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„Mars 2020“

Spektakuläre „Mars 2020“-Mission der Nasa: Warum man die Mars-Landung trotz Livestream nicht live sehen konnte

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Der Mars-Rover „Perseverance“ der Nasa ist mittlerweile auf dem Mars gelandet, zu sehen war die Landung im Livestream. Trotzdem konnten wir nicht live dabei sein – warum das so ist.

  • Der Nasa-Rover „Perseverance“ ist am 18. Februar 2021 auf dem Mars gelandet.
  • Die Mars-Landung konnte man im Livestream verfolgen – live sehen konnte man das Landemanöver jedoch trotzdem nicht.
  • News zum Mars und News zur Weltraumforschung finden Sie auf unseren Themenseiten.

Etwa mehr als 470 Millionen Kilometer hat die Nasa-Mission „Mars 2020“ seit dem vergangenen Sommer in Richtung Mars zurückgelegt, am 18. Februar 2021 hat die Raumsonde den Rover „Perseverance“ erfolgreich auf dem Mars abgesetzt und dabei mit einem auffälligen Muster im Mars-Fallschirm für Aufsehen gesorgt.

Die Mars-Landung konnte man zwar – alleine wegen der großen Distanz zwischen Erde und Mars – nicht live beobachten, doch es gab zahlreiche Livestreams, die das Ereignis trotzdem genau verfolgt haben. Die US-Raumfahrtorganisation Nasa, die den Rover „Perseverance“ am 30. Juli 2020 auf die lange Reise zum Mars geschickt hat, hat das große Ereignis natürlich ausführlich begleitet. Um 20.15 Uhr startete der englischsprachige Livestream unter anderem bei Youtube und Facebook.

Mars-Landung im Livestream: Nasa übertrug das Ereignis im Internet

Wer sich die Landung auf dem Mars lieber mit deutschsprachigen Erläuterungen anschauen wollte, wurde ebenfalls fündig: Die Stiftung Planetarium sendete einen Livestream zur Mars-Landung in deutscher Sprache. Experten berichteten im Livestream über die bisherige Erforschung des Mars und erläuterten die Nasa-Mission des Rovers „Perseverance“. Kurz vor der Landung auf dem Mars wurde zum Livestream der Nasa umgeschaltet – wo das Landemanöver live verfolgt werden konnte.

21.38 UhrDer Rover Perseverance trennt sich von der so genannten Cruise Stage
21.48 UhrDer Rover tritt mit seinem Hitzeschild in die Mars-Atmosphäre ein – die sieben Minuten des Schreckens beginnen
21.49 UhrMit einer Geschwindigkeit von etwa 19.000 km/h rast der Rover durch die Mars-Atmosphäre. Kleine Triebwerke helfen, ihn auf Kurs zu halten
21.50 UhrDie autonomen Steuerungssysteme des Rovers korrigieren jede Abweichung vom Ziel
21.52 UhrEntfernung vom Landepunkt: ca. 21 Kilometer. Mit einer Geschwindigkeit von immer noch 1.700 km/h richtet sich der Rover richtig aus
21.52 UhrDer Fallschirm des Rovers öffnet sich und bremst die Raumsonde weiter ab – bis auf etwa 260 km/h.
21.52 Uhr20 Sekunden später: Der Rover trennt sich vom Hitzeschild. Kamera, Mikrofone und die anderen Instrumente des Rovers beginnen nun, aufzuzeichnen. Das Radar und Navigationssystem starten.
21.53 UhrEntfernung vom Landepunkt: ca. 5 Kilometer. Das Navigationssystem ermittelt anhand der Umgebung den richtigen Kurs für den Rover.
21.54 UhrDie Abstiegstriebwerke des Rovers zünden und bremsen weiter ab.
21.54 UhrFür die letzten 20 Meter hat der Rover noch eine Geschwindigkeit von etwa 3,2 km/h.
21.54 UhrDas Skycrane-Manöver beginnt: Der Rover wird an langen Kabeln Richtung Boden abgeseilt.
21.55 UhrTouchdown: Die Räder des Rovers Perseverance berühren den Boden des Mars, der Skycrane entfernt sich und legt in einiger Entfernung eine Bruchlandung hin.
Uhrzeiten entsprechen den Zeiten, zu denen die Signale auf der Erde ankommen. Auf dem Mars passiert alles 11 Minuten und 22 Sekunden früher.Quelle: Nasa

„Mars 2020“-Mission der Nasa: Warum man Landungen auf dem Mars nicht live sehen kann

Tatsächlich durfte man dabei jedoch keine Live-Bilder vom Mars erwarten. Der rote Planet war zur Landung des Rovers „Perseverance“ mehr als 200 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – nach Angaben der Nasa dauerte es bei der Landung des Rovers genau 11 Minuten und 22 Sekunden, bis ein Signal vom Mars auf der Erde ankam. Von live kann also keine Rede sein. Außerdem konzentrierten sich alle Bemühungen der Nasa darauf, den Rover heil zu landen – die nicht unbedingt benötigten Instrumente des Rovers werden erst spät im Landemanöver aktiviert, wichtige Instrumente werden für die Landung selbst benötigt. Die Nasa-Mitarbeitenden im Kontrollzentrum erhielten Daten von der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), die die Landung aus der Mars-Umlaufbahn beobachtete und Informationen Richtung Erde schickte. Dabei handelte es sich im ersten Schritt nicht um Bilder.

Wer die Mars-Landung im Livestream schaute, hat häufig das Nasa-Kontrollzentrum gesehen und Menschen, die auf Bildschirme starrten, um wichtige Signale vom Mars nicht zu verpassen. Die Nasa zeigte im Livestream jedoch auch Animationen zeigen, die verdeutlichten, wie die Mars-Landung aussehen müsste. Außerdem bekam man live mit, dass die ersten Signale vom Rover „Perseverance“ im Kontrollzentrum der Nasa ankamen.

Doch zuvor war erst einmal angespanntes Warten angesagt: Die „sieben Minuten des Schreckens“ haben ihren Namen nicht umsonst erhalten. Der Name rührt daher, dass die Mars-Landung etwa sieben Minuten dauert – und die ersten Signale davon erst dann auf der Erde eintreffen, wenn die gesamte Landung auf dem Mars bereits vorbei ist. Die FR begleitete die Landung des „Mars 2020“-Rovers „Perseverance“ im Liveticker.

„Mars 2020“-Mission: Nasa-Rover „Perseverance“ soll Mars geologisch erforschen

Nachdem die durchaus anspruchsvolle Landung auf dem Mars gelungen ist, soll der Rover „Perseverance“ den roten Planeten geologisch untersuchen. Hintergrund der Forschung ist – wie eigentlich immer bei Missionen zum roten Planeten – die Frage, ob der Mars einst lebensfreundlich war oder es vielleicht sogar heute noch ist.

Der Nasa-Rover „Perseverance“ wird mittels „Skycrane“-Manöver auf dem Mars abgesetzt. Es ist das Ende der „Sieben Minuten des Schreckens“. Die Nasa wird die Landung auf dem Mars im Livestream zeigen.

„Perseverance“ ist nach Angaben der Nasa der „größte, schwerste, sauberste und technisch ausgefeilteste sechsrädrige Geologe, der je in den Weltraum befördert wurde“. Etwa 2,2 Milliarden Euro hat der etwa eine Tonne schwere und drei Meter lange Rover gekostet. An Bord sind unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente, 23 Kameras und ein Laser. Auch eine Technologie-Demonstration hat „Perseverance“ dabei: Der kleine Helikopter „Ingenuity“ soll zeigen, ob in der dünnen Atmosphäre des Mars Flüge möglich sind.

Erforschung des Mars: Zahlreiche Geräte erkunden den Planeten

Der Nasa-Rover „Perseverance“ und sein Begleiter „Ingenuity“ sind nicht die einzigen Geräte, die den Mars erforschen sollen. Im Februar sind bereits die arabische Raumsonde „Hope“ und die chinesische Sonde „Tianwen-1“ in Umlaufbahnen um den Mars eingeschwenkt. Während die erste arabische Raumsonde „Hope“ den Mars nur aus dem Orbit erkunden soll, wird die chinesische Raumsonde „Tianwen-1“ in einigen Monaten ebenfalls einen Rover auf dem Mars herabschicken.

In dieser Illustration ihres Landeanflugs auf den Mars verlangsamt sich die Sonde mit dem «Perseverance»-Rover der NASA.

Außerdem forschen der seit 2012 aktive Rover „Curiosity“ und der 2018 gelandete stationäre Lander „InSight“ auf der Oberfläche des Mars, zudem umkreisen derzeit acht Orbiter aus sechs Nationen den roten Planeten. Einer dieser Orbiter hat erst kürzlich in der Mars-Atmosphäre Wasserdampf entdeckt. (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © dpa

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