1. Startseite
  2. Wissen

Klimawandel: Ursache, Prognose und was Sie tun können

Erstellt:

Von: Xenia Pfeifer

Kommentare

Der Klimawandel betrifft die ganze Welt. Die Ursachen sind menschengemacht. Die Prognosen sind schlecht. Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen.

Frankfurt – Der Klimawandel hat große Auswirkungen auf unser Leben. Überschwemmungen, Dürre und enorme Hitze sind nur einige der Konsequenzen. Wenn nicht etwas unternommen wird, steigt die Temperatur immer weiter. Die Prognosen bis 2030 sehen nicht gut aus. Es ist jedoch noch nicht zu spät und jeder kann etwas tun.

MetropoleTemperatur Anstieg (1986-2015)
Houston (USA)+ 0,99
Moskau (Russland)+ 0,92
Paris (Frankreich)+ 0,82
Peking (China)+ 0,71
Globale Mitteltemperatur+ 0,20

Klimawandel kurz erklärt: Definition

Der Klimawandel bezeichnet die Abkühlung oder Erwärmung der Erde über einen bestimmten Zeitraum. Ein neues Phänomen ist der Klimawandel nicht. Langfristige Veränderungen der Temperatur, des Niederschlags oder des Meeresspiegels sind normale Prozesse und wurden in vielen Studien nachgewiesen.

Der DWD warnt vor heftigen Hitze-Gewittern.
Der Klimawandel sorgt für hohe Temperaturen (Symbolbild). © Michael Weber/Imago

Das Problem in diesem Fall ist, dass der derzeitige Klimawandel nicht natürlich ist. Noch nie hat sich das Klima so schnell erwärmt wie in den letzten Jahrzehnten seit der Industrialisierung. Dieser Klimaanstieg ist Menschengemacht und kann auch nur durch die Menschheit aufgehalten werden.

Forschende an der ETH Zürich beschrieben 2020 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change, dass der menschengemachten Klimawandel sich durchaus auch im täglichen Weltwetter widerspiegelt.

Die Ursachen des Klimawandels: Nr.1 Treibhauseffekt

Die Ursachen für den hohen Temperatur-Anstieg sind vielfältig: Fest steht, dass der Anstieg vom Menschen verursacht wurde. Die Verbrennung von Brennstoffen, die Abholzung von Wäldern und die Massentierzucht führen zu hohen Treibhausgasen, die das Klima negativ beeinflussen.

Das sind die Ursachen für steigende CO₂-Werte:

Die Funktion des Treibhauseffekts ist es, die Erde warmzuhalten ‒ ohne ihn wäre die Erde bereits zugefroren. Der Treibhauseffekt bezeichnet das Eintreffen der Sonnenstrahlen auf die Erde. Die Sonnenstrahlen werden von natürlichen Gasen und Wolken absorbiert und auf den Planeten zurückgestrahlt.

Treibhauseffekt und Klimawandel: Welche Rolle Kohlenstoffdioxid spielt

Über viele Jahre hat sich der Kohlenstoffdioxid-Wert (CO₂), eines der wichtigsten Treibhausgase, stabil gehalten, genau wie das Klima auf unserem Planeten. Durch die Industrialisierung und die damit einhergehende Verbrennung von fossiler Energie (Braunkohle, Steinkohle, Erdöl) gelangt die doppelte Menge CO₂ in die Atmosphäre. Der CO₂-Wert ist heute um 45 Prozent höher als die Jahrtausende zuvor.

Die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas und der Verkehr durch Autos und Flugzeuge sorgt für einen hohen CO₂ Ausstoß in die Atmosphäre. Ein noch schlimmerer CO₂-Treiber ist jedoch die Massentierzucht, der auf Platz eins der Klimakiller liegt. Das erklärt die Landwirtschaftsorganisation FAO der UN (der Vereinten Nationen). So setzt zum Beispiel setzt ein Kilo Rindfleisch 12,3 Kilo CO₂ frei. Im Vergleich: ein Kilo Äpfel liegt bei 250 Gramm CO₂.

Die Lunge der Erde, unsere Wälder, könnten die erhöhten Kohlenstoffwerte ausgleichen, wenn wir diese erweitern. Die Pflanzen atmen das CO₂ ein und wandeln es in Sauerstoff um. Doch die Lage sieht gerade anders aus, die Wälder werden immer weiter abgeholzt, nicht nur wegen des Holzes, sondern auch um für die Industrie und Massentierzucht Platz zu machen.

