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Der zweite Mann auf dem Mond, Buzz Aldrin, fotografiert vom ersten, Neil Armstrong.

50 Jahre Mondlandung

Ein beispielloser Kraftakt: Die größte Reise aller Zeiten

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  • Pamela Dörhöfer
    Pamela Dörhöfer
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Vor 50 Jahren betrat der Mensch den Mond. Vorangegangen war ein beispielloser finanzieller und logistischer Kraftakt, verbunden mit dem unbedingten Willen, es zu schaffen.

Wer diesen Moment live vor dem Fernseher erlebt hat, wird ihn wohl nie vergessen: jenen Augenblick, als auf grobkörnigen Schwarz-Weiß-Bildern eine Gestalt mit riesigem Helm und weißem Ganzkörperanzug, ein Köfferchen auf dem Rücken, langsam die Leiter eines staksig wirkenden Gefährts hinunterstieg, seinen in einen dicken Stiefel gepackten linken Fuß vorstreckte und ihn auf die Oberfläche eines rund 400 000 Kilometer entfernten Ortes setzte. In Mitteleuropa war es 3.56 Uhr am 21. Juli 1969, einem Montag, an der US-Ostküste der 20. Juli, 22.56 Uhr, als Neil Armstrong den Mond betrat. Erstmals haben Menschen ihren Heimatplaneten verlassen und sind auf einem anderen Himmelskörper gelandet. Noch heute vermag die Erinnerung daran Gänsehaut auszulösen.

Damals verfolgten rund 600 Millionen Menschen auf der Erde, wie sich Neil Armstrong und wenig später auch Buzz Aldrin auf der grauen, wüstenähnlichen Mondoberfläche mit etwas ulkig und ungelenk anmutenden Sprüngen fortbewegten. Nie zuvor hatten so viele Zuschauer gleichzeitig eingeschaltet – und die Fernsehbilder vermittelten ihnen allen das Gefühl, irgendwie selbst mit dabei zu sein.

Erfolg nach einer ganzen Serie von Niederlagen

Viereinhalb Tage waren seit dem Start der Apollo-11-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Florida vergangen, weniger als neun Jahre hatten die Vorbereitungen gedauert; angesichts der Ungeheuerlichkeit des Vorhabens eine außerordentlich kurze Zeitspanne. Wie nicht selten waren der großen Leistung Niederlagen vorangegangen – im Falle der USA nicht eine, sondern eine ganze Serie, im Weltraum und auf der Erde gleichermaßen. Die Sowjets, erbitterte Kontrahenten im Kalten Krieg, hatten 1957 mit ihrem ersten künstlichen Satelliten in der Erdumlaufbahn für den „Sputnik-Schock“ gesorgt und danach weitere Male ihre Überlegenheit in der Raumfahrt demonstriert – bis hin zum 12. April 1961, als in Person von Juri Gagarin der erste Mensch ins All flog. Im gleichen Monat scheiterte die US-Army bei ihrem Versuch, auf Kuba einzumarschieren und das kommunistische Regime von Fidel Castro zu stürzen.

Etwas Spektakuläres musste her, um die mehrfache Schmach vergessen zu machen und die Konkurrenz auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs zu übertrumpfen. Etwas positiv Besetztes, das gleichzeitig dazu angetan war, den Gegner einzuschüchtern, ohne Waffen bemühen zu müssen. Am 25. Mai 1961 preschte US-Präsident John F. Kennedy im Kongress vor. „Es ist an der Zeit, größere Schritte zu unternehmen, Zeit für ein neues amerikanisches Vorhaben, Zeit, dass dieses Land eine Führungsrolle in der Raumfahrt übernimmt, die in vielerlei Hinsicht der Schlüssel zu unserer Zukunft hier auf der Erde sein könnte… Ich glaube, dass dieses Land es sich zum Ziel setzen sollte, noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu schicken und ihn sicher wieder zur Erde zurückzuholen.“

Die Besatzung von Apollo 11 (v. l.): Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin.

