“, einer Raumstation, die um den Mond kreisen soll, oder direkt auf dem Mond. „Das ist der einzige Weg, wie wir zu 100 Prozent die Sicherheit der irdischen Biosphäre garantieren können“, wird der ICAMSR-Direktor Barry DiGregorio im Fachmagazin New Scientist zitiert.

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Die gängige wissenschaftliche Ansicht ist, dass eine mögliche Kontamination durch Mars-Organismen keine großen Auswirkungen auf die Erde haben dürfte. Trotzdem wird das Material, das vom Mars zur Erde gebracht werden soll, behandelt, als sei es eine biologische Gefahr. Geplant ist, die Bodenproben vom Mars gleich mehrfach sicher zu verpacken, so dass der Transportbehälter auch bei der Landung intakt bleibt. Nach ihrer Ankunft auf der Erde sollen die Bodenproben in einem Hochsicherheitslabor der höchsten Stufe untersucht werden, der gesamte Prozess wird dabei von externen Einrichtungen überwacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mars-Partikel austritt, soll bei weniger als eins zu einer Million liegen, so das Ziel.

Nasa wartet sehnsüchtig auf Bodenproben vom Mars

Für die Forschung wird die Analyse der Bodenproben vom Mars ein Highlight werden. „Mars-Proben zur Erde holen ist seit den frühen Tagen des Weltraumzeitalters ein Ziel von Planetenforschern“, heißt es bei der Nasa. Zwar hat man bereits Bodenproben vom Mond und anderen Himmelskörpern analysieren können. Doch mit der „Mars Sample Return“-Mission sollen erstmals Proben von einem Himmelskörper zur Erde kommen, auf dem es Leben geben könnte. Die bisherige robotische Erforschung des Mars hat dafür bisher keine eindeutigen Beweise geliefert – doch ausgeschlossen hat sie die Existenz von früherem Leben auf dem Mars bisher auch nicht.

Der Nasa-Rover „Perseverance“ soll Bodenproben auf dem Mars für den Rücktransport zur Erde vorbereiten.

Gibt es Leben auf dem Mars? Nasa-Forschende wollen es herausfinden

Mittlerweile weiß man, dass es einst Wasser auf dem roten Planeten gab, einzelne Forscher gehen auch davon aus, dass die Nasa bereits Leben auf dem Mars gefunden hat. Gilbert Levin, der an einem Experiment der „Viking“-Sonden beteiligt war und bis heute regelmäßig behauptet, das Experiment hätte Leben auf dem Mars nachgewiesen, fordert Mars-Missionen, die Instrumente zum Entdecken von Leben auf dem Mars, an Bord haben. Levin, der im Beirat des ICAMSR sitzt, kritisiert: Seit den „Viking“-Sonden habe die Nasa „eine Serie von Missionen zum Mars geschickt, die herausfinden sollten, ob der Mars jemals lebensfreundlich war“ – und keine, die direkt nach Leben auf dem Mars suchen.

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Genau das sollen Forschende auf der Erde in Zukunft tun: Die Bodenproben vom Mars auf mögliches Leben hin untersuchen. Auf der Erde stehen ihnen andere – größere und komplizierte – Gerätschaften zur Verfügung, als sie der Mars-Rover dabei hat, der nur etwa so groß ist wie ein Auto. Bis es soweit ist und Forschende erstmals Mars-Proben in den Händen halten können, wird jedoch noch einige Zeit vergehen: Zum Ende seiner Primärmission soll der Rover „Perseverance“ die ersten Röhrchen mit Bodenproben befüllen und für die Abholmission platzieren. Geht alles nach Plan, soll 2026 der Rover auf dem Mars landen, der die Bodenproben einsammelt und sie in einer Sonde verstaut, die die Röhrchen in den Mars-Orbit bringt. Im Jahr 2031 sollen die Proben auf der Erde eintreffen – frühestens. (Tanja Banner)

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