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Corona in Deutschland

Karl Lauterbach kritisiert EU-Impfstrategie: „Befinden uns in einer sehr gefährlichen Phase“

  • vonJoel Schmidt
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Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen harten Lockdown mit Ausgangssperren und Testpflicht für Betriebe. Harsche Kritik äußert er zudem an der Corona-Impfstrategie der EU.

Berlin – In der dritten Corona-Welle sehen sich sowohl Deutschland als auch andere europäische Länder derzeit mit steigenden Corona-Fallzahlen und erneut hohen Inzidenzwerten konfrontiert. Für diesen Umstand macht der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach auch die Impfkampagne der EU verantwortlich. „Wenn die EU das besser gemacht hätte, wäre ganz Europa bis Ende April geimpft. Wir hätten jetzt schon kaum noch Corona-Fälle, wir wären beim Impfen jetzt bei der Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen“, sagte er im Interview mit der „Zeit“.

Angesichts der Tatsache, dass bereits viele Menschen in Deutschland eine Impfung erhalten oder aber bereits mit Corona infiziert gewesen sind, sprach er gegenüber der „Welt“ zudem von einem hohen Selektionsdruck des Virus. Zwar würden die Impfstoffe gegen die britische Variante B.1.1.7 wirken, dennoch seien auch Weiterentwicklungen des Virus in Deutschland denkbar. „Wir befinden uns in einer sehr gefährlichen Phase“, so Lauterbachs Fazit.

NameKarl Wilhelm Lauterbach
Geburtstag21. Februar 1963
Partei Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Amt Mitglied des Deutschen Bundestags (seit 2005)

Eindämmung von Corona: Karl Lauterbach kritisiert Impfkampagne der EU

Vor dem Hintergrund des erst für den 12. April angesetzten Corona-Gipfels von Bund und Ländern erneuerte Lauterbach zudem seine Kritik an der derzeitigen Beschlusslage. „14 Tage abzuwarten, um stetig steigende Fallzahlen zu sehen, macht keinen Sinn und überzeugt auch die Bevölkerung nicht“, sagte der Gesundheitsexperte am Dienstag (30.03.2021) im „Welt“-Interview. Bereits am Montag (29.03.2021) hatte er im WDR zur Eindämmung des derzeitigen Infektionsgeschehens einen „harten Lockdown“ samt befristeter Ausgangssperren gefordert.

Coronavirus

Alle Informationen zu Corona finden Sie auf unserer Themenseite Corona-News.

Als Beispiele für die erfolgreiche Eindämmung der deutlich ansteckenderen Variante B.1.1.7 nannte Lauterbach die Lockdowns in Irland, Großbritannien und Portugal. Der Gesundheitsexperte betonte dabei allerdings auch, dass Ausgangsbeschränkungen in allen drei Ländern eine entscheidende Rolle gespielt hätten. Für Deutschland liegen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit allerdings noch keine Auswertungen über die Wirksamkeit nächtlicher Ausgangssperren zur Eindämmung des Infektionsgeschehens vor.

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, gibt im Bundestag ein Interview zu den Corona-Beschlüssen.

Karl Lauterbach fordert „harten Lockdown“: Ausgangssperren und Testpflichts für Betriebe

Neben dem privaten Bereich als wichtigster Corona-Infektionsquelle nannte Lauterbach gegenüber der „Welt“ ebenfalls die Betriebe. In beiden Bereichen fänden derzeit die meisten Kontakte statt. „Es kann nicht sein, dass die Menschen weiterhin in Betrieben so gefährdet werden“, so der SPD-Gesundheitsexperte. Entsprechend hält er für Betriebe auch eine Maskenpflicht, zweimal wöchentlich stattfindende Tests sowie eine umfängliche Pflicht zum Homeoffice unumgänglich.

Mit Ausnahme Baden-Württembergs haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI binnen eines Tages 9.549 Corona-Neuinfektionen sowie 180 neue Todesfälle gemeldet (Stand 30.03.2021). Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz gibt das Institut mit 135,2 an. Weiteren Angaben des RKI zufolge sind in Deutschland derzeit 3.961.145 Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, auf die Gesamtbevölkerung gerechnet sind das 4,8 Prozent (Stand 29.03.2021). Mindestens eine Impfdosis haben außerdem bereits 9.209.527 Menschen erhalten. (Joel Schmidt)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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