Für die künftigen Mondmissionen wählte die Nasa den Namen Apollo, benannt nach dem griechischen Gott des Lichts, der auf einem Triumphwagen zur Sonne reitet. Nicht einmal zehn Jahre blieben der Raumfahrtbehörde, um die Vorgabe des Präsidenten zu erfüllen. In einer gewaltigen gemeinschaftlichen Anstrengung, mit sehr viel Geld, Beharrlichkeit und unbedingtem Willen gelang es, den Zeitplan einzuhalten, wenngleich knapp. Selbst politische Krisen und schreckliche Ereignisse wie der Bau der Berliner Mauer, die Ermordung John F. Kennedys 1963, die seines Bruders Robert und des Bürgerrechtlers Martin Luther King 1968 oder der Vietnamkrieg ließen die USA nicht davon abrücken, auch nicht die Katastrophe von Apollo 1, bei der während eines Bodentests für den Start am 27. Januar 1967 Feuer ausbrach und alle drei Astronauten in der Kapsel ums Leben kamen.

Mond-Mission: Budget der Nasa um 400 Prozent erhöht

Nach Kennedys Ankündigung wurde das Budget der Nasa um 400 Prozent erhöht, in der Summe ließen sich die USA das Apollo-Programm 24 Milliarden Dollar kosten, etwa 120 Milliarden nach heutigen Maßstäben. Doch die Bereitstellung des Geldes war nur die eine Sache: Jede Menge Spezialisten mussten rekrutiert und auch externe Partner hinzugezogen werden, so waren laut Nasa 20 000 Unternehmen und Universitäten am Apollo-Programm beteiligt. Der enorme Zeitdruck verlangte, dass alles schnell gehen musste. Deshalb stellte die Nasa viele neue Mitarbeiter direkt ein, ohne Vorstellungsgespräch.

Nicht so genau hingesehen beziehungsweise bewusst weggesehen hatte man Jahre vorher bereits beim führenden Nasa-Raketeningenieur Wernher von Braun, der einst in Diensten der Nationalsozialisten die V2-Rakete konzipiert hatte. Für die Nasa entwickelte er die Saturn V-Trägerrakete, die Apollo 11 und alle folgenden Apollo-Missionen sicher zum Mond brachte. Ein 2900 Tonnen schwerer, aus mehr als fünf Millionen Einzelteilen bestehender Koloss, hoch wie ein Wolkenkratzer, ausgestattet mit elf Triebwerken und im Wesentlichen bestehend aus drei übereinander gesteckten Raketenstufen.

Neben der Rakete galt es auch, alle anderen Arten von Raumfahrzeugen zu bauen: eine Kommandokapsel und vor allem eine Fähre, die auf dem Mond mit seiner geringen Schwerkraft landen – und auch wieder von ihm starten musste. Es waren die bis dahin kompliziertesten von Menschen geschaffenen Maschinen. Da ein direktes Hochschießen und Absetzen auf dem Mond nicht praktikabel war, musste eine ausgeklügelte Reiseroute geplant und ein geeigneter Landeplatz gefunden werden; Die Wahl fiel auf das Mare Tranquillitatis, das „Meer der Ruhe“ im Osten der Vorderseite nahe des Äquators.

Und natürlich konnte man auch nicht einfach losfliegen, Manöver im All wie das Andocken von Raumfahrzeugen mussten zunächst geübt werden. Diesem Zweck dienten das Gemini-Programm und die ersten Apollo-Missionen. Auch auf der Erde versuchten Astronauten, Situationen im Weltraum zu trainieren, in der Wüste und im Dschungel. „Es gab niemanden, der das schon einmal gemacht hätte und uns sagen konnte, was wir zu tun hatten, denn niemand hatte die nötigen Erfahrungen“, erzählte Neil Armstrong später.

Armstrong war ebenso wie die beiden anderen Astronauten von Apollo 11, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins, vor seiner Zeit bei der Nasa Pilot gewesen. Freunde wurden die Drei nie. Mike Collins, Pilot der Kommandokapsel, bezeichnete die Besatzungsmitglieder später einmal als „einander freundlich gesinnte Fremde.“ Das klingt wenig romantisch, funktioniert hat es trotzdem.

Der Start von Apollo 11 fand am 16. Juli 1969 statt, einem Mittwoch. In Cape Canaveral herrschten beste Wetterbedingungen, bei 30 Grad dürften die 5000 Ehrengäste auf den Tribünen allerdings kräftig geschwitzt haben. Majestätisch, man kann kein treffenderes Wort finden, hob sich die riesige Rakete auf der Startrampe 39A gegen den blauen Himmel ab, an ihrer Spitze die Kommandokapsel „Columbia“, in der die drei Astronauten dicht gedrängt saßen. Mehr als eine Million Menschen hatten sich in und rund um Cape Kennedy versammelt. Sie sahen, wie die Saturn V um 9.32 Uhr Ortszeit mit donnernden Triebwerken, umgeben von Qualm, Dampf und Flammen, kerzengerade nach oben schoss und dann mit einer Geschwindigkeit von 28 200 Stundenkilometern ins All entschwand.

