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Diese Straße in North Carolina war der Wucht von Hurricane Florence nicht gewachsen.

Extremwetter

Klimawandel hat 2018 sein Gesicht gezeigt

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  • Friederike Meier
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Extreme Wetterereignisse verursachten im vergangenen Jahr weltweit Schäden in Milliardenhöhe.

Extremwetterereignisse haben 2018 Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Das ist Ergebnis eines Berichts der britischen Entwicklungsorganisation Christian Aid. Das kirchliche Hilfswerk hat die Kosten von zehn extremen Wetterereignissen untersucht – alle lagen oberhalb von einer Milliarde US-Dollar.

Die tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden seien wahrscheinlich noch höher, so der Bericht, da teilweise nur versicherte Schäden enthalten seien. In vielen Entwicklungsländern sei der Schaden für die Menschen außerdem viel größer als der wirtschaftliche Schaden.

Alle zehn Extremwetterereignisse wurden laut Report durch den Klimawandel verschärft oder wahrscheinlicher gemacht. „Die Auswirkungen des Klimawandels bleiben nicht mehr unbemerkt“, sagte Michael Mann, Professor für Atmosphärenforschung an der Penn State University in den USA. „Die beispiellosen Überschwemmungen, Dürren, Hitzewellen, Waldbrände und Superstürme der vergangenen Jahre sind das Gesicht des Klimawandels.“

Hurrikane 

Florence sorgte im September 2018 für Starkregenfälle über North und South Carolina, die Schäden von 17 Milliarden Dollar verursachten und 51 Menschen das Leben kosteten. Der Klimawandel hat Regenfälle wie durch Florence um 50 Prozent wahrscheinlicher gemacht, zeigen Studien. Der Hurrikan Michael wiederum war im Oktober mit Windgeschwindigkeiten von rund 250 Kilometern pro Stunde der stärkste Sturm, der je auf Florida traf. Begünstigt wurde er durch ungewöhnlich hohe Ozeantemperaturen. 45 Menschen kamen durch ihn ums Leben. Schadenssumme: 15 Milliarden Dollar.

Waldbrände in Kalifornien 

Im November 2018 erlebte Kalifornien Waldbrände von bislang unbekanntem Ausmaß. Allein das sogenannte Camp Fire verursachte Schäden in Höhe von 7,5 bis zehn Milliarden Dollar und radierte das Städtchen Paradise von der Erdoberfläche. Im Camp Fire und im Woolsey-Feuer kamen mindestens 85 Menschen ums Leben. Ungewöhnlich hohe Temperaturen und geringe Niederschläge hatten die Brände begünstigt.

Dürre in Europa 

Der Sommer 2018 war für viele Länder Europas der heißeste je gemessene – auch für Deutschland. Insgesamt 7,5 Milliarden Dollar an Schäden sind entstanden. Sogenannten Attributionsstudien zufolge hat der Klimawandel die Hitzewelle mehr als zweimal so wahrscheinlich gemacht.

Überschwemmungen in Japan

Im Sommer sorgten Regenfälle in Japan dafür, dass große Teile des Landes förmlich untergingen. 230 Menschen starben in den Fluten, Tausende Häuser wurden zerstört und Schäden von sieben Milliarden Dollar verursacht. Weltweit nehmen Niederschläge durch den Klimawandel zu, da durch die Erwärmung mehr Wasser verdunsten und wärmere Luft mehr Regenwolken aufnehmen kann.

Dürre in Argentinien

Im Frühjahr 2018 trocknete Argentinien regelrecht aus. Die schlimmste Dürre seit 50 Jahren führte zu Produktionseinbußen in der Landwirtschaft von etwa sechs Milliarden Dollar und einem landesweiten Einbruch der Wirtschaft.

Überschwemmungen in China

Gleich zweimal wurde China 2018 von heftigen Überschwemmungen getroffen, wodurch Schäden in Höhe von 3,9 und 5,4 Milliarden Dollar entstanden. Besonders die dichtbesiedelte Ostküste Chinas ist durch den Klimawandel gefährdet. Eine „Nature“-Studie kam im Mai zu dem Schluss, dass die Flutschäden in China in den kommenden 20 Jahren ohne Anpassungsmaßnahmen um 82 Prozent ansteigen könnten.

Dürre in Australien 

Seit 2012 hat sich in Ostaustralien eine Dürre aufgebaut, die 2018 ihren Höhepunkt fand. Solch trockene Bedingungen wie im Murray-Darling-Becken, der Kornkammer Australiens, hat es laut Regierung seit 1900 nur einmal gegeben. Auf sechs bis neun Milliarden Dollar schätzt die Commonwealth Bank die Schadenssumme. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat der Regen im Südosten Australiens um 15 bis 25 Prozent abgenommen.

Überschwemmungen in Indien 

Im August 2018 herrschte Ausnahmezustand im indischen Bundesstaat Kerala. In den schlimmsten Monsunregenfällen seit 80 Jahren kamen mehr als 500 Menschen ums Leben, mehr als eine Million musste ihre Häuser verlassen und in Notunterkünfte ziehen. 3,7 Milliarden Dollar an Schäden sollen laut der Regierung entstanden sein. Klimaforscher haben seit einigen Jahren einen starken Anstieg an Überflutungen für Indien vorhergesagt.

Dürre in Südafrika 

Kapstadt stand Anfang 2018 vor dem „Tag Null“. Die schwerste je gemessene Dürre führte die Wasserversorgung der Metropole nah an den Zusammenbruch. Dank drastischer Wasserrationierung konnte die Katastrophe noch einmal abgewendet werden, doch die Schäden addierten sich auf 1,2 Milliarden Dollar. Der Klimawandel hatte laut einer Attributionsstudie die Dürre dreimal wahrscheinlicher gemacht.

Taifun in China und auf den Philippinen 

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 330 Kilometern pro Stunde gehörte der Taifun Mangkhut zu einem der stärksten Stürme, die in den vergangenen Jahren die Philippinen und China getroffen haben. Zehntausend Häuser wurden zerstört, über 130 Menschen kamen ums Leben und eine Schadensumme zwischen einer und zwei Milliarden Dollar entstand. Eine wärmere Atmosphäre führt zu höheren Windgeschwindigkeiten und mehr Regen. In den vergangenen Jahrzehnten sind Stürme wie Mangkhut im Nordwesten des Pazifiks häufiger und stärker geworden.

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