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Nach der Flut im Ahrtal
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Meterhoch türmten sich wenige Tage nach der Flut Mitte Juli Wohnwagen, Gastanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr in Altenahr-Kreuzberg.

Immer extremer

Hitzerekorde und Extremregen: Klimawandel wird immer mehr zur Gefahr

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Bei den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Menschen kommt es auf jedes Zehntel Grad an. Die Kolumne Öko-Logisch.

Frankfurt - Das Wetter wird extremer, weltweit. Das Jahr 2021, obwohl noch nicht zu Ende, liefert dafür Beispiele genug. Im Juni trieb eine Hitzeglocke über dem Westen Kanadas und den USA die Temperaturen fast auf 50 Grad und entfachte gigantische Waldbrände. Kurz darauf verursachte in Deutschland und Belgien das Tiefdruckgebiet Bernd eine Flutkatastrophe mit mehr als 200 Toten. Wieder wenig später kletterten die Thermometer rund ums Mittelmeer auf Werte oberhalb von 40 Grad, auch dort standen große Gebiete in Flammen. Im September dann richtete Hurrikan „Ida“ mit Rekord-Regenmassen im Nordosten der USA ein Chaos an.

Der Eindruck, den solche Nachrichten erzeugen, täuscht nicht. Das zeigt eine neue Untersuchung zu Extremwetter-Ereignissen, an der das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) beteiligt war. Die Zahlen sind dramatisch. So hat die Häufigkeit monatlicher Hitzerekorde laut Studie im vergangenen Jahrzehnt im Vergleich zur Periode 1951-1980 um das 90-fache zugenommen. Auch Regenextreme seien messbar häufiger geworden, allerdings weniger spektakulär. Im Durchschnitt könne einer von vier rekordhohen Tagesniederschlägen in diesen zehn Jahren auf den Klimawandel zurückgeführt werden.

Klimawandel: Die Gefahren nehmen zu

Bereits das vorletzte Jahrzehnt, die Nuller-Jahre, waren laut der Studie, deutlich extremer als die Referenzperiode nach 1950. Doch die Gefahren nehmen offenbar zu. Die Daten zeigen: Die von Hitzeextremen der sogenannten 3-Sigma-Kategorie betroffene Landfläche hat sich weltweit in etwa verdoppelt – auf nun neun Prozent. Unter 3-Sigma-Ereignissen versteht man Hitzewellen, die stark von dem abweichen, was in einer bestimmten Region normal ist.

Hinzu kommt: Inzwischen werden sogar Hitzeereignisse gemessen, die es vorher praktisch überhaupt nicht gab. Eine signifikante Zunahme im Vergleich der beiden Jahrzehnte verzeichnet das Forschungsteam auch bei den Regenrekorden. Sie nahmen 2011-2020 gegenüber 2000-2010 um fünf Prozentpunkte zu.

Klimawandel: Extreme Hitze und extremer Regen nehmen überproportional zu

Stefan Rahmstorf, Ko-Autor der Studie, kommentierte: „Diese Daten zeigen, dass die Extreme jetzt weit außerhalb der historischen Erfahrung liegen. Extreme Hitze und extremer Regen nehmen überproportional zu.“ Mit anderen Worten: Bei den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf uns Menschen kommt es auf jedes Zehntel Grad an. Je geringer die Zunahme, umso besser. (Joachim Wille)

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