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Sternschnuppenschauer und Feuerkugeln
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Sternschnuppenschauer und Feuerkugeln

Sternenhimmel im Oktober

Jupiter überstrahlt alle

Der Riesenplanet Jupiter strahlt im Oktober besonders hell am Firmament. Ein weiterer Höhepunkt ist ein Sternschnuppenschauer mit bis zu 600 Meteoren pro Stunde. Zugleich werden die Nächte länger - und am 30. Oktober endet die Sommerzeit.

Von Hans-Ulrich Keller

Glanzpunkt des herbstlichen Sternenhimmels ist im Oktober der Riesenplanet Jupiter. Er übertrifft alle anderen Planeten und Sterne an Helligkeit und ist somit kaum zu übersehen. Am 29. Oktober steht Jupiter im Sternbild Widder der Sonne genau gegenüber – und ist so die ganze Nacht am Firmament vertreten. Am Abend sieht man den Riesenplaneten am Osthimmel emporsteigen, um Mitternacht steht er hoch im Süden und gegen Morgen verabschiedet er sich am Westhimmel.

In dieser Stellung ist Jupiter viermal weiter als die Sonne von der Erde entfernt – nämlich 594 Millionen Kilometer. Mit dem elffachem Durchmesser und der 318-fachen Masse der Erde ist Jupiter der größte und schwerste Planet unseres Sonnensystems. 1400 Erdkugeln passten bequem in den riesigen Jupiterglobus. Im Teleskop ist seine starke Verformung zu erkennen. Sie ist die Folge seiner schnellen Drehung. Ein Jupitertag dauert nur knapp zehn Stunden.

Auch die Wolkenstreifen und -bänder seiner dichten Atmosphäre beeindrucken Fernrohrbeobachter. Jupiter setzt sich hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium zusammen, aber auch Methan und Ammoniak wurden in seiner Atmosphäre nachgewiesen. Phosphin verleiht der Jupiterluft den berühmten Knoblauchduft. Die vier großen Jupitermonde sind bereits mit dem Fernglas zu sehen.

Kurz nach der Erfindung des Teleskops vor vierhundert Jahren wurden sie von den Astronomen Galileo Galilei, Thomas Harriot und Simon Marius unabhängig voneinander entdeckt. Insgesamt begleiten den Riesenplaneten fünf Dutzend Trabanten auf seinem Weg um die Sonne, den er in zwölf Jahren zurücklegt. Derzeit ist die Raumsonde Juno auf dem Weg zum Riesenplaneten. Sie wurde am 5. August dieses Jahres von der NASA gestartet. Ende Oktober erscheint dann Venus am Abendhimmel. Etwa eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang kann man sie tief am Südwesthimmel erspähen. Zum Monatsende begegnet sie Merkur, der allerdings nur im Fernglas oder Teleskop zu sehen ist. Mars wird in der zweiten Nachthälfte sichtbar. In der Nacht zum 2. Oktober passiert er den Sternhaufen Krippe im Sternbild Krebs. Die Wanderung des roten Planeten lässt sich mit dem Fernglas verfolgen. Saturn wird Mitte Oktober von der Sonne im Tierkreis eingeholt. Er steht mit ihr am Taghimmel und bleibt nachts verborgen unter dem Horizont.

Vom 6. bis 10. Oktober flammen die Meteore der Delta-Draconiden auf. Ihren Ursprung führen die Draconiden auf den Kometen 21 P/ Giacobini-Zinner zurück. Wie Spezialisten errechnet haben, soll es am 8. Oktober zwischen 19 und 23 Uhr zu einem regelrechten Sternschnuppenschauer kommen. Bis zu 600 Meteore pro Stunde sind zu erwarten, darunter auch Feuerkugeln und Boliden. Am 12. Oktober um exakt 3.06 Uhr ist Vollmond im Sternbild Fische. Neumond tritt dann am 26. Oktober um 20.56 Uhr ein. Da der Mond nur acht Stunden zuvor den erdnächsten Punkt seiner Bahn erreicht, kommt es zu extremen Gezeiten. Daher ist mit Springfluten zu rechnen, die durch Herbststürme noch verstärkt werden können. Am 26. Oktober trennen uns nur 357.050 Kilometer vom Mond.

Am abendlichen Fixsternhimmel macht sich der Herbst dann eindeutig bemerkbar. Zwar steht das Sommerdreieck noch hoch im Südwesten. Um den Meridian und in der östlichen Himmelshälfte nehmen jedoch die Herbstbilder Pegasus, Andromeda, Fische, Widder und Perseus ihren Platz ein. Hoch am Nordosthimmel ist das Himmels-W – die Königin Kassiopeia – zu sehen, während der Große Wagen tief am Nordhorizont steht.

Tatsächlich ist der Große Wagen aber nur ein Teil des viel ausgedehnteren Bildes Großer Bär. Im Großen Bär ist die berühmte Feuerrad-Galaxie beheimatet – ein spiralförmiges Milchstraßensystem in rund 25 Millionen Lichtjahren Entfernung. Dort flammte Ende August eine Supernova auf, eine gigantische Sternenexplosion. Für einige Tage leuchtete dieser detonierte Stern vier Milliarden mal heller als die Sonne. Diese wandert im Oktober am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Kurz nach der Monatsmitte passiert die Sonne Spica, den Hauptstern der Jungfrau. Am 23. Oktober tritt sie abends in das Tierkreiszeichen Skorpion. Am Monatsletzten verlässt sie um 19 Uhr das Sternbild Jungfrau und wechselt in das Sternbild Waage.

Der Tag wird um eindreiviertel Stunden kürzer. Am Sonntag, dem 30. Oktober, endet schließlich die Sommerzeit. Dann werden die Uhren um 3 Uhr morgens um eine Stunde zurückgestellt. (dpa)

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