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Corona: Nur jede zweite Infektion wird erkannt

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Von: Pamela Dörhöfer

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Die Zuverlässigkeit von Corona-Schnelltests ist nicht besonders hoch - das fand das Forschungsnetzwerk Cochrane im Rahmen einer Untersuchung heraus.

Frankfurt – Ein Forschungsnetzwerk hat zahlreiche Studien ausgewertet, die die Ergebnisse von Antigen-Schnelltests mit denen eines PCR-Testes verglichen. Bei Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, jedoch keine Symptome haben, schlagen Schnelltests häufig nicht an.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Review des unabhängigen internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane, für das 155 Studien ausgewertet wurden, die die Ergebnisse von Antigen-Schnelltests mit denen von PCR-Tests verglichen und bis zum 8. März 2022 in wissenschaftlichen Magazinen erschienen sind. Insgesamt ging es um knapp 100.500 Nasen- und Rachenabstriche, die zu Hause, in Testzentren oder Krankenhäusern gemacht wurden.

Tests auf die erst seit dem Frühjahr weltweit dominanten Omikron-Varianten des Corona-Virus flossen allerdings noch nicht in die Untersuchung ein.

Viele Corona-Schnelltests erst mit Auftreten von Krankheits-Symptomen zuverlässig

Die Analyse ergab, dass die Tests bei asymptomatisch Infizierten nur etwa jede zweite Infektion erkannten, die Sensitivität lag bei 55 Prozent. (Sensitivität beschreibt den Anteil der Infizierten, bei denen der Test tatsächlich positiv ist). Etwas zuverlässiger waren die Schnelltests, wenn jemand vorher mit einer nachweislich infizierten Person Kontakt hatte, hier betrug die Sensitivität 64 Prozent.

Corona-Schnelltests
Das Ergebnis vieler Corona-Schnelltests ist oft nicht zuverlässig. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Bei Menschen, die bereits Symptome einer Covid-Erkrankung zeigten, wurden hingegen fast Dreiviertel der Infektionen erkannt (Sensitivität 73 Prozent). Am zuverlässigsten schlugen die Schnelltests dabei in der ersten Woche der Erkrankung an; nach aktuellem Wissensstand ist in dieser Zeit die Viruslast am höchsten, in der zweiten Woche nimmt sie meist wieder ab.

Während also eine beträchtliche Anzahl der Tests bestehende Infektionen nicht fanden, so gaben sie doch nur höchst selten „falschen Alarm“: Wenn ein nachfolgender PCR-Test ergab, dass jemand nicht infiziert war, hatten das vorher 99 Prozent der Antigen-Schnelltests so angezeigt, unabhängig von Symptomen.

Lediglich fünf Corona-Schnelltests erfüllen Leistungsstandards

Insgesamt aber variierte die Genauigkeit der 49 untersuchten Schnelltests zwischen verschiedenen Herstellern stark, für viele im Handel erhältliche Tests gebe es „keine ausreichende Evidenz“, heißt es in einer Mitteilung von Cochrane Deutschland. Lediglich fünf hätten die Leistungsstandards der Weltgesundheitsorganisation WHO erfüllt.

Es handelt sich dabei um die Tests Abbott BinaxNow, Bionote-NowCheck, Denka Co-QuickNavi, LumiraDx und SD Biosensor/Roche. Die WHO fordert eine durchschnittliche Sensitivität von 80 Prozent, das Paul-Ehrlich-Institut 75 Prozent. (Pamela Dörhöfer)

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