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Komet: Vom schmutzigen Schneeball zum wunderschönen Schweifstern

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Von: Luis Teschner

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Kometen zählen zu den kleineren Himmelskörpern und schenken uns Sternschnuppen. Doch was sind sie eigentlich? Könnten sie der Erde gefährlich werden? Eine Erklärung.

Frankfurt ‒ Kometen gibt es im Vergleich zu anderen kleinen Himmelskörpern in unserem Sonnensystem nur wenige. Trotzdem bringen die uralten Schweifsterne den Nachthimmel regelmäßig zum Funkeln. Deshalb kennt man einige von ihnen, zum Beispiel den Halleyschen Kometen oder Komet Neowise, sogar beim Namen. Kometen teilen außerdem einige Eigenschaften mit den Asteroiden - doch es gibt wichtige Unterschiede.

KategorieInformation
BezeichnungKomet, Schweifstern, schmutziger Schneeball
Namensherkunftaltgriechisch komḗtēs ('Haarstern') von kómē ('Haupthaar')
Größeeinige Hundert Meter bis Dutzende Kilometer
Herkunftkalte Gebiete am äußeren Rand des Sonnensystems
Bekannte KometenHalley, Neowise, Bernadinelli-Bernstein

Komet: Eine astronomische Definition des leuchtenden Himmelskörpers

In der Astronomie werden Himmelskörper aus Eis und Gestein, die die Sonne ein oder mehrmals umkreisen, als Kometen bezeichnet. In den kalten, dunklen Bereichen weit weg von der Sonne wie zum Beispiel der Oortschen Wolke gefriert Wasser zusammen mit verschiedenen Gesteinen zu einem auch „schmutziger Schneeball“ genannten Kometen. Bewegt dieser sich ein Stück zu weit in die Nähe der Sonne, wird er von ihr angezogen und seine Reise beginnt.

Komet Neowise über der Wallfahrtskirche Pöstlingberg, Österreich.
Der Komet Neowise über der Wallfahrtskirche Pöstlingberg, Österreich. © E. Wodicka/Imago

Während manche Kometen sich auf einer regelmäßigen elliptischen Bahn befinden, landen sie häufig auch direkt in der Sonne oder ziehen nur ein einziges Mal an ihr vorbei. Geraten sie allerdings in Sonnennähe, verdampft das Wasser und löst Staub los, der dann in der Bahn des Kometen verbleibt. Dieser Vorgang ist am Nachthimmel als langer, leuchtender Schweif des Kometen sichtbar und daher werden Kometen auch Schweifsterne genannt.

Unterschiede zwischen Kometen und Asteroiden, Meteoroiden und Meteoren

Asteroiden: Bezüglich der Größe sind Kometen und Asteroiden sich sehr ähnlich. Doch während Kometen sich weit weg von der Sonne formen und daher Eis beinhalten, sind Asteroiden in der Nähe der Sonne entstanden und beinhalten keine flüchtigen Substanzen wie Wasser. Diese sind aufgrund der Hitze verdampft. Asteroiden bilden dementsprechend keine leuchtenden Schweife.

Meteoroiden: Die kleinsten Objekte im Sonnensystem sind Meteoroiden, die oft bei der Kollision von anderen Himmelskörpern entstehen. Die Staubpartikel, die sich in der Kometenbahn befinden, werden ebenfalls als Meteoroiden bezeichnet.

Eine Sternschnuppe fliegt über den Nachthimmel im Wald
Sternschnuppennächte wie diese finden ihren Ursprung meist in Staubpartikeln, die Kometen im All hinterlassen haben. © UPI Photo/Imago

Meteore: Treten Meteoroiden in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie und werden Meteore oder auch Sternschnuppen genannt. Verglühen sie nicht vollständig, sondern landen auf der Erdoberfläche, nennt man sie Meteoriten.

Die berühmtesten Kometen im Überblick

Weil es eine begrenzte Anzahl an Kometen gibt, die bei ihrem Auftreten aber stark sichtbar sind, sind viele Kometen sehr bekannt. Der berühmteste Komet ist wahrscheinlich der Halleysche Komet, der leicht mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Er kehrt alle 76 Jahre zur Erde zurück und seine nächste Ankunft wird im Jahr 2061 sein. Schlagzeilen machte kürzlich Komet Neowise, als er im Juli 2020 freiäugig zu sehen war. Aufgrund seiner großen Umlaufbahn werden bis zu seiner Rückkehr aber 6920 Jahre vergehen. Bis Ende 2022 ist mit einem Hausteleskop außerdem der Komet K2 zu sehen, der sich auf direktem Weg in die Sonne befindet.

Kometen in der Antike

Seit Tausenden von Jahren werden Kometen am Sternenhimmel beobachtet. Schon Aristoteles mutmaßte in „Meteorologica“ über ihre Herkunft, schätzte sie jedoch falsch als Wetterphänomen ein. Im antiken China entstand fast zeitgleich der erste Kometenatlas auf der „Mawangdui-Seide“, in die über 25 verschiedene Kometenformen eingewebt waren. Kometen wurden oft abergläubisch betrachtet und mit Tod, Hunger und Krieg verbunden.

Gefährliche Himmelskörper: Hat ein Komet die Dinosaurier auf dem Gewissen?

Forscher:innen aus der Raumfahrt denken inzwischen, dass der Einschlag eines Kometen die Dinosaurier vernichtet hat und nicht, wie bisher vermutet, der eines Asteroiden. Der Chixculub-Krater in Mexiko ist heute noch auf Karten erkennbar und bezeugt den Kometeneinschlag, der zum Massensterben der Dinosaurier geführt haben soll.

Die über 3000 Jahre alte Mawangdui-Seide aus dem antiken China zeigt über 25 verschiedene Kometen- und Schweifformen.
Die über 3000 Jahre alte Mawangdui-Seide aus dem antiken China zeigt über 25 verschiedene Kometen- und Schweifformen.  © Imago

Trotzdem sind Kometen, die es mit nennenswerter Größe bis auf die Erdoberfläche schaffen, extrem selten. Dementgegen ist der Mond, der über keine schützende Atmosphäre verfügt, häufiges Ziel von Kometen auf Kollisionskurs.

Tipps: Kometen selbst am Nachthimmel sehen und fotografieren

Um Kometen zu beobachten, müssen Sie nicht die Nasa oder Esa sein. Aufgrund ihrer großen Helligkeit sind Kometen, wenn sie sich der Erde nähern, oft auch ohne professionelle Ausrüstung zu sehen. Dabei gibt es einiges zu beachten, um die Chancen auf die Kometenbeobachtung zu erhöhen.

Generell gilt: Der Nachthimmel muss dunkel und wolkenlos sein. Eine klar Neumondnacht fernab städtischer Lichtverschmutzungen bietet also optimale Möglichkeiten. Astronomieprogramme zeigen außerdem die genaue Position der Kometen an und bieten so eine weitere Hilfestellung. (Luis Teschner)

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