Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Weltklimarat IPCC warnt vor den Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit. Unter anderem könnten Extremwetter dafür sorgen, dass die Ernten in mehreren Kornkammern der Welt gleichzeitig ausfallen.
+
Der Weltklimarat IPCC warnt vor den Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit. Unter anderem könnten Extremwetter dafür sorgen, dass die Ernten in mehreren Kornkammern der Welt gleichzeitig ausfallen.

Klimawandel

Weltklimarat IPCC warnt vor gesundheitlichen Folgen des Klimawandels – Viele bereits jetzt unvermeidbar

Der Klimawandel wirkt sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus – und viele Folgen sind bereits jetzt unvermeidbar, warnt der Weltklimarat IPCC.

Frankfurt – Dutzende Millionen Menschen mehr werden aufgrund des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten unter Hunger, Dürre und Krankheiten leiden - dieses Szenario skizziert ein Berichtsentwurf des Weltklimarates IPCC, den die Nachrichtenagentur AFP vorab exklusiv einsehen konnte.

Auf 4000 Seiten zeigen die mehr als 700 Autoren unter anderem auf, wie sich die Erderwärmung auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Politische Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, können diese Folgen abmildern, viele sind laut dem UN-Bericht jedoch bereits unvermeidbar.

Klimawandel: Weltklimarat warnt vor Extremwetter, Hitze und Hunger

Durch die steigenden Temperaturen nimmt der Nährstoffgehalt der Nutzpflanzen dem Berichtsentwurf zufolge ab. Der Proteingehalt von Reis, Weizen, Gerste und Kartoffeln werde voraussichtlich um 6,4 bis 14,1 Prozent sinken, wodurch fast 150 Millionen Menschen zusätzlich unter Proteinmangel leiden könnten. Auch wichtige Mikronährstoffe, die vielen Menschen auf der Südhalbkugel ohnehin bereits fehlen, werden weniger.

Da extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel zunehmen, steigt laut IPCC die Gefahr, dass die Ernten in mehreren Kornkammern der Welt gleichzeitig ausfallen. Die Autoren rechnen mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise bis zur Mitte des Jahrhunderts um fast ein Drittel, wodurch weiteren 183 Millionen ärmeren Menschen Hunger drohe. Für Asien und Afrika prognostiziert der Berichtsentwurf eine Zunahme der Zahl der unterernährten Kinder bis zum Jahr 2050 um zehn Millionen - mit langfristigen gesundheitlichen Folgen.

Klimawandel: Weltklimarat IPCC warnt vor Wassermangel und daraus folgender Flucht

Etwas mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung leidet bereits jetzt unter einer unsicheren Wasserversorgung. Der IPCC legt dar, welche Auswirkungen der Wassermangel in Zukunft haben könnte. Die Berichtsautoren halten es für wahrscheinlich, dass deswegen zwischen 30 und 140 Millionen Menschen in Afrika, Südostasien und Lateinamerika bis 2050 zu Binnenvertriebenen werden könnten.

Bis zu drei Viertel der Grundwasservorräte - die Hauptquelle für Trinkwasser für 2,5 Milliarden Menschen - könnten bis zur Mitte des Jahrhunderts versiegen. Das rasche Abschmelzen der Gebirgsgletscher hat bereits „den Wasserkreislauf stark beeinträchtigt“, was „Spannungen um Wasserressourcen schaffen oder verschärfen könnte“, heißt es in der Zusammenfassung des Berichtsentwurfs.

„Wassermangel ist eines der Probleme, mit denen unsere Generation sehr bald konfrontiert sein wird“, sagt Maria Neira von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „Es wird massive Vertreibungen geben, massive Migration, und wir müssen all das als ein globales Problem behandeln.“

Klimawandel: Weltklimarat warnt vor Krankheiten durch Erderwärmung

Mit der Erderwärmung breiten sich Mücken und andere Arten aus, die Krankheiten übertragen. Die Hälfte der Weltbevölkerung könnte bis Mitte des Jahrhunderts Krankheiten wie dem Dengue- und Gelbfieber sowie dem Zika-Virus ausgesetzt sein, warnt der Bericht. Die Gefahr von Malaria und Borreliose werde zunehmen, außerdem würden klimabedingt mehr Kinder an Durchfallerkrankungen sterben.

Auch Krankheiten, die mit schlechter Luftqualität und Ozonbelastung zusammenhängen, werden laut IPCC erheblich zunehmen. Sein Berichtsentwurf weist zudem auf „ein erhöhtes Risiko der Verunreinigung von Lebensmitteln und Wasser durch Gifte im Meer“ hin.

Weltklimarat IPCC informiert neutral über wissenschaftliche Erkenntnisse zur Klimaveränderung

Der Intergovernmental Panel on Climate Change wurde 1988 von der UN-Umweltorganisation (Unep) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet. Seine Aufgabe ist es, die Politik neutral über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimaveränderung und über mögliche Gegenmaßnahmen zu informieren. Dem IPCC gehören 195 Staaten an.

Auch wenn der IPCC die meiste Zeit still vor sich hin arbeitet, um aus einer Vielzahl von Studien und Statistiken die neuesten Erkenntnisse zum Klimawandel zusammenzutragen, gibt er mit seinen Berichten immer wieder wichtige Impulse in der Klima-Debatte. Die IPCC-Berichte werden von tausenden Wissenschaftlern zusammengestellt, darunter neben Klima- und Meeresforschern auch Statistiker, Ökonomen und Gesundheitsexperten.

Der IPCC betreibt keine eigene Forschung zum Klimawandel, sondern wertet tausende Studien aus und fasst die zentralen Erkenntnisse daraus zusammen. Die verwendeten Studien haben im Regelfall das sogenannte Peer-Review-Verfahren durchlaufen - sind also von anderen Wissenschaftlern begutachtet worden.

Der Weltklimarat setzt sich aus drei Arbeitsgruppen zusammen: Eine legt die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel dar, die zweite beleuchtet die Folgen der Erderwärmung und die dritte zeigt Handlungsoptionen auf. Seine umfassenden Überblicke über den aktuellen Stand der Klimaforschung veröffentlicht der IPCC alle fünf bis sechs Jahre. Zusätzlich erstellt er Sonderberichte zu bestimmten Aspekten des Klimawandels. (afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare