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Ist die akute Corona-Erkrankung vorbei, folgen in mindestens 10 Prozent der Fälle Long-Covid-symptome. Es gibt immer mehr Forschungsergebnisse dazu.
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Ist die akute Corona-Erkrankung vorbei, folgen in mindestens 10 Prozent der Fälle Long-Covid-symptome. Es gibt immer mehr Forschungsergebnisse dazu.

Long-Covid-Studien

Long Covid: Langzeitfolgen nach Corona-Erkrankung – Unterschied bei Männern und Frauen festgestellt

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Zu Long Covid gibt es immer mehr Studien. Forschende haben herausgefunden, dass ein milder Verlauf Post-Corona-Symptome begünstigt – vor allem Frauen sind betroffen.

Frankfurt - Wer sich mit dem Coronavirus infiziert und an Covid erkrankt, leidet in vielen Fällen an einer ein bis zwei Wochen andauernden heftigen grippeähnlichen Erkrankung. Seit dem Herbst ist bekannt, dass viele nach der Genesung immer noch Beschwerden ganz anderer Art spüren, sie leiden unter dem sogenannten Post-Covid-Syndrom oder Long Covid. Bei mehr als zehn Prozent der Patient:innen ist das nach ihrer Corona-Infektion der Fall. Mehrere Krankenhäuser haben bereits eine Long-Covid-Station eingerichtet.

Noch gilt Long Covid gilt als Rätsel für die Wissenschaft, auch weil die Beschwerden so unterschiedlich ausfallen. Immer mehr Forschende nehmen diese Folgeerscheinung aber unter die Lupe und es zeichnen sich immer mehr Erkenntnisse über die teils erhebliche Belastung für Long-Covid-Patient:innen ab.

Corona: Ursache von Long Covid könnte eine Autoimmunreaktion des Körpers auf das Virus sein

Genaue Angaben, wie viele Menschen unter Long Covid leiden gibt es nicht, weil die Krankheit anders als die Infektion mit dem Coronavirus nicht meldepflichtig ist. Forschende gehen von rund zehn bis 20 Prozent aus. 13 Prozent litten einen Monat nach der akuten Covid-Erkrankung noch unter Post-Covid-Symptomen, zwei Prozent merken die Folgen noch nach drei Monaten und länger.

Wodurch Long Covid ausgelöst wird, ist noch unklar. Es wird aber vermutet, dass es sich um eine Autoimmunreaktion des Körpers auf das Virus handelt, das heißt der Körper greift eigene Zellen oder eigenes Gewebe an. 

Long Covid: Beschwerden reichen von Erschöpfung, Gedächtnis-Problemen zu Herz-Kreislauf-Erkrankung

Betroffene spüren oft noch Wochen und Monate nach der Infektion Erschöpfung und eine geringe Belastbarkeit, beides als „Fatigue-Syndrom“, also Müdigkeits-Syndrom, bekannt. Bei anderen kommt es vermehrt zu Depressionen und Angstzuständen oder Atemnot und Muskelschmerzen.

Eine weitere Ausprägung sind neurologischer Art, wie der Verlust oder die Veränderung des Geschmacks- und Geruchssinns, des Seh- und des Hörvermögens sowie Gedächtnis- und Wortfindungsstörungen. Auch eine Beeinträchtigung des Magen-Darm-Trakts und des Herz-Kreislauf-Systems können Langzeitfolgen sein.

Im Mittelpunkt der Long-Covid-Forschung: Worin liegt die Ursache für welche Langzeitfolgen?

Ein internationales Wissenschaftsteam hat Daten von 4000 Infizierten und deren Symptome analysiert. Sie versuchten eine Vorhersage zu treffen, welcher Verlauf einer akuten Infektion auf welche Langzeitfolgen schließen lassen. Sie fanden heraus, dass bestimmte Gruppen ein höheres Risiko für Long-Covid-Erkrankung haben.

  • Frauen unter 50 Jahren - Wahrscheinlichkeit fünf Mal höher als bei Männern
  • Ältere Menschen
  • Übergewichtige
  • Corona-Erkrankung mit mehreren gleichzeitig auftretenden Symptomen

Leiden Patient:innen während ihrer akuten Corona-Erkrankung in der ersten Woche an fünf oder mehr Krankheits-Symptomen, ist die Wahrscheinlichkeit, an Long Covid zu erkranken, wesentlich höher. Je mehr Beschwerden auftreten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Patient:innen mit Spätfolgen kämpfen werden. Fünf Symptome deuten besonders auf Langzeitfolgen hin, kommen weitere wie Fieber oder Geruchsverlust hinzu, steigt das Risiko an Long Covid zu erkranken weiter.

Fünf zeitgleich auftretende Symptome während Corona-Erkrankung deuten auf Long Covid hin

  • Atemlosigkeit
  • Heiserkeit
  • Muskelschmerzen
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen

Long Covid: Risikogruppe junge Frauen - weil Männer immunologisch schlechter ausgestattet sind

In der Genetik von Männern und Frauen könnte die Ursache dafür liegen, dass die meisten Long-Covid-Erkrankungen Frauen zwischen 20 und 40 treffen, wie Jördis Frommhold sagt. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin und Lungenkrankheiten in Heiligendamm. Junge Frau seien immunologisch stärker, weil sie in dieser Zeit biologisch dafür gerüstet sind, Kinder gebären zu können. Männer hingegen leiden häufiger an schweren Verläufen.

Infolge ihrer Immunstärke hätten Frauen häufiger milde Krankheitsverläufe - die wiederum führen leichter zu Autoimmunerkrankungen. Der Grund ist: Bei schweren Verläufen muss der Körper zur Bekämpfung alles geben, bei leichteren schwelen Entzündungsreaktionen länger - und können sogar chronisch werden.

Coronavirus

Alle Informationen zu Sars-CoV-2 finden Sie in den Corona-News.

Long Covid nach Corona-Infektion: Vergesslichkeit und „gravierende neurologische Ausfälle“

Die neurologischen Ausfälle seien besonders gravierend, berichtet die Ärztin. Patient:innen würden gelesene Texte nicht mehr verstehen und sich Handlungen, Termine oder Orte nicht merken können - und das ohne, dass es spezifische Veränderung im Gehirn gäbe. Die Ungewissheit und das nicht absehbare Ende bedeute häufig enormen psychischen Stress.

Eine Studie aus den USA, in der 73.000 Krankenakten von Personen mit milden Verläufen ausgewertet wurden, hat sogar ein erhöhtes Sterberisiko von 60 Prozent im ersten halben Jahr nach der Corona-Infektion festgestellt. Bei vielen wurden die typischen Long-Covid-Symptome diagnostiziert. Die Forschenden schlossen daraus: Die Folgen einer Ansteckung mit Covid-19 sind schwerwiegender als die einer Grippeinfektion. (Sophie Vorgrimler)

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