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Lichtverschmutzung

Licht schadet auch Insekten im Wasser

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Künstliches Licht hat auch auf Insekten im Wasser einen Staubsaugereffekt. Helfen würde es, die direkte Beleuchtung von Wasseroberflächen zu vermeiden.

Licht zieht Mücken an. Das wissen die meisten Menschen seit ihrer Kindheit; man kennt den Anblick von Insekten, die um eine Straßenlaterne schwirren. Bereits seit längerem ist belegt, dass künstliches Licht bei Nacht Ökosystemen schadet: Die Leuchtkörper wirken auf Fluginsekten wie ein Staubsauger, verändern deren Verhalten und Funktion. So können die Insekten unter anderem ihrer Aufgabe als Pflanzenbestäuber nicht mehr recht nachkommen. Deshalb ist im Insektenschutzgesetz verankert, dass Leuchten so beschaffen sein sollten, dass sie Fluginsekten möglichst nicht anziehen.

Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei hat nun festgestellt, dass künstliches Licht auch auf Insekten im Wasser den Staubsaugereffekt hat. Das Team um Franz Hölker folgert daraus, dass die derzeitigen Strategien zur Reduktion der Lichtverschmutzung nicht ausreichen, um aquatische Insektenarten zu schützen.

Grell erleuchtete Ufer

Insbesondere die Ufer von Flüssen und Seen sind oft dicht bebaut und nachts hell erleuchtet. Ziel der Forschenden war es deshalb, herauszufinden, welchen Effekt das auf Insekten und Larven im Wasser hat.

Um das zu untersuchen, gingen sie an einen Ort, wo es nachts noch richtig dunkel ist: Im Sternenpark Westhavelland baute das Team Unterwasserfallen für Insekten auf und installierte künstliches Licht verschiedener Wellenlängen. Das Ergebnis: „In den beleuchteten Gewässerabschnitten fanden wir signifikant mehr Insekten in den Fallen als in den unbeleuchteten“, erläutert Franz Hölker. Das zeige, dass der Staubsaugereffekt von künstlichem Licht selbst noch unter Wasser Wirkung zeigt. Insekten würden dadurch bei der Nahrungs- und bei der Partnersuche beeinträchtigt und könnten auch leichter Beute räuberischer Arten werden.

Allerdings gebe es einen Unterschied zu an Land und in der Luft lebenden Insekten: So würden die meisten Wasserinsekten offenbar eher von langwelligem als kurzwelligem Licht anzogen. Wasser wirke wie ein optischer Filter, der das Lichtspektrum und die Intensität verändere. Während zum Schutz von Fluginsekten der Blauanteil reduziert werden sollte (deshalb verbreiten neue Straßenlaternen gelbliches Licht), helfe das Wasserinsekten nicht. Zu ihrem Schutz wäre es nach Ansicht der Forschenden sinnvoll, die direkte Beleuchtung von Wasseroberflächen zu vermeiden sowie Flächen am Ufer nicht mehr so stark und auch kürzer zu beleuchten.

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