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Lauterbach stellt Bezahlung von Homöopathie durch Krankenkassen infrage

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Von: Tanja Banner

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Das Ende der Globuli als Kassenleistung? Gesundheitsminister Karl Lauterbach stellt die Bezahlung von Homöopathie durch Krankenkassen infrage. (Symbolbild)
Das Ende der Globuli als Kassenleistung? Gesundheitsminister Karl Lauterbach stellt die Bezahlung von Homöopathie durch Krankenkassen infrage. (Symbolbild) © imago images/STPP

Die Wissenschaft ist sich einig: Homöopathie wirkt nicht über den Placebo-Effekt hinaus – trotzdem zahlen viele Krankenkassen die Mittel.

Berlin – Zahlreiche Krankenkassen zahlen ihren Mitgliedern homöopathische Arzneimittel. Das Angebot geht über die gesetzlichen Regelleistungen hinaus – die Satzungsleistung dient unter anderem dazu, Mitglieder zu werben. Doch für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel gibt es keine wissenschaftlichen Belege jenseits des Placebo-Effekts – weshalb die Tatsache, dass manche Krankenkasse die Mittel trotzdem zahlen, immer wieder auf Kritik stößt.

Nun hat sich auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dazu geäußert: „Obwohl die Homöopathie vom Ausgabenvolumen nicht bedeutsam ist, hat sie in einer wissenschaftsbasierten Gesundheitspolitik keinen Platz“, erklärte Lauterbach gegenüber dem Spiegel. „Deshalb werden wir prüfen, ob die Homöopathie als Satzungsleistung gestrichen werden kann.“

Karl Lauterbach kritisiert Homöopathie wegen fehlender wissenschaftlicher Evidenz

Das Bundesgesundheitsministerium verweist in diesem Zusammenhang auf den Trend der vergangenen Jahre: Laut Daten des Bundesverbandes der pharmazeutischen Industrie seien sowohl die Verordnungen als auch die Umsätze für homöopathische Präparate in der gesetzlichen Krankenversicherung rückläufig. Während die Kassen 2019 noch knapp neun Millionen Euro für homöopathische Leistungen wie Anamnese und Arzneimittel ausgaben, waren es 2020 nur noch 6,7 Millionen Euro.

In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter hatte Lauterbach die Homöopathie wegen der fehlenden wissenschaftlichen Evidenz kritisiert, 2019 forderte er, Krankenkassen die Mitfinanzierung von Homöopathie zu verbieten. Im März begrüßte der Bundesgesundheitsminister auf Twitter den Beschluss des Ärztetags, dass Ärztekammern künftig keine Weiterbildungen für Homöopathie mehr anbieten sollen. (tab/afp)

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