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„James Webb“-Teleskop: So soll es nach den ersten Bildern weitergehen

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Von: Tanja Banner

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Erste Bilder des James-Webb-Weltraumteleskops: Ein Blick auf den Carina-Nebel.
Ein Blick auf den Carina-Nebel (Carina Nebula): Das Bild,vom neuen James-Webb-Weltraumteleskop der NASA im Infrarotbereich aufgenommen, zeigt erstmals zuvor unsichtbare Bereiche der Sternentstehung. © NASA, ESA, CSA, and STScI/dpa

Das neue Weltraumteleskop „James Webb“ macht sich daran, die Astronomie zu revolutionieren. Was ist nun mit dem Teleskop geplant?

Washington D.C. – Die ersten Aufnahmen des „James Webb“-Weltraumteleskop beweisen es: Das neue Teleskop ist einsatzbereit und es ist in der Lage, der Astronomie völlig neue Einblicke ins Universum zu ermöglichen. Nachdem das „Webb“ für voll einsatzfähig erklärt wurde, beginnt nun die normale wissenschaftliche Arbeit des Teleskops, das sich 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt im Weltall befindet.

Das Teleskop hat vier Instrumente an Bord, die kombiniert werden können, um in 17 verschiedenen Modi Daten zu sammeln. Es wird erwartet, dass „Webb“ die ältesten Galaxien und Sterne entdeckt, die je beobachtet wurden. Der Blick des „James Webb“-Weltraumteleskops wird also tief hinein ins Universum gehen – soll aber gelegentlich auch auf die Himmelskörper in unserem Sonnensystem gerichtet sein.

„James Webb“-Weltraumteleskop: Wissenschaftlicher Betrieb startet

Einmal jährlich können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Vorschläge einreichen, was sie mithilfe des „Webb“-Teleskops erforschen möchten. Das Space Telescope Science Institute im US-Bundesstaat Maryland sichtet die Vorschläge und wählt aus, welche Beobachtungen im kommenden Jahr durchgeführt werden können. Die geplanten Beobachtungen für den ersten Beobachtungszyklus, der nun begonnen hat, stehen bereits seit einiger Zeit fest. „Alles, was wir in Zyklus 1 geplant haben, war kühn, aber nicht kühn genug“ betonte Eric Smith, „Webb“-Programmwissenschaftler bei einer Pressekonferenz zum ersten Jahr des „Webb“-Teleskops. „Ich bin wirklich gespannt darauf, was die Leute für den zweiten Zyklus vorhaben, jetzt wo sie sehen, wie leistungsfähig das Teleskop ist.“

Die Vermutung der beteiligten Forschenden: Vor allem ab dem zweiten Beobachtungszyklus, der im Sommer 2023 startet, könnten einige überraschende Entdeckungen gelingen. Da Astronominnen und Astronomen jetzt erst einschätzen können, wozu „Webb“ in der Lage ist, seien dann entsprechende Beobachtungsvorschläge zu erwarten. „Sie können mehr Beobachtungsziele haben oder sie können tiefer hineingehen als sie dachten“, erklärt Smith. „Ich denke, in Runde zwei werden die Leute sehr viel abenteuerlicher sein, weil sie jetzt wissen, wie gut das Teleskop ist.“

„James Webb“-Teleskop von Nasa, Esa und CSA: Viele neue Entdeckungen erwartet

René Doyon, leitender Forscher des NIRISS-Instruments von „Webb“, freut sich: „Wir wissen noch gar nicht, was wir finden werden. Das ist aufregend.“ In mehreren Themenbereichen schlage man jetzt „neue Kapitel auf“: bei Atmosphären von Exoplaneten, dem frühen Universum, der Wolkenbildung und vielem mehr. Jane Rigby, „Webb“-Projektwissenschaftlerin, verspricht eindrucksvolle Wissenschaft: „Ich will nur deutlich machen, dass das der Anfang ist. Die Daten zeigen, dass das Teleskop funktioniert, aber die wissenschaftlichen Ergebnisse werden ab jetzt erst einlaufen. Die Leute werden viele verschiedene Techniken verwenden, um so viel Wissenschaft wie möglich aus den Daten herauszuholen.“

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Für den ersten Beobachtungszyklus des „James Webb“-Teleskops wurden unter anderem folgende Beobachtungsziele ausgewählt:

Das „Webb“-Team geht davon aus, dass der Treibstoff des Weltraumteleskops für mindestens 20 Jahre ausreicht. Für die kommenden Jahrzehnte dürften also zahlreiche astronomische Entdeckungen zu erwarten sein. Ein Schwerpunkt könnte dabei auf Exoplaneten liegen. Forschende gehen davon aus, dass „Webb“ fremde Zivilisationen anhand der Atmosphären von Exoplaneten erkennen könnte. (tab)

Mittlerweile hat das „James Webb“-Weltraumteleskop die älteste Galaxie entdeckt.

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