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Der Vorgänger, Tjangong 1, verglühte am 2. April 2018 in der Atmosphäre.

Raumfahrt

Kontrollierter Absturz der Raumstation „Tiangong-2“

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Seit mehr als 1000 Tagen umkreist die chinesische Raumstation „Tiangong-2“ die Erde – ihre Zeit geht nun zu Ende.

Die chinesische Raumstation „Tiangong-2“ („Himmlischer Palast“) umkreist seit September 2016 die Erde – doch nun hat die Raumstation ausgedient. „Tiangong-2“ wird von China fallen gelassen – im wahrsten Sinne des Wortes: Heute soll die Raumstation ihre Triebwerke zünden, um abzubremsen und ihre Erdumlaufbahn zu verlassen. Das sorgt dafür, dass „Tiangong-2“ von der Schwerkraft der Erde angezogen wird und schließlich abstürzt.

Ein Großteil der Raumstation wird chinesischen Angaben zufolge beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Die Teile, die den Wiedereintritt überstehen, sollen in einer unbewohnten Region im südlichen Pazifik abstürzen. Das chinesische Manned Space Engineering Office hatte zuvor erklärt, dass „Tiangong-2“ seine Experimente in der Erdumlaufbahn abgeschlossen habe.

Der Absturz der „Tiangong-2“ soll kontrolliert ablaufen – im Gegensatz zum Absturz der Vorgängerin, „Tiangong-1“: Die Raumstation konnte bereits seit Herbst 2017 nicht mehr gesteuert werden und stürzte im April 2018 unkontrolliert über dem Südpazifik ab. Dieses Mal teilt das Manned Space Engineering Office mit, die Raumstation sei nach ihren mehr als 1000 Tagen im Erdorbit in einem guten Zustand. Die Vorbereitungen für den Absturz sollen nach offiziellen Angaben gut laufen.

„Tiangong-2“ hat etwa die Größe eines Busses. Die Raumstation startete im September 2016 an Bord einer chinesischen „Langer Marsch“-Rakete ins All. Einen Monat später bekam die Raumstation Besuch: Zwei chinesische Astronauten hielten sich im Rahmen der Mission „Shenzhou 11“ 29 Tage lang auf der Raumstation auf und testeten unter anderem die Lebenserhaltungssysteme. Die Mission gilt bisher als der längste bemannte Flug in der chinesischen Raumfahrtgeschichte.

Nachdem die Astronauten die Raumstation wieder verlassen hatten, schickte China im April 2017 einen unbemannten Frachter zur „Tiangong-2“, der insgesamt drei Mal an die Raumstation andockte und die Raumstation betankte. Außerdem wurden verschiedene Dockingmanöver getestet.

Die chinesischen Raumfahrt-Ambitionen sind groß, das Land gibt mittlerweile so viel Geld für seine zivilen und militärischen Raumfahrtprogramme aus, dass es direkt hinter den USA auf Platz zwei rangiert. Die OSZE schätzt das Budget der chinesischen Raumfahrt im Jahr 2017 auf 7,48 Milliarden Euro.

Zuletzt ist es China gelungen, Anfang 2019 einen Rover auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu landen. Ende 2019 soll mit „Chang’e 5“ bereits die nächste Mission zum Erdtrabanten aufbrechen und Mondgestein von dort zur Erde zurückbringen. Bis 2020 will China nach eigenen Angaben außerdem eine Mars-Mission absolvieren. 2022 soll ein Nachfolger der Raumstation „Tiangong-2“ ins All gebracht werden.

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