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Spuren des NASA-Mars-Rovers Curiosity, aufgenommen vom Rover selbst am 9. Februar 2014.
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Spuren des NASA-Mars-Rovers Curiosity, aufgenommen am 9. Februar 2014 vom Rover selbst. Auch er könnte biologisches Leben von der Erde mit auf den Planeten gebracht haben.

Weltraumforschung

Forscher hält Leben auf dem Mars für möglich – Es könnte von der Erde kommen

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Menschen waren noch keine auf dem Mars, womöglich aber kleine Lebensformen. So eine Kontaminierung solle eigentlich verhindert werden, erklärt ein Forscher.

Ithaca/London – Auf Bildern, die in Reinräumen entstanden sind, sieht man in der Regel Menschen, deren Kleidung selbst etwas außerirdisch anmuten, so viel Haut und Haar bedecken sie. Als stelle die Umgebung in den Hallen von Fertigungsanlagen wie dem Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtagentur NASA eine Gefahr für menschliches Leben dar. Dabei ist es eher umgekehrt. Verhindert werden soll, dass organisches Material als blinder Passagier an Bord von Raketen ins All fliegt.

Reinräume kann man aus evolutionsbiologischer Perspektive aber auch als Kaderschmiede für Mikroben betrachten, erklärt Christopher Mason, Professor der Genomik, Physiologie und Biophysik an der Cornell-Universität im US-Bundesstaat New York. Vor allem die am besten angepassten Lebewesen überstehen die regelmäßigen Reinigungsprozeduren – und stoßen fortan auf weniger Konkurrenz bei der Vermehrung.

Lebenwesen auf dem Mars: Stark verändert könnten sie Forscher:innen außerirdisch vorkommen

Wie Mason in einem Gastbeitrag für die BBC ausführt, wohnt solchen Mikroben das Potenzial inne, Ökosysteme auf anderen Planeten einer in Zeitlupe explodierenden Bombe gleich massiv zu beeinflussen. Wissenschaftler:innen sprechen von „forward contamination“, auf Deutsch „Vorwärts-Kontamination“. Eine Gefahr, die von diesem Prozess ausgeht, ist, dass die Ergebnisse solcher Prozesse die Forschung in die Irre führen könnten. Mögen die Lebensformen, die wir in Zukunft auf dem Mars oder sogar dem Mond entdecken zwar kohlenstoffbasiert sein, ihr Genom könnte sich auf dem Weg vom „Geburtsort“ Erde unter dem Einfluss extremer Umweltbedingungen so stark verändert haben, dass wir sie plötzlich als außerirdisch klassifizieren.

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Das wiederum könnte neue Anstöße geben für Ursachenforschung, die grundlegenden Annahmen über die Eigenschaften eines Planeten die Tür öffnen würde. So könnten wenige, mikroskopisch kleine Lebensformen eine ganze Fachdisziplin dazu provozieren, bisher als gesichert geltende Annahmen zu Mond und Mars zu revidieren. Wie Mason erklärt, ist es möglich, dass die ersten Mars-Erkundungssonden Anfang der 70er Jahre Mikroben und vielleicht sogar menschliche DNA auf den „Roten Planeten“ gebracht haben.

Mars: Potenzielle Lebensformen könnten per Sonde zur Erde gebracht werden

Möglich ist aber auch eine sogenannte Rückwärts-Kontaminierung. Dabei gelangen außerirdische Mikroben auf unseren Planeten. Erste Gelegenheit dazu hätten sie womöglich im Jahr 2032, wenn eine Mars-Mission von NASA und ESA mitsamt Bodenproben wieder auf der Erde landet. Gefährlich wird dieser besondere Import für uns Menschen nach jetzigem Kenntnisstand aber kaum werden. Zwar sucht der Mars-Rover Persevearance nach Spuren vergangenen Lebens auf dem Mars. Bis jetzt gibt es aber keine Belege für aktives Leben auf dem Mars. Dazu kommt, dass besagte Bodenproben Planungen der NASA zufolge unter hohem Sicherheitsaufwand auf der Erde erforscht beziehungsweise gelagert werden. 

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Und es gibt mindestens einen Weg, Mars-Leben sicher von jenem Leben hiesigen Ursprungs zu unterscheiden: Aktuell wird in einem umfangreichen Forschungsprojekt eine Art Querschnitt der auf der Erde vorkommenden DNA erstellt. Ziel ist es, einen weitestmöglich lückenlosen Katalog aufzubauen. Das sequenzierte Erbgut auf dem Mars entdeckter Lebewesen könnte mit dieser Datenbank abgeglichen werden. Findet sich kein entsprechendes Gegenstück, wäre das ein überzeugender Beweis für auf dem Mars entstandenes Leben.

Erforschung sehr widerstandsfähigen Lebens aus dem All für Wissenschaft interessant

Der Wissenschaftler Mason sieht in der Erforschung weit gereister, zwischenzeitlich stark bestrahlter und heruntergekühlter Lebewesen viel Potenzial. So könnte die Forschung von deren Überlebensstrategien viel lernen. Wissen, mit dem auch wir Menschen unser Überleben in einer klimatisch unsicheren Zukunft vor dem Vergehen bewahren könnten. (mp)

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