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Kombination von Impfstoffen

Corona: Kreuzimpfung erzeugt „signifikant stärkere Immunantwort“

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Eine Studie zur Corona-Impfung stärkt die Position der Ständigen Impfkommission – macht aber keine Aussagen zu Reaktionen und Sicherheit.

Frankfurt - Die Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Soumya Swaminathan, hatte in dieser Woche mit Äußerungen zur Kreuzimpfung für Verunsicherung gesorgt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters warnte sie in einem Onlinebriefing davor, dass Menschen eigenmächtig entscheiden, sich mit unterschiedlichen Vakzinen gegen Covid-19 impfen zu lassen. Solche Entscheidungen sollten den Verantwortlichen des Gesundheitswesens überlassen werden.

Bei flüchtigem Lesen hätte man das als Warnung vor Kreuzimpfungen auffassen können. Reuters zitierte Swaminathan mit der Aussage: „Es ist ein klein bisschen gefährlicher Trend.“

Corona-Impfung: Debatte über Kombination von Impfstoffen

Das Kombinieren von Vakzinen – als heterologes Impfschema oder Kreuzimpfung bezeichnet – hatte sie laut Reuters als „data free zone“ bezeichnet. Später hatte die WHO klargestellt, dass Daten aus Studien erwartet würden.

Eine Kreuzimpfung mit dem Vektorvakzin von Astrazeneca als erster und dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer als zweiter Dosis ruft laut Studie eine „signifikant stärkere Immunantwort“ hervor.

Gerade erst am Mittwoch erschien im Fachmagazin „nature medicine“ die Studie eines deutschen Forschungsteams zu den Immunantworten gegen Virusvarianten nach einer zweifachen Impfung mit Astrazeneca oder einer heterologen Impfung mit Astrazeneca und Biontech/Pfizer. Beteiligt waren unter anderem die Medizinische Hochschule Hannover und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung.

Corona: Kreuzimpfung von Astrazeneca und Bionteach „signifikant stärker“

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Kreuzimpfung mit dem Vektorvakzin von Astrazeneca als erster und dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer als zweiter Dosis eine „signifikant stärkere Immunantwort“ hervorruft als zweimaliges Impfen mit Astrazeneca allein. Einschränkend führen die Autorinnen und Autoren an, dass in ihrer Studie nur gesunde und relativ junge Menschen eingeschlossen waren. Außerdem habe man die Kreuzimpfung nicht gegen die Delta-Variante getestet und keine Daten zur Sicherheit und Reaktogenität gesammelt.

An der britischen Universität Oxford läuft eine weitere klinische Studie zum gleichen Impfschema, sie wurde kürzlich auf die Kombination von Astrazeneca mit Moderna (mRNA) und mit Novavax (Protein-Impfstoff, noch nicht zugelassen) ausgedehnt.

Kreuzimpfung gegen Corona: Stiko aktualisiert Empfehlung

In Deutschland hat die Ständige Impfkommission (Stiko) Anfang Juli ihre Impfempfehlungen im Hinblick auf Kreuzimpfungen aktualisiert. Menschen jeden Alters, die ihre erste Impfung mit Astrazeneca bekommen haben, sollen demnach bei der zweiten eine mRNA-Impfung erhalten.

Die Stiko begründet es damit, dass – wie durch die aktuelle Studie jetzt bestätigt – bei der Kreuzimpfung eine höhere und länger anhaltende Wirksamkeit zu erwarten sei.

Vor dem Hintergrund der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus‘ spielt auch der Faktor Zeit eine Rolle: Denn beim Impfen mit Astrazeneca allein beträgt der Abstand zwischen zwei Dosen mit neun bis zwölf Wochen, mehr als doppelt so viel. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Marco Ugarte/dpa

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