Makrelen-Himmel über Whitley Bay
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Das Wissen über Maßnahmen, die den Ozean betreffen, ist noch recht begrenzt.

Öko-logisch

Klimaschutz unter Wasser

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Es wird immer klarer, dass Kohlenstoffdioxid künftig auch aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden muss. Die Kolumne „Öko-logisch“.

Das Positive an der Corona-Krise? Wenigstens für den Klimaschutz schien der Lockdown etwas zu bringen. Der globale CO2-Ausstoß lag im April um satte 17 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie Wissenschaftler des „Global Carbon Project“ ermittelten. Inzwischen nähern sich die Emissionen mit Riesenschritten wieder dem Vor-Corona-Niveau an, so ein aktuelles Update ihrer Studie. Im zweiten Halbjahr dürften die CO2-Frachten ähnlich hoch wie 2019 sein, steht zu erwarten. Das heißt: Eine nachhaltige Trendwende ist noch nicht in Sicht.

Das bedeutet zweierlei: Einerseits müssen die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme zum Neustart nach Corona genutzt werden, um der Energiewende endlich zum Durchbruch zu verhelfen und die Emissionen radikal – wie nie zuvor – zu senken. Dann hätte die Krise doch noch ihr Gutes gehabt. Andererseits wird immer klarer, dass CO2 zukünftig auch aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden muss. Vor allem dann, wenn die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden soll – was viele Vorteile hätte, darunter weniger Wetterextreme, geringeren Meeresspiegelanstieg und einen nicht so starken Verlust an Artenvielfalt als bei plus zwei Gard oder noch mehr.

Mit Eisenspänen düngen?

Es geht um die „NETs“, Technologien mit negativen Emissionen: Aufforstung von Wäldern, Wiedervernässung von Mooren, Bauen mit Holz als Kohlenstoffspeicher – das sind vielversprechende Ansätze. Die Chancen und Risiken dieser „Land-NETs“ sind recht gut erforscht. Das Wissen über Maßnahmen, die den Ozean betreffen, ist im Vergleich dazu noch recht begrenzt – und das, obwohl die Meere schon wegen ihrer großen Oberfläche und ihres riesigen Volumens eine viel höhere Kapazität zur Aufnahme und Speicherung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre besitzen.

Die Wissenslücken zu schließen, ist das Ziel des neuen großen Projekts „OceanNETs“, das mit rund 7,2 Millionen Euro von der EU finanziert und vom Ozean-Forschungszentrum Geomar in Kiel koordiniert wird. Eine gute Sache, denn bevor man etwa das Meer in großem Stil mit Eisenspänen düngt, um Algenwachstum anzuregen, oder alkalische Mineralien im Wasser löst, um den pH-Wert des Wassers und so die Fähigkeit des Ozeans zu CO2-Aufnahme zu erhöhen, muss völlige Klarheit über mögliche negative Folgen herrschen. Eventuell muss Mensch die Finger davon lassen.

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