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Corona ist für das Klima nur eine Atempause. Eine Pandemie ist kein Klimaschutz-Instrument.

Öko-logisch

Corona ist die Axt im Walde

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Corona ist für das Klima nur eine Atempause. Eine Pandemie ist kein Klimaschutz-Instrument.

Corona hilft dem Klima? Stimmt schon, einerseits. Weniger Flüge, mehr Homeoffice und so weiter. Ist aber nur eine Atempause für die Erdatmosphäre und bald sowieso wieder Geschichte, wenn es so geht wie nach der Finanzkrise 2008. Damals sollten die Schornsteine schnell wieder so rauchen wie vorher, und das taten sie auch. Sogar noch mehr.

Eine Pandemie ist kein Klimaschutz-Instrument, das weiß inzwischen jeder. Das stimmt umso mehr, wenn man die Folgen von Corona für den Waldverlust in den Tropen betrachtet. Dieser ist wegen der Covid-19-Ausbreitung nämlich sogar massiv angestiegen, wie eine aktuelle Untersuchung der Umweltstiftung WWF ergab. Danach nahm die Waldzerstörung in 18 untersuchten Ländern im Monat März 2020 im Vergleich zu denselben Zeiträumen in den Vorjahren um durchschnittlich 150 Prozent zu. Plastisch ausgedrückt: Allein in diesen 31 Tagen verschwanden rund 645.000 Hektar Tropenwälder. Das entspricht etwa der siebenfachen Fläche Berlins.

FR-Autor Joachim Wille.

Doch nicht Brasilien steht an der Spitze dieser unrühmlichen Hitliste, wie man vermuten könnte, weil Präsident Jair Bolsonaro dort den Amazonas-Regenwald zunehmend für die ökonomische Entwicklung, sprich Vernichtung, öffnet. Den größten Verlust verzeichnen die Umweltschützer in Indonesien mit über 130.000 Hektar, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (100 000 Hektar). Brasilien dann „erst“ auf Platz drei, mit 95.000 Hektar.

Aber wie hängen Entwaldung und Corona miteinander zusammen? Der WWF erklärt das so: In vielen Ländern habe sich der Staat während des Lockdowns aus dem Waldschutz zurückgezogen. Die Folge: Illegale Holzeinschläge und die Plünderung anderer Ressourcen nahmen zu. Polizei, Ranger und andere staatliche Kontrolleure sind danach deutlich weniger präsent, und auch viele Mitarbeiter von NGOs säßen im Homeoffice fest. Freie Bahn für den illegalen Raubbau. Doch das ist offenbar nicht das einzige Problem. Der WWF berichtet: Vielerorts hätten durch Corona wegbrechende Einkommen etwa im Tourismus die Menschen in eine schwierige Lage gebracht. Sie seien ihre Heimatdörfer zurückgekehrt und nutzen den Wald dort nun verstärkt, etwa, um Brennholz zu gewinnen, oder durch Holzverkauf.

Wer also noch ein Argument sucht, um den Covid-19-Klimaschutz abzulehnen: Das war eines.

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