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Das Baumsterben nach langer Trockenheit hat dem deutschen Wald zugesetzt. Und hat ebenfalls Folgen fürs Klima.

Klimawandel

Fehlender Klimaschutz gefährdet den Wohlstand

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Bislang trifft der Klimawandel vor allem die ärmeren Länder. Aber langfristig werden viele Industriestaaten die Verlierer sein.

Hitzewellen, Dürren, Waldbrände, Stürme, Überschwemmungen – der Klimawandel verursacht weltweit zunehmend Schäden, deren Kosten in die Milliarden gehen. Entschlossen gegengesteuert wird jedoch immer noch kaum. Der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen nimmt nicht ab, sondern weiter zu.

Einer der Gründe für diese Diskrepanz könnte darin liegen, dass die Gefahren des Klimawandels nach wie vor unterschätzt werden. Vor allem die Industriestaaten sehen ihre Volkswirtschaften alles in allem gut gewappnet, um mit den steigenden Schäden und Schadenssummen auch künftig fertig zu werden.

Das könnte ein Irrtum sein, wie neue Berechnungen zeigen, die vom Internationalen Währungsfonds sowie von Universitäten in den USA, Großbritannien und Taiwan durchgeführt wurden. Laut der Studie halten sich die wirtschaftlichen Einbußen langfristig nur unter einer Bedingung in Grenzen: Wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden und der Temperaturanstieg auf 1,5 bis zwei Grad begrenzt bleibt. Gelingt dies, sinkt die globale Wirtschaftsleistung bis 2100 demnach nur um gut ein Prozent. Was jeder einzelne gegen den Klimawandel tun kann.

Klimawandel: Steigen die Emissionen weiter, steigen auch die Verluste

Steigen die Emissionen aber weiter wie bisher, vervielfachen sich die Verluste. Bis zum Ende des Jahrhunderts ist dann mit einem Einbruch des Pro-Kopf-Weltinlandsprodukts um 7,2 Prozent zu rechnen. Besonders stark trifft es einige Industriestaaten. Die USA müssen mit einem Minus von 10,5 Prozent an Realeinkommen rechnen, Japan mit rund elf Prozent, Südkorea und die Schweiz mit zwölf Prozent. Das ist jeweils deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt.

Und nicht genug damit. Für ihre Berechnungen haben die Forscher angenommen, dass sich die Länder relativ zügig an die Folgen des Klimawandels anpassen, nämlich in den nächsten 30 Jahren. Verzögert sich der Anpassungsprozess aber um weitere zehn Jahre, fallen die Verluste noch höher aus. Für die USA etwa würden die Einbußen auf mehr als 14 Prozent steigen.

Vergleichsweise gut kommen die meisten europäischen Länder weg. Für Deutschland beispielsweise errechnen die Wissenschaftler ein Minus von lediglich knapp zwei Prozent. Für Frankreich sind es aber schon sechs Prozent.

Bei weiter steigenden Emissionen wäre es 2100 durchschnittlich vier Grad wärmer

Um zu errechnen, wie sich steigende Temperaturen auf die Wirtschaftskraft der einzelnen Länder auswirken, hat das Team um den Umweltökonom Matthew Kahn keine Abschätzung der künftigen Schadenssummen vorgenommen. Die Forscher setzen vielmehr bei der Pro-Kopf-Arbeitsproduktivität und den Wirtschaftsinvestitionen an, also bei den Faktoren, die nach den gängigen ökonomischen Theorien Einkommen und Wohlstand generieren.

Zunächst betrachtete Kahns Team, wie sich der Temperaturanstieg zwischen 1960 und 2014 auf die Wirtschaftsleistung von 174 Ländern bemerkbar gemacht hat. Demnach ließ ein Plus von 0,01 Grad pro Jahr das Wachstum beim Einkommen jährlich im Schnitt um 0,05 Prozent geringer ausfallen, als es ohne Klimawandel der Fall gewesen wäre. Werden die Pariser Klimaziele eingehalten, bleibt der weitere Temperaturanstieg laut den Berechnungen bis 2100 ungefähr auf dem bisherigen Niveau. Arbeitsproduktivität und Investitionen würden dann nur relativ leicht beeinträchtigt.

Bei einem Szenario mit hohen und weiter steigenden Emissionen ist dagegen mit einem jährlichen Anstieg der globalen Temperaturen um 0,04 Grad zu rechnen, also viermal so viel wie bislang. Bis 2100 wäre es auf der Erde dann durchschnittlich rund vier Grad wärmer als heute. Dass sich solche überhitzten klimatischen Bedingungen negativ auf die Arbeitsproduktivität auswirken werden, ist leicht nachzuvollziehen. Überraschender sind andere Ergebnisse der Studie.

Auch „kalte“ Länder wie Kanada profitieren nicht von den steigenden Temperaturen

So konnten die Forscher keinen Hinweis dafür finden, dass heute noch „kalte“ Länder wie Kanada und Russland von den steigenden Temperaturen profitieren werden. Kanada muss laut Studie bis 2100 mit einem Einbruch seiner Wirtschaftsleistung um 13 Prozent rechnen, Russland mit einem Minus von neun Prozent.

Offenbar ist die entscheidende Größe nicht die gestiegene Temperatur selbst, sondern die Abweichung von der historischen Norm. Dass ein zuvor „kaltes“ Land dann eine Durchschnittstemperatur hat, die als gemäßigt gilt, ist weniger bedeutend als der Unterschied zur früheren Normalität.

Das für heute schon „heiße“ Länder errechnete Minus liegt hingegen bei fast sieben Prozent und damit – wiederum überraschend – unter dem für „kalte“ Länder errechneten Minus.

Ähnlich unerwartet sind die Ergebnisse, wenn reiche und arme Länder verglichen werden. Für Erstere ergeben die Berechnungen Einbußen von fast acht Prozent, für Letztere „nur“ von sechs Prozent. „Die Wohlstandseffekte des Klimawandels werden erheblich unterschätzt“, schlussfolgern die Forscher und fordern: „Eine energischere politische Antwort auf den Klimawandel ist nötig.“

Allein oder vor allem auf Anpassungsmaßnahmen zu setzen ist – auch das hat die Studie untersucht – keine gute Option. Die negativen Effekte steigender Temperaturen auf die Volkswirtschaften lassen sich so zwar abmildern, nicht jedoch ausgleichen. Vielleicht bleiben nur zehn Jahre zur Rettung des Planeten.

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