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Vielerorts brennen die Wälder.
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Vielerorts brennen die Wälder.

Öko-logisch

Keine Nachrichtenroutine

  • VonVerena Kern
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Die Kommunikation von Klimafakten bleibt die große Herausforderung – das zeigt auch der Umgang mit dem IPCC-Bericht. Die Kolumne „Öko-logisch“.

Montag früh um 10 Uhr endete die Sperrfrist für den neuen Bericht des Weltklimarats IPCC. Die Medien konnten nun über den aktuellen Wissensstand der Klimaforschung berichten, während zeitgleich in Genf der IPCC vor die Öffentlichkeit trat. Journalist:innen, die sich vorab akkreditiert hatten, erhielten schon im Vorfeld, jedoch „unter Embargo“, Zugang zu den Informationen, um ihre Artikel und Sendungen vorzubereiten. Dass die Forschenden sich keine Mühe gegeben hätten, damit ihre Botschaft gehört wird, kann man wirklich nicht sagen.

Alle Medien berichteten: dass die vom Menschen verursachten Klimaveränderungen beispiellos sind und sich stark beschleunigen; dass die Erwärmung schon 2030 die kritische Schwelle von 1,5 Grad erreichen oder überschreiten könnte, zehn Jahre früher als noch 2018 prognostiziert; dass immer mehr Extreme wie Hitzewellen und Fluten auftreten (siehe nebenstehenden Text). Besonders oft fielen Formulierungen wie „dramatisch“ und „erschreckend“.

Bei der Bedeutung und Tragweite des Berichts wäre eine Sondersendung nach der „Tagesschau“ nicht verkehrt gewesen. Die gab es nicht, und am nächsten Tag dominierten schon wieder andere Themen die Schlagzeilen. Die Lokführer wollen streiken, Coronatests sollen ab Mitte Oktober kostenpflichtig werden, Messi wechselt zu Paris Saint-Germain. Normale Nachrichtenroutine eben. Die Welt macht weiter, es gibt keinen Pause-Schalter.

Überraschend meldeten sich zwei IPCC-Autoren zu Wort. Sie widersprachen den Medienberichten, wonach die 1,5-Grad-Schwelle schon 2030 überschritten werde und dass dies zehn Jahre früher sei als zuvor angenommen. Wörtlich steht das tatsächlich nicht im Bericht, indirekt schon. Im Jahr 2018 hieß es, die 1,5-Grad-Marke werde zwischen 2030 und 2052 gerissen, nun wird von den nächsten 20 Jahren gesprochen; die Frist rückt also näher. Die Diskrepanz, erläutert Fußnote 27 in der „Zusammenfassung für Entscheidungsträger“, komme zustande, weil im neuen Bericht mit anderen Szenarien gerechnet wurde als zuvor. Berücksichtige man dies, stimme die neue Prognose mit der von vor drei Jahren gut überein.

An den dramatischen Aussagen des Berichts ändert diese Detailfrage nichts. Sie zeigt aber, dass die Kommunikation von Klimafakten die große Herausforderung bleibt.

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