Klimawandel: Wie ist der aktuelle Stand?

Das letzte Jahrzehnt von 2011 bis 2020 war bisher das weltweit wärmste seit den Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur war 2019 um 1,1 Grad höher als vor dem industriellen Zeitalter. Zurzeit erhöht sich die Temperatur alle 10 Jahre um 0,2  Grad.

Das sind die Folgen des Klimawandels:

Dieser Temperatur-Anstieg ist jedes Jahr spürbarer. Die Winter sind milder und in manchen Regionen fällt kaum noch Schnee. Die Sommer werden immer heißer. So kommt es in vielen Teilen Europas zu Dürre und Waldbränden, was zu hohen Verlusten in der Landwirtschaft führt.

Prognose des Klimawandels bis 2030

Expert:innen gehen davon aus, dass der Klimawandel weiter voranschreitet, wenn nichts unternommen wird. Nach einem WMO-Bericht könnte bis 2026 die Temperatur erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. Die Wahrscheinlichkeit liege dabei bei 93 Prozent.

Was denken Sie über die Maßnahmen gegen den Klimawandel?

Wenn die 1,5 Grad Marke dauerhaft überschritten wird, gehen die Klimaexpert:innen der WMO von einer hohen Steigung von Todesfällen durch Hitze aus. Europa wird mit hohen Verlusten der landwirtschaftlichen Produktion rechnen müssen, was zu Nahrungsknappheit führt. Bei einer Erderwärmung von zwei Grad wird ein großer Teil der Menschheit in Südeuropa an Wasserknappheit leiden.

Die Politik im Kampf gegen den Klimawandel

Die Politik in Deutschland und anderen Teilen der Welt erkennt das Problem des Klimawandels an und versucht mit Gesetzen dagegen vorzugehen. Am 24.06.2021 beschloss der Deutsche Bundestag ein neues Bundes-Klimaschutzgesetz. Das Ziel ist es, die Treibhausgase in Deutschland bis 2030 um 65 Prozent zu mindern, bis 2040 um 88 Prozent und bis 2045 eine verbindliche Treibhausneutralität zu erreichen.

Die Treibhausgase sollen nicht nur gesenkt werden, es wurde zudem ein verbindliches Ziel für das natürliche Senken festgelegt, also das Binden von CO₂ durch Wälder und Moore. So könnte das Treibhausausstoß weiter ausgeglichen werden.

Klimawandel-Proteste: #FridaysForFuture

Auch wenn die Politik den Klimawandel stoppen will, geht es vielen jungen Menschen nicht schnell genug. Die Klimaziele der vielen Länder, die im Klima-Abkommen von Paris festgelegt wurden, werden eher zögerlich verfolgt. So hat sich im Sommer 2018, während in großen Teilen Europas ein Dürre- und Hitzewelle herrschte, Greta Thunberg vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm mit einem Schild „„Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“) hingestellt und zum Streik gerufen.

Ab dem 20. August 2018 war sie, drei Wochen vor der Wahl zum schwedischen Reichstag, jeden Tag vor Ort, nach den Wahlen jeden Freitag. Schnell wurde über sie berichtet und sie fand Unterstützung. Zunächst in Schweden und schon bald auch in Australien, Belgien, Frankreich, Finnland und Dänemark bildeten sich Demonstrationsgruppen von jungen Menschen. Unter dem Hashtag #FridaysForFuture versammeln sie sich jeden Freitag Vormittag.

Greta Thunberg
Greta Thunberg mahnt mehr Engagement für den Klimaschutz an. (Archivbild) © Yui Mok/Press Association/dpa

Die jungen Leute wollen mit ihren Protesten die Politik zum Handeln bewegen. Die #FridaysForFuture möchte eine wirkungsvolle Politik, die ausreichende Pläne zur Umsetzung der Klimapolitik präsentiert. Ziel ist es die 1,5 Grad Grenze nicht zu überschreiten und die Politik steht für sie in der Verantwortung die Klimaziele umzusetzen. Bis das Ziel nicht erreicht ist, werden die Streiks weitergehen.

Was können Sie tun, um den Klimawandel zu stoppen?

Laut der WMO ist es noch nicht zu spät, den Klimawandel aufzuhalten. Dafür braucht niemand auf die großen Ziele der Politik warten, sondern kann auch schon mit kleinen Dingen anfangen:

Das sind nur einige Tipps, die im privaten Raum umsetzbar sind. (Xenia Pfeifer)

Auch interessant

Kommentare