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Ein Bild von der Erde. Ersetzt man die Sonne durch einen roten Zwergstern, so könnte es einen Eindruck von einem hyzeanischen Planeten wiedergeben.
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Ein Bild von der Erde. Ersetzt man die Sonne durch einen roten Zwergstern, so könnte es einen Eindruck von einem hyzeanischen Planeten wiedergeben.

Weltraum

Neue Klasse von Planeten entdeckt – Auf ihnen könnte Leben möglich sein

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Forschende aus Cambridge identifizieren eine neue Klasse von Planeten. Sie sind ganz anders als die Erde – könnten aber trotzdem bewohnbar sein.

Cambridge - Der große Traum vom Leben außerhalb der Erde, illusorisch, beheimatet im Reich der Fantasie, der Science-Fiction? Eine Erkenntnis von Forschenden der britischen Universität Cambridge hat diese Annahme, dass es auf fernen Planeten Leben gibt, wahrscheinlicher gemacht. Denn die Astronominnen und Astronomen um Nikku Madhusudhan machten eine neue Klasse von potenziell bewohnbaren Planeten aus, die zwar völlig anders als die Erde sind, aber gleichwohl Bedingungen bieten sollen, die Leben ermöglichen: Die Luft glutheiß, die Oberfläche bedeckt mit Ozeanen und die Atmosphäre voller Wasserstoff – so etwa kann man sich diese nach unserem Verständnis exotisch anmutenden Himmelskörper vorstellen.

Hyzeanische Planeten könnten in ihren Ozeanen Mikroben beherbergen – wie die Erde

Die Forschenden haben für diese neue Klasse von Planeten den Begriff „hyzeanisch“ gefunden – eine Kombination aus „hydrogen“ (Wasserstoff) und ozeanisch. Planeten dieser Klasse können nach Ansicht der britischen Wissenschaftler:innen bis zu 2,6 Mal größer und wesentlich heißer sein als die Erde, ihre Atmosphäre könnte es auf Temperaturen von bis zu 200 Grad Celsius bringen. Das klingt erstmal wenig behaglich, doch das Forschungsteam geht davon aus, dass die Ozeane auf diesen Planeten Mikroben wie auf der Erde beherbergen könnten. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin „Astrophysical Journal“.

Mit den hyzeanischen Planeten würde die Liste der potenziell habitablen – bewohnbaren – Kandidaten auf einen Schlag größer – denn zumindest in dem Bereich des Universums, den die Menschen zu beobachten imstande sind, gibt es viel mehr Himmelskörper mit diesen Eigenschaften als erdähnliche Planeten. Bisher hatte sich die Wissenschaft bei der Suche nach außerirdischem Leben vor allem auf Planeten konzentriert, die in ihrer Größe, Masse, Temperatur und bei der Zusammensetzung ihrer Atmosphäre der Erde ähnlich sind.

Exoplanet K2-18b umkreist einen roten Zwerg

Die Astronomen und Astronominnen aus Cambridge hatten sich für ihre Untersuchung vor allem einen Planeten mit Namen K2-18b vorgenommen. Dieser umkreist den 110 Lichtjahre entfernten Stern K2-18, einen roten Zwerg. Die Entdeckung dieses Planeten sorgte bereits vor einigen Jahren für Aufsehen, weil sich in Daten des Hubble-Weltraumteleskops Hinweise fanden, dass die Atmosphäre des Planeten Wasserdampf enthält. Bei K2-18b handelt es sich um einen sogenannten Mini-Neptun. Damit werden Planeten bezeichnet, die kleiner sind als Neptun, der äußerste und viertgrößte Planet in unserem Sonnensystem, aber zu groß, um wie die Erde aus Gestein zu bestehen.

„Hyzeanische Planeten eröffnen uns ganz neue Möglichkeiten bei der Suche nach Leben da draußen“, wird Nikku Madhusudhan in einer Mitteilung der Universität Cambridge zitiert. Denn Himmelskörper mit solchen Eigenschaften seien bei der Mehrzahl der bisher entdeckten Exoplaneten (Planeten außerhalb unseres Sonnensystems) in der Mehrzahl. Doch anders als Super-Erden wurden sie bisher noch nicht eingehend untersucht.

Exoplaneten: Suche nach Biomarkern, die auf Leben hinweisen könnten

Der Begriff Super-Erden bezeichnet erdähnliche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, deren Masse zwischen der unseres Heimatplaneten und der des 14 Erdmassen umfassenden Uranus liegt.

Bei der Suche nach potenziell bewohnbaren Planeten konzentrierten sich die britischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem auf Biomarker, die auf Planeten mit einer weniger sauerstoffreichen Atmosphäre als der unserer Erde auf Leben hinweisen können. Zu diesen Biomarkern gehören Methylchlorid oder Dimethylsulfid. Auch das Forschungsteam aus Cambridge hatte zunächst die Super-Erden im Fokus, schwenkte dann aber im Laufe der Arbeit um. „Bisher haben wir uns bei der Suche nach verschiedenen molekularen Signaturen auf erdähnliche Planeten fokussiert“, erklärt Nikku Madhusudhan. „Aber wir denken, dass hyzeanische Planeten eine größere Chance bieten, solche Biosignaturen zu finden.“

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Wissenschaft sucht auf K2-18b nach Anzeichen für Leben

Im System K2-18 identifizierten die Forschenden eine Gruppe von Himmelskörpern, von denen sie annehmen, dass es sich um hyzeanische Planeten handelt. Sie ziehen ihre Bahnen alle etwa 35 bis 150 Lichtjahre von der Erde entfernt, was nach kosmischen Dimensionen keine große Distanz ist. Diese Planeten sollen nun mit dem James Webb Weltraumteleskop eingehender untersucht werden, das Ende des Jahres seinen Dienst aufnehmen soll.

Dann wollen die Forschenden aus Cambridge auch auf K2-18b nach Anzeichen für Leben suchen. „Falls wir dort eine Biosignatur finden sollten, würde das unser Verständnis von Leben im Universum völlig verändern“, sagt Nikku Madhsudhan. Und: „Wir müssen offen sein in Bezug darauf, wo wir erwarten, Leben zu finden und welche Formen dieses Leben annehmen kann. Denn die Natur überrascht uns immer wieder mit oft unvorstellbarer Wegen.“ (Pamela Dörhöfer)

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