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Coronavirus

Neue Corona-Mutante: Lambda-Variante in Europa nachgewiesen– Das ist bereits bekannt

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Zuerst in Südamerika entdeckt, erreicht die Lambda-Variante des Coronavirus nun Europa. Ein Überblick, was zur Corona-Mutante schon bekannt ist.

Frankfurt/Lima – Zuerst wurde sie im Dezember 2020 in Südamerika festgestellt: Seitdem breitet sich mit C.37 eine weitere Variante des Coronavirus aus.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet die Lambda-Mutante seit dem 14. Juni als „Variante von Interesse“. Auch in Europa ist diese bereits angekommen. Doch was ist bislang überhaupt von der Mutante bekannt?

In Peru dominiert die Lambda-Variante des Coronavirus. Was ist bekannt?

Corona-Variante Lambda in Europa angekommen

Medienberichten aus Spanien zufolge sollen bei einem Corona-Ausbruch in der Region Kantabrien mindestens 80 Infektionen mit der Lambda-Variante nachgewiesen worden sein. Auch in Großbritannien gibt es laut Angaben von lokalen Gesundheitsbehörden mindestens acht Fälle. Wie die WHO mitteilt, habe es am 15. Juni 2021 bereits Nachweise aus 29 Ländern gegeben, darunter auch Peru, wo die Mutante zuerst entdeckt wurde. Seit April macht Lambda dort etwa 81 Prozent der sequenzierten Fälle aus, wie das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet. Laut der BBC seien auch jeweils ein Drittel der Corona-Infektionen in Chile und Argentinien auf C.37 zurückzuführen.

In Deutschland sind ebenfalls Fälle aufgetreten, jedoch vereinzelt: Im Virusvariantenbericht des Robert-Koch-Instituts vom 30. Juni wird der Anteil der Lambda-Variante nach Stichproben seit Mitte April mit 0,1 bis 0,2 Prozent angegeben.

Kappa, Gamma & Co.: Diese weiteren Corona-Varianten werden von der WHO beobachtet

Zum Vergleich: In der Kalenderwoche 15 Mitte April lag der Anteil der Delta-Variante in Deutschland ebenfalls bei 0,1 Prozent. In Kalenderwoche 24 (14. Juni bis 20. Juni) waren es 36,7 Prozent – Lambda hat sich in hierzulande also bislang nicht durchgesetzt.

Corona: WHO stuft Lambda als „Variante von Interesse“ ein – Was bedeutet das?

Corona-Mutanten, die genetische Veränderungen aufweisen, bedeutende Eigenschaften des Erregers verändern oder verändern könnten, führt die WHO in einer Liste der „Varianten von Interesse“ auf. Zu diesen Eigenschaften gehören neben der Übertragbarkeit auch die Schwere der ausgelösten Krankheit sowie die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe, Medikamente und Diagnoseverfahren.

Variante des CoronavirusBezeichnungLand mit dem ersten NachweisEinstufung der WHO
B.1.1.7AlphaVereinigtes Königreichbesorgniserregend
B.1.351BetaSüdafrikabesorgniserregend
P.1GammaBrasilienbesorgniserregend
B.1.617.2DeltaIndienbesorgniserregend
B.1.427/B.1.429EpsilonUSAunter Beobachtung
P.2ZetaBrasilienunter Beobachtung
B.1.525EtaAngolaunter Beobachtung
P.3ThetaPhilippinenunter Beobachtung
B.1.526IotaUSAunter Beobachtung
B.1.617.1KappaIndienunter Beobachtung
C.37LambdaPeruunter Beobachtung

Das bedeutet, dass Lambda bislang nicht als „besorgniserregende Variante“ eingestuft wird – im Gegensatz zu Alpha und Delta, bei denen bereits erwiesen ist, dass sie ansteckender sind, schwerere Verläufe mit Covid-19 verursachen könnten oder die Wirksamkeit der Impfstoffe geringer ausfällt. Ob Lambda womöglich schlechter vom Immunsystem bekämpft wird oder zu einer höheren Sterblichkeit führen könnte, ist laut Angaben der WHO bislang unklar. „Bisher gibt es keine Hinweise auf ein aggressiveres Verhalten der Lambda-Variante“, erklärte Virologe Jairo Méndez-Rico der Deutschen Welle. „Obwohl die Möglichkeit einer höheren Ansteckungsrate besteht, haben wir noch nicht ausreichend belastbare Studien, um sie mit Gamma oder Delta vergleichen zu können.“

Delta-Variante dominiert in Deutschland – Expertin warnt: „Das Ding geht durch die Decke“

Corona-Variante Lambda breitet sich aus: Bislang „keine Hinweise auf aggressiveres Verhalten“

Wie der für die Untersuchung von C.37 zuständige Mikrobiologe Pablo Tsukayama der BBC erklärte, seien keine anderen Symptome bei einer Infektion mit der Lambda-Variante gemeldet worden. Es könnten häufiger Darmprobleme auftreten, wie Ärzte berichtet hätten.

„Es ist wahrscheinlich, dass Sars-CoV-2 in seinem evolutionären Prozess zwar ansteckender wird, aber gleichzeitig nicht schädlicher für den Wirt“, so Méndez-Rico. Das wirksamste Mittel, wie gegen andere Mutanten, sei die Corona-Impfung. In Peru kommen vor allem die Vakzine von Biontech/Pfizer und Sinopharm zum Einsatz. Es gebe keinen Grund zur Annahme, dass die Vakzine bei Lambda weniger effektiv seien, heißt es von medizinischer Seite.(Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Mariana Bazo via www.imago-images.de

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