Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Frau im Labor schaut durch ein Mikroskop.
+
In Zürich haben Forscher Erfolg bei der Krebs-Bekämpfung gehabt. Eine Studie zeigt die Ergebnisse.

Gesundheit

Antidepressiva wirken auch gegen Krebs - „Hoffnung für Krebspatienten“

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
    schließen

Forscher haben in Zürich eine Studie veröffentlicht, die Krebspatienten Hoffnung machen kann. Antidepressiva sollen Tumore im Bauchraum hemmen.

Zürich – Bei der Suche nach neuen Therapien gegen Krebs sind Forschende aus der Schweiz jetzt bei „alten“ Medikamenten fündig geworden. In Versuchen mit Mäusen verlangsamten klassische Antidepressiva das Wachstum von Bauchspeicheldrüsen- und Dickdarmkrebs. In Kombination mit einer Immuntherapie stoppten die Mittel das Wachstum der Tumore sogar längerfristig, in einigen Fällen sollen sie ganz verschwunden sein. Die im Fachmagazin „Science Translational Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse will das Team der Universität und des Universitätsspitals Zürich nun in klinischen Studien an Menschen testen.

Bei den eingesetzten Medikamenten handelt es sich um sogenannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der wegen seiner positiven Wirkung auf die Stimmung auch Glückshormon genannt wird. Bei Menschen mit Depressionen ist die Serotoninkonzentration im Gehirn reduziert. Doch das Hormon beeinflusst noch andere Funktionen im Körper; ein Großteil befindet sich nicht im Gehirn, sondern wird in den Blutplättchen gespeichert. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer erhöhen den Serotoninspiegel im Gehirn, senken ihn jedoch in den Blutplättchen.

Neue Erkenntnisse in der Krebsforschung: Tierversuche machen Hoffnung

Dass Serotonin beim Entstehen und Wachstum von Tumoren eine Rolle spielt, weiß man bereits seit einiger Zeit. Die dahinter stehenden Mechanismen waren bislang jedoch nicht bekannt.

Trotz neuer Behandlungen wie einer Immuntherapie sterben die meisten Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Dickdarmkarzinom und Bauchspeicheldrüsenkrebs meist wenige Jahre nach der Diagnose. Ein Problem ist, dass die Krebszellen gegen die Medikamente resistent und vom Immunsystem nicht mehr erkannt werden.

Die Schweizer Forschungsgruppe hat herausgefunden, welche Rolle Serotonin bei der Entwicklung solcher Resistenzen spielt. So verwenden die Krebszellen das Hormon, um die Produktion eines Moleküls (PD-L1) zu steigern, das die Körperabwehr hemmt. In Experimenten mit Mäusen wurde festgestellt, dass die Antidepressiva diesen Mechanismus unterbinden und Immunzellen dann Tumorzellen wieder erkennen und zerstören.

Neue Studie aus Zürich: „Unsere Ergebnisse geben Krebspatienten Hoffnung“

Die Resultate bezeichnen die Studienautorinnen und -autoren als „beeindruckend“. „Unsere Ergebnisse geben Krebspatienten Hoffnung, da die eingesetzten Medikamente bereits für den klinischen Einsatz zugelassen sind“, postuliert Pierre-Alain Clavien, Direktor der Klinik für Chirurgie und Transplantation, in einer Mitteilung der Universität Zürich. Das Testen solcher Wirkstoffkombinationen an Krebspatienten in klinischen Studien könne aufgrund der bekannten „Sicherheit und Wirksamkeit“ der Medikamente „schnell vorangetrieben werden“. (Pamela Dörhöfer)

Auch an anderer Stelle gibt es Grund für Hoffnung: Ein Krebs-Impfstoff von Biontech ist in greifbarer Nähe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare