In der Diagnostik der Radiologie der Universitätsmedizin wird mit Hilfe der Magnetresonanztomographie ein Tumor festgestellt.
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Der Standard bei der Diagnostik und Therapie von Krebs ist innerhalb der EU unterschiedlich.

Krebs

Krebstherapie: Überlebenschancen sollen sich für alle erhöhen

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Der Standard bei der Diagnostik und Therapie von Krebs ist innerhalb der EU unterschiedlich. Auf einer Tagung wollten Experten die Standards angleichen.

  • Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weiter
  • Nicht überall ist die Chance, eine Krebserkrankung zu überleben, gleich groß
  • Es wird an einem einheitlichen Standard bei der Versorgung von Krebspatienten in Europa gearbeitet

Die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, sind in der Europäischen Union nicht überall gleich und zum Beispiel in Deutschland wesentlich besser als in den östlichen Ländern. Die heute noch bestehenden Unterschiede zu nivellieren und den Menschen in allen EU-Staaten im gleichen Maße Zugang zu den modernsten und besten Diagnosemethoden und Therapien zu gewähren – das nannten Krebsspezialisten beim internationalen Expertentreffen „Improving Cancer in Europe“ vergangene Woche in Heidelberg als wichtiges Ziel. Veranstaltet wurde die Tagung, an der Wissenschaftler und Ärzte ebenso wie Politiker teilnahmen, vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Bundesgesundheitsministerium.

Krebs: Europaweit 12 Millionen Menschen betroffen

Die Zahl der Menschen, die an Krebs erkranken, wird angesichts des demographischen Wandels in den nächsten Jahren weiter steigen und die Gesundheitssysteme aller europäischen Länder damit vor Herausforderungen stellen. Bereits heute leben in Europa rund zwölf Millionen Menschen mit Krebs oder haben ihn überstanden. Nach aktuellen Schätzungen werden in diesem Jahr etwa 2,7 Millionen EU-Bürger an Krebs neu erkrankt und etwa 1,3 Millionen daran gestorben sein. Etwa ein Drittel aller Europäer muss damit rechnen, im Laufe des Lebens an einem bösartigen Tumor zu erkranken.

Krebspatienten sollen nach den gleichen Standards behandelt werden

Als wichtigen Schritt zu einem einheitlichen Standard bei der Versorgung von Krebspatienten in Europa nannten die Experten tragfähige Netzwerke und europäische Partnerschaftsmodelle. Eine wichtige Rolle dabei spielt ihrer Ansicht nach der Austausch von medizinischen und wissenschaftlichen Daten über die Landesgrenzen hinweg; nur auf diese Weise ließe sich das Potenzial neuer Methoden – etwa des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz zur Diagnostik – ausschöpfen.

Das gilt nach Ansicht der Krebsspezialisten umso mehr, als sich die Erkrankung mit zunehmenden Forschungserkenntnissen als immer heterogener erweist und sich selbst die gleiche Krebsart von Patient zu Patient deutlich unterscheidet. Nach heutigem Wissensstand ist Krebs eine sehr viel individuellere Erkrankung als jahrzehntelang angenommen. Entsprechend kommen auch verschiedene Möglichkeiten der Behandlung, oft auch Kombinationen verschiedener Therapien bei scheinbar ein und derselben Krebsart in Frage. Allerdings sind bei Weitem nicht alle Kliniken mit ihren Angeboten auf dem gleichen Stand – so dass das Überleben nicht allein vom Stadium und der Aggressivität der Erkrankung abhängt.

Kampf gegen Krebs: Die EU ist sehr engagiert

„Ein EU-weiter Zugang und Austausch von Daten nach unseren Regeln erleichtert die Forschung und verbessert die Versorgung von EU-Bürgerinnen und –Bürgern“, erklärte Thomas Gebhart, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums, lobte das „große Engagement“ der Europäischen Union im Kampf gegen Krebs. So solle unter anderem noch in diesem Herbst ein „Europäischer Aktionsplan zur Krebsbekämpfung“ verabschiedet werden. (Von Pamela Dörhöfer)

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