Streaming, ob über Handy, Laptop oder den klassischen TV-Apparat ist nun eben nicht ohne Energieverbrauch zu haben.
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Streaming, ob über Handy, Laptop oder den klassischen TV-Apparat ist nun eben nicht ohne Energieverbrauch zu haben.

Öko-logisch

Klimakiller Streaming?

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Je nach Art der Datenübertragung, gibt es beim Streaming krasse Unterschiede beim Energieverbrauch. Die Kolumne Öko-logisch.

  • Streaming ist nicht ohne Energieverbrauch zu haben.
  • CO2-Ausstoß unterscheidet sich je nach Übertragungsweg beträchtlich.
  • Zu was das Umweltbundesamt beim Streaming rät.

Die neueste Folge der Netflix-Lieblingsserie, der Film in der ARD-Mediathek, das Youtube-Video. Da geht es um Spannung, Entspannung, große Gefühle. Wer auf diesem Weg Unterhaltung sucht, denkt nicht an den CO2- Ausstoß, der dabei entsteht - das ist logisch. Doch Streaming, ob über Handy, Laptop oder den klassischen TV-Apparat ist nun eben nicht ohne Energieverbrauch zu haben.

Und dabei gibt es krasse Unterschiede, wie neue Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) zeigen. Vor allem spielt eine Rolle, ob die Daten klassisch über die Telefonleitung übertragen werden oder per Mobilfunk.

Die geringste CO2-Belastung entsteht danach, wenn ein HD-Video bis nach Hause über einen Glasfaser-Anschluss gestreamt wird. Dabei entstehen durch den Energieverbrauch im Rechenzentrum und bei der Datenübertragung nur zwei Gramm CO2 je Stunde Streaming. Bei herkömmlichen Kupferkabel in VDSL-Technik sind es vier Gramm, weil die Übertragung mehr Strom schluckt. Bei einer Datenübertragung per UMTS-Mobilfunk (3G) hingegen sind es satte 90 Gramm CO2 pro Stunde - also 45mal soviel wie bei der Glasfaser. Die neueste 5G-Übertragungstechnik wiederum verbessert die Effizienz drastisch. Hier werden etwa fünf Gramm CO2 je Stunde emittiert - wenig mehr als beim Kupferkabel.

Energieverbrauch beim Streaming: Was das Umweltamt empfiehlt

Nicht berücksichtigt ist bei diesen Berechnungen der Stromverbrauch des jeweiligen Endgeräts, der sehr unterschiedlich sein kann - zwischen einem Handy und einem 55-Zentimeter-Flat-Screen liegen da Welten. Auch der Bau der Übertragungswege blieb außen vor. Glasfaser-Leitungen in den Straßen zu verlegen, kostet bekanntermaßen einen nicht unerheblichen Aufwand.

Sollte man sich, etwa in der Werbepause, nun also doch Sorgen wegen der Streaming-Folgen machen? UBA-Präsident Dirk Messner gibt Entwarnung: „Wer zu Hause über Glasfaser oder VDSL streamt, kann dies mit gutem Klimagewissen tun.“ Damit ist aber nicht alles paletti. Die Datenmengen werden in den nächsten Jahren stetig wachsen - ob durch Videokonferenzen, vernetztes Fahren oder noch mehr Streaming-Heimkino. Daher sei es wichtig, die klimafreundlichsten Übertragungswege zu nutzen, so Messner. Er plädiert, aus Klimasicht, für den Ausbau der Glasfasernetze und die Umstellung auf die neue 5G-Technik. (Joachim Wille)

In der Pandemie streamen die Menschen mehr als je zuvor. Umweltministerin Schulz fordert deshalb, die Digitalisierung umweltverträglich zu gestalten. Auch die Nutzer können einen Beitrag leisten.

Lange war gerätselt worden, wie sich Prinz Harry und seine Meghan finanzieren wollen. Die Antwort könnte nun der Streamingdienst Netflix sein.

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