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Infektion mit der Corona-Variante Omikron – So sieht ein milder Verlauf aus

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Von: Anna Charlotte Groos

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Geht es darum, den Schweregrad einer Corona-Infektion einzustufen, ist unter anderem immer wieder die Rede von einem „milden“ oder „leichten“ Verlauf. Doch was heißt das eigentlich?
Geht es darum, den Schweregrad einer Corona-Infektion einzustufen, ist unter anderem immer wieder die Rede von einem „milden“ oder „leichten“ Verlauf. Doch was heißt das eigentlich? © Patrick Pleul/dpa

Die Corona-Variante Omikron soll eher für einen „milden“ Krankheitsverlauf sorgen. Doch auch hier verbergen sich mehr Symptome, als manche erwarten würden.

Frankfurt – Geht es darum, den Schweregrad einer Corona-Infektion einzustufen, ist unter anderem immer wieder die Rede von einem „milden“ oder „leichten“ Verlauf. Auch die neue Omikron-Variante des Coronavirus soll laut verschiedener – zum Teil allerdings vorläufig veröffentlichter – Studien zu einem eher milden Verlauf im Vergleich zur Delta-Variante führen.

Doch was bedeutet das eigentlich? Ist man bei einem milden Verlauf wirklich weniger stark krank oder könnte dieser auch für einen Krankenhausaufenthalt sorgen?

Milder oder schwerer Corona-Verlauf: Einstufungen von RKI und WHO

Das Robert-Koch-Institut (RKI) unterscheidet in einem Papier zwischen vier verschiedenen Einstufungen: einer asymptomatischen Corona-Infektion, einer leichten/moderaten Erkrankung, einer schweren sowie einer kritischen Erkrankung. Dabei orientiert sich das Institut an Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Laut RKI verlaufen die meisten Corona-Erkrankungen moderat

Zusammengefasst bedeutet diese Einstufung, dass ein leichter Verlauf einer Corona-Infektion zwar nicht dafür sorgt, dass der oder die Betroffene künstlich beatmet werden muss oder in Lebensgefahr schwebt. Jedoch können auch Grippe- und Erkältungssymptome oder der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn bis zu 14 Tagen anhalten und sehr unangenehm sein. Zudem können Menschen mit mildem Verlauf auch an Long-Covid erkranken.

Insgesamt leiden laut RKI 42 Prozent aller Corona-Patienten unter Husten, 26 Prozent bekommen Fieber, 31 Prozent zusätzlich Schnupfen und etwa jeder Fünfte erleidet eine Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns. Auch Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, eine Entzündung der Augenbindehaut, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie und Benommenheit zählen laut RKI zu den möglichen Symptomen eines moderaten Verlaufs.

Laut RKI verlaufen etwa 80 Prozent der Corona-Erkrankungen mild bis moderat. Bei ungefähr 15 Prozent der Erkrankten tritt im Verlauf der Infektion nach etwa sieben bis zehn Tagen nach Symptombeginn eine Verschlechterung auf. Dabei kommt es zu Atembeschwerden und/oder einem verminderten Sauerstoffgehalt im Blut. Ein leichter Verlauf kann sich nach einigen Tagen also auch noch zu einem schweren oder kritischen Verlauf entwickeln.

Corona-Infektion: Keine allgemeingültigen Aussagen zu „typischem“ Verlauf

Schwere Verläufe sind laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) besonders bei älteren Personen, Männern, Raucher:innen, Menschen mit starkem bis sehr starkem Übergewicht, Schwangeren sowie Menschen mit Trisomie 21 beobachtet worden. Außerdem stellen Vorerkrankungen des Herz-Kreuslauf-Systems, chronischen Lungenerkrankungen, chronischen Nieren- und Lebererkrankungen, neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen (z. B. Demenz), Diabetes, Krebserkrankungen und eine Schwächung des Immunsystems ein Risiko dar.

Doch auch bei jüngeren Menschen und Personen ohne Vorerkrankungen könnte es zu schweren Verläufen kommen, schreibt die BZgA. Weil die Krankheitsverläufe häufig unspezifisch und vielfältig seien und zudem stark variieren würden, ließen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Verlauf von Covid-19 machen. „Eine Infektion kann ganz ohne Krankheitszeichen (asymptomatisch) bleiben, häufig kommt es zu leichten Symptomen. Schwerwiegende Krankheitsverläufe mit Lungenversagen und Tod sind möglich.“

Lungenentzündung nach Corona-Infektion auch bei leichten Symptomen möglich

Auch eine Studie, die im September 2020 im Fachmagazin Der Radiologe veröffentlicht wurde, legt nahe, dass eine Corona-Infektion häufiger als bislang angenommen zu einer Lungenentzündung führen könnte. Jedoch „nicht nur bei schwer erkrankten hospitalisierten Patienten, sondern auch bei Fällen mit nur leichten oder sogar unspezifischen Symptomen“, schreiben die Forschenden.

An der Studie waren fünf radiologische Praxen und zwei Kliniken in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg beteiligt. Insgesamt wurden 50 Patient:innen zwischen 30 und 89 Jahren untersucht, die eine radiologische Lungenentzündung aufwiesen und sich mit Corona infiziert hatten. Die Mehrheit der Patient:innen (26 von 50) hatte jedoch entweder gar keine oder nur geringe unspezifische Symptome. Es folgten leichte Symptome eines grippalen Infektes (17 von 50). Sieben Patient:innen wiesen laut dem Forscher-Team eine schwere Verlaufsform auf.

Omikron-Variante: Milde Verlaufsform schürt Hoffnung auf Pandemie-Ende

Hinsichtlich der sich ausbreitenden Omikron-Variante zeigen sich einige Wissenschaftler:innen vorsichtig optimistisch. Die neue Variante gilt zwar als deutlich ansteckender, soll jedoch im Vergleich zur Delta-Variante zu eher milden Verläufen führen. Laut einer Studie des Imperial College London ist das Risiko einer Krankenhauseinweisung bei der Omikron-Variante im Vergleich zu Delta 20 bis 25 Prozent geringer. Außerdem soll sich die Zeit des Krankenhausaufenthalts verkürzen.

Langfristig könne Omikron daher das Ende der Corona-Pandemie einleiten und zu einer Epidemie führen, urteilte der Virologe Christian Drosten. Doch weil noch nicht genügend Menschen in Deutschland geimpft seien, sei es dafür noch zu früh, schreibt er auf Twitter. Derzeit bereiten den Expert:innen besonders die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante und die zu erwartende Überlastung des Gesundheitssystems Sorgen. (Anna Charlotte Groos)

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