Die Mondlandung von „Apollo 11“ in Bildern

Bevor Neil Armstrong (l.) und Buzz Aldrin (r.) mit „Apollo 11“ den Mond erkundeten, mussten sie auf der Erde üben. Im Februar 1969 reisten die beiden Astronauten nach Texas, wo sie bei einem geologischen Workshop lernten, wie man unterschiedliche Gesteinsarten unterscheidet und wie man eine für die Umgebung repräsentative Bodenprobe nimmt. Diese Kenntnisse konnten sie mehrere Monate später auf dem Mond gut gebrauchen: Dort sammelten die Astronauten etwa 22 Kilogramm Mondgestein ein, das sie mit zur Erde brachten.
Bevor Neil Armstrong (l.) und Buzz Aldrin (r.) mit „Apollo 11“ den Mond erkundeten, mussten sie auf der Erde üben. Im Februar 1969 reisten die beiden Astronauten nach Texas, wo sie bei einem geologischen Workshop lernten, wie man unterschiedliche Gesteinsarten unterscheidet und wie man eine für die Umgebung repräsentative Bodenprobe nimmt. Diese Kenntnisse konnten sie mehrere Monate später auf dem Mond gut gebrauchen: Dort sammelten die Astronauten etwa 22 Kilogramm Mondgestein ein, das sie mit zur Erde brachten. (tab) © Nasa
Bevor die Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins (v.l.) am 16. Juli 1969 zu ihrer Reise zum Mond aufbrachen, gaben sie am 5. Juli eine Pressekonferenz. Die drei Astronauten saßen dabei in einer Art Glaskasten, der sie so kurz vor der wichtigen Mondmission vor ansteckenden Krankheiten schützen sollte. Die anwesenden Journalisten konnten ihre Fragen über eine Art Gegensprechanlage stellen. Die Nasa sprach damals von „halbisolierten Bedingungen“.
Bevor die Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins (v.l.) am 16. Juli 1969 zu ihrer Reise zum Mond aufbrachen, gaben sie am 5. Juli eine Pressekonferenz. Die drei Astronauten saßen dabei in einer Art Glaskasten, der sie so kurz vor der wichtigen Mondmission vor ansteckenden Krankheiten schützen sollte. Die anwesenden Journalisten konnten ihre Fragen über eine Art Gegensprechanlage stellen. Die Nasa sprach damals von „halbisolierten Bedingungen“. (tab) © Nasa
Da steht sie: Die Saturn-V-Rakete, die die drei Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins mitsamt der Kommandokapsel „Columbia“ und der Mondlandefähre „Eagle“ zum Mond befördern sollte. Die Rakete bestand aus drei Stufen und war unglaubliche 110 Meter hoch. Das Bild zeigt den so genannten „Rollout“, bei dem die Rakete mitsamt der Plattform zum Startplatz gerollt wird.
Da steht sie: Die Saturn-V-Rakete, die die drei Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins mitsamt der Kommandokapsel „Columbia“ und der Mondlandefähre „Eagle“ zum Mond befördern sollte. Die Rakete bestand aus drei Stufen und war unglaubliche 110 Meter hoch. Das Bild zeigt den so genannten „Rollout“, bei dem die Rakete mitsamt der Plattform zum Startplatz gerollt wird. (tab) © Nasa
Vor 50 Jahren - am 16. Juli 1969 startete die Saturn-V-Rakete mit den Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins an Bord von Cape Kennedy in Richtung Mond. Bei strahlendem Sonnenschein staunten 5000 Ehrengäste auf den Tribünen über den Raketenstart, mehr als eine Million Zuschauer hatten sich rund um Cape Kennedy versammelt und schauten zu, wie die USA Geschichte schrieben. Noch mehr Zuschauer hatte die Mondlandung Tage später, bei der mehrere Hundert Millionen Menschen weltweit live am Fernsehgerät saßen.
Vor 50 Jahren - am 16. Juli 1969 startete die Saturn-V-Rakete mit den Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins an Bord von Cape Kennedy in Richtung Mond. Bei strahlendem Sonnenschein staunten 5000 Ehrengäste auf den Tribünen über den Raketenstart, mehr als eine Million Zuschauer hatten sich rund um Cape Kennedy versammelt und schauten zu, wie die USA Geschichte schrieben. Noch mehr Zuschauer hatte die Mondlandung Tage später, bei der mehrere Hundert Millionen Menschen weltweit live am Fernsehgerät saßen. (tab) © Nasa
3-2-1-Start! Die Rakete mit „Apollo 11“ an Bord hebt von Cape Canaveral ab. Für die USA ist das ein äußerst patriotischer Moment - da darf das Bild mit der Rakete vor der US-Flagge nicht fehlen.
3-2-1-Start! Die Rakete mit „Apollo 11“ an Bord hebt von Cape Canaveral ab. Für die USA ist das ein äußerst patriotischer Moment - da darf das Bild mit der Rakete vor der US-Flagge nicht fehlen. (tab) © Nasa
Beim Blick ins Nasa-Kontrollzentrum beim Start von „Apollo 11“ fällt es sofort auf: Es sind nur Männer anwesend. Erst beim genaueren Hinschauen erkennt man, dass unter ihnen auch eine Frau ist: JoAnn Morgan, damals 28, saß an einer der Konsolen (dritte Reihe, leicht links der Bildmitte). Sie war die erste Ingenieurin der Nasa - und hatte einige Hürden zu überwinden. obszöne Anrufe und fehlende Damentoiletten in ihrem von Männern dominierten Bereich gehörten dazu. Morgan biss sich durch und arbeitete bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2003 im bemannten Raumfahrtprogramm der Nasa.
Beim Blick ins Nasa-Kontrollzentrum beim Start von „Apollo 11“ fällt es sofort auf: Es sind nur Männer anwesend. Erst beim genaueren Hinschauen erkennt man, dass unter ihnen auch eine Frau ist: JoAnn Morgan, damals 28, saß an einer der Konsolen (dritte Reihe, leicht links der Bildmitte). Sie war die erste Ingenieurin der Nasa - und hatte einige Hürden zu überwinden. obszöne Anrufe und fehlende Damentoiletten in ihrem von Männern dominierten Bereich gehörten dazu. Morgan biss sich durch und arbeitete bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2003 im bemannten Raumfahrtprogramm der Nasa. (tab) © Nasa
Buzz Aldrin zwängt sich als zweiter Astronaut aus der Mondlandefähre „Eagle“ und klettert die Leiter hinunter zur Mondