Das Artensterben beginnt vor der eignen Haustür.
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Das Artensterben beginnt vor der eignen Haustür.

Öko-Logisch

Der Feldhamster ist vom Aussterben bedroht

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Nun erwischt es also auch den Feldhamster. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat ihn auf die Rote Liste der bedrohten Arten gesetzt.

Er gilt nun in seinem ganzen Verbreitungsgebiet als vom Aussterben bedroht. Dass „Cricetus cricetus“, auch Europäischer Hamster genannt, in den Ländern der EU selten geworden ist, ist seit langem bekannt. Hier ist er streng geschützt. Die Hoffnung der Experten, es gebe noch jede Menge dieser Nager aus der Familie der „Wühler“ in Osteuropa und Russland hat getrogen. Auch dort sind sie, wie sich jetzt zeigte, selten geworden. Die IUCN gibt der Art bestenfalls noch 30 Jahre. Dann ist sie Geschichte, wenn kein Wunder geschieht.

Der Mensch hat ganze Arbeit geleistet. Für die Bauern war der Feldhamster lange eine echte Plage. Er untertunnelte die Felder und fraß einen Teil der Ernte weg. Das bekam ihm nicht gut. Es gab Prämien für erlegte Hamster, Hamsterbaue wurden begast. Inzwischen macht der Art die industrielle Feldbewirtschaftung, die zunehmende Bebauung von Agrarflächen und die Isolation der wenigen verbliebenen Hamster zunehmend den Garaus.

Doppelrolle des Menschen beim Artensterben

Der Fall Feldhamster zeigt es überdeutlich: Das globale Artensterben spielt sich, nicht nur in Regenwäldern oder fernen Meeresregionen ab, sondern auch quasi vor der eigenen Haustür: Er steht stellvertretend für tausende heimischer Tier- und Pflanzenarten, die unter den Folgen der Intensivlandwirtschaft, des Flächenfraßes und der Veränderung von Lebensräumen durch den Klimawandel leiden.

Das Update der Roten Liste macht wenig Hoffnung auf eine Trendumkehr – weltweit. Von den darauf wissenschaftlich erfassten 120 372 Tier- und Pflanzenarten befindet sich inzwischen ein Viertel in den höchsten Gefährdungskategorien. Die Umweltstiftung WWF spricht vom „größten Artensterben“ seit dem Verschwinden der Dinosaurier“ und verweist zutreffend auf die gefährliche Doppelrolle des Menschen dabei hin: Einerseits zerstört er Lebensräume von Arten und feuert damit das Artensterben an. Auf der anderen Seite ist Artenvielfalt die Grundlage für funktionierende Ökosysteme, von denen der Mensch am Ende selbst abhängt. „Eine intakte und vielfältige Natur gibt uns Nahrung, sauberes Wasser und andere Rohstoffe, reguliert das Klima und fungiert als Bollwerk gegen Krankheiten und Pandemien“, so der WWF. Sein Wort in unser Ohr.

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