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Frittieren belastet die Umwelt ungemein.
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Frittieren belastet die Umwelt ungemein.

Öko-Logisch

Lob der Pellkartoffel

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Wer hätte das gedacht? Auch Kochen verschmutzt die Luft. Vor allem das Frittieren belastet die Umwelt ungemein.

Dieselruß, Abgase aus Holz-Öfen, Emissionen aus Industrieanlagen – das sind die üblichen Verdächtigen, wenn es um die Gefahr durch die feinen Partikel in der Luft geht. Sie können Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen, weswegen der Kampf gegen sie vordringlich ist. Kaum beachtet wird bisher eine weitere Partikel-Quelle: das Kochen.

Auf deren Spur ist ein britisches Forschungsteam der Universität Birmingham gekommen. Laut ihrer Analyse können die Emissionen, die beim Kochen – und zwar vor allem durch das Frittieren - entstehen, zehn Prozent der Partikelverschmutzung in Städten und mehr ausmachen. Erschwerend kommt hinzu: Diese Partikel können anders als ähnliche Schadstoffe tagelang in der Atmosphäre überleben, anstatt dort zerstört zu werden.

Der Grund: Die beim Kochen entstehenden Fettsäure-Moleküle reagieren mit anderen Molekülen, die sich natürlicherweise in der Erdatmosphäre finden. Dabei bildet sich eine Beschichtung um den Partikel, und diese schützt die Fettsäure vor aggressiven Gasen wie Ozon, die sie sonst aufbrechen würden.

Partikelschleuder Kochen

Die Folgen sind nicht ohne, so zumindest die Forschenden. Die „Koch-Partikel“, die etwa auch gefährlichen Dieselruß andocken können, können sich wegen der langen Lebensdauer erstens viel weiter ausbreiten und Menschen gefährden. Zweitens gibt es Effekte aufs Klima. Und das geht so: Die Moleküle reagieren in der Luft mit Wasser, was wiederum die Fähigkeit von Wassertropfen beeinflusst, Wolken zu bilden. Laut den Fachleuten kann das nicht nur die Niederschläge verändern, sondern auch, wie viel Sonnenlicht von der Wolkendecke reflektiert oder aber von der Erde absorbiert wird. Ergo: Kochen verändert die globale Temperatur. Zwar wohl kaum so viel, wie Autofahren oder Kohlekraftwerke betreiben, aber immerhin.

Vor allem wegen der Gesundheitsgefahr muss hier etwas unternommen werden, meinen die Fachleute. In London machten die „Kochpartikel“ nach den Messungen zehn Prozent der besonders gefährlichen PM2,5-Partikel aus, in chinesischen Städten waren es sogar bis zu 22 Prozent. Vor allem die Fast-Food-Anbieter haben sie dabei im Blick, bei denen das Frittieren ja das Kerngeschäft ist. Die Abluft müsse besser gefiltert werden, empfehlen sie. Und für zu Hause vielleicht: Pellkartoffeln statt Pommes.

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