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Krebs-Studie: So können Vitamin D und zwei weitere Maßnahmen das Risiko senken

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Von: Sophia Lother

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Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland bekommen jährlich die Diagnose Krebs. (Symbolfoto)
Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland bekommen jährlich die Diagnose Krebs. (Symbolfoto) © Arne Dedert/dpa

Eine neue Studie mit über 2000 Teilnehmenden deckt auf: Eine Kombination aus Vitamin D und zwei weiteren Maßnahmen kann das Krebs-Risiko enorm senken

Frankfurt – Die Zahl an Krebserkrankungen in Deutschland steigt. Für das Jahr 2022 prognostizierten Fachleute einen erneuten Anstieg. Über 510.000 Neuerkrankungen werden erwartet, berichtet das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz). Doch warum steigen die Neuerkrankungsraten an Krebs derart? Einer der Hauptfaktoren ist die gestiegene Lebenserwartung.

Als Beispiel nennt das Forschungszentrum den Prostatakrebs. Während ein 35-jähriger Mann im Schnitt ein Risiko von unter 0,1 Prozent hat, im nächsten Jahrzehnt zu erkranken, steigt diese Gefahr im Zuge der Jahre. Bei 75-Jährigen liegt sie bei 6 Prozent. „Je länger Männer leben, desto höher wird auch ihr Risiko, Krebs zu bekommen“, betont das dkfz. Doch es gibt Möglichkeiten, das Krebs-Risiko im Alter zu senken. Eine aktuelle Studie deckt auf, wie mit einfachen Maßnahmen die Gefahr verringert werden kann.

Krebs-Neuerkrankungen bei FrauenKrebs-Neuerkrankungen bei Männern
Brustdrüse (30 Prozent)Prostata (24,6 Prozent)
Darm (11,5 Prozent)Lunge (13,3 Prozent)
Lunge (9,4 Prozent)Darm (12,8 Prozent)
Malignes Melanom der Haut (4,7 Prozent)Harnblase (5,1 Prozent)
Quelle: RKI (Krebs in Deutschland für 2017/2018)

Krebs: Gesundheits-Studie untersucht Auswirkungen von Vitamin D und anderen Maßnahmen

Eine im Fachmagazin Frontiers in Aging veröffentlichte Studie ging der Frage auf den Grund, wie Personen ab 70 ihr invasives Krebs-Risiko verringern können. Invasiv wird dann zur Beschreibung von Krebs genutzt, wenn es sich um einen bösartigen Tumor handelt, der in umgebendes Gewebe eindringen und so auch Blut und Lymphe erreichen kann. Forscherinnen und Forscher aus Zürich und Harvard haben hierfür eine großangelegte Studie mit mehr als 2000 Teilnehmenden verfasst. Einige kamen aus Deutschland, andere aus Österreich, der Schweiz, Frankreich oder Portugal. Sie waren im Schnitt rund 75 Jahre alt, allgemein gesund und fit. Alle wurden über einen Zeitraum von circa 3 Jahren mehrfach untersucht.

Die Forschenden wollten nun herausfinden, welchen Einfluss Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und einfache Kraftübungen für zu Hause auf das Krebs-Risiko der Teilnehmenden hatten. Damit die Aussagekraft der Studie gewährleistet war, wurden die Probandinnen und Probanden in insgesamt acht Gruppen eingeteilt. Sie bekamen entweder alle drei Maßnahmen zugewiesen, jeweils nur zwei oder jeweils nur eine. Außerdem wurde einer Gruppe statt Vitamin D oder Omega-3 ausschließlich Placebo verabreicht.

Vitamin D, Sport und Omega-3 gegen Krebs? Studie liefert Einblicke

Zwar haben vorhergehende Studien unter anderem bereits gezeigt, dass Vitamin D einen Einfluss auf das Krebs-Risiko haben kann, jedoch stach der Faktor innerhalb der vorliegenden Studie nur in geringem Ausmaß heraus. Denn die Auswertung zeigte nur relativ geringe Auswirkungen von Vitamin D, Omega-3 und Sport an sich betrachtet. Für die Gruppe an Teilnehmenden, bei der Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Kraftübungen kombiniert wurden, ergab sich jedoch ein anderes Bild.

Kombinierten die über 70-Jährigen die Einnahme von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren mit täglichen Kraftübungen, dann reduzierte dies das Krebsrisiko um 61 Prozent. „Das ist die erste kontrollierte Studie mit zufällig eingeteilten Gruppen, die zeigt, dass tägliche Vitamin D3 und Omega-3s Supplementierung (Nahrungsergänzung) sowie einfache Kraftübungen zu Hause das Krebsrisiko bei generell gesunden und aktiven über 70-Jährigen senken können“, erklärte Heike Bischoff-Ferrari vom Universitätsklinikum in Zürich laut Eurekalert!, einem Nachrichtenportal der Wissenschaftsgesellschaft AAAS. Die Forscherin fügte jedoch hinzu, dass künftige Studien den Fokus auf längerfristige Beobachtungszeiträume setzen müssten. (Sophia Lother)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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