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Wer eine Krebserkrankung überstanden hat, könnte anfälliger für Grippe und Corona sein.
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Wer eine Krebserkrankung überstanden hat, könnte anfälliger für Grippe und Corona sein. (Symbolbild)

Medizin

Wer an Krebs erkrankt war, ist anfälliger für Corona und Grippe

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Ehemalige Krebs-Patient:innen haben ein höheres Risiko, schwer an einer Grippe zu erkranken. Das könnte auch für Corona gelten, vermuten Forschende und formulieren eine klare Forderung.

  • Wer an Krebs erkrankt war, hat ein höheres Grippe-Risiko, zeigt eine Studie.
  • Forschende vermuten, dass das Risiko auch für Corona gilt.
  • Deshalb fordern Forschende, frühere Krebs-Patient:innen bevorzugt gegen Grippe und Corona zu impfen.

Wer einmal an Krebs erkrankt war, hat auch nach der Genesung offenbar noch ein höheres Risiko als der Durchschnitt der Bevölkerung, schwer an Grippe zu erkranken, deshalb in einer Klinik behandelt werden zu müssen oder gar an der jährlich im Winter kursierenden Infektionskrankheit zu sterben. Zu diesem Ergebnis ist ein Forschungsteam der London School of Hygiene & Tropical Medicine gekommen. Die Studie dazu wurde im Fachjournal „EClinicalMedicine“ veröffentlicht.

Forschende vermuten: Frühere Krebs-Patient:innen haben höheres Risiko für Covid-19

Die Wissenschaftler:innen vermuten, dass das gleiche Risiko für Covid-19 gilt, dass also Überlebende einer Krebserkrankung stärker gefährdet sind, einen schweren Corona-Verlauf zu erleiden. Die Forscher:innen stellen diesen Zusammenhang her, weil es sich sowohl bei Influenza als auch bei Covid-19 um ernste, durch Viren hervorgerufene Erkrankungen der Atemwege handelt. Sie leiten aus ihren Erkenntnissen die Empfehlung ab, dass neben anderen Risikogruppen ehemalige Krebspatient:innen ebenfalls bevorzugt eine Impfung sowohl gegen Influenza als auch gegen Covid-19 erhalten sollten.

Bisher war man für das Coronavirus davon ausgegangen, dass nur Krebspatient:innen im akuten Stadium, deren Immunsystem durch die Krankheit und/oder eine Chemotherapie geschwächt ist, zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf bei Covid-19 zählen. Auch bei der Grippe galten Menschen, die eine Krebserkrankung hinter sich haben, bisher nicht als besonders gefährdet.

Wie wirkt sich eine zurückliegende Krebserkrankung auf eine Grippe aus?

Die Londoner Forscher:innen betonen, dass ihre Studie die erste sei, die sich mit der Fragestellung beschäftigt, wie sich eine zurückliegende Krebserkrankung auf den Verlauf einer Grippe auswirkt. Sie analysierten dafür medizinische Berichte aus den Jahren 1990 bis 2014 von insgesamt 630.000 Menschen aus Großbritannien. Darunter waren mehr als 100.000 Menschen, die unterschiedliche Krebserkrankungen überstanden hatten.

Dabei kristallisierte sich zudem heraus, dass bestimmte Krebsarten das Risiko für Komplikationen bei einer Grippe besonders stark erhöhen, um das Neunfache im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung. Dazu zählen Leukämie, Lymphome (eine bösartige Vergrößerung von Lymphknoten, an der Immunzellen beteiligt sind) und das Multiple Myelom (eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen im Knochenmark). Dieses Risiko soll nach Angaben des britischen Forschungsteams auch noch zehn Jahre nach der Krebsdiagnose bestanden haben. (Pamela Dörhöfer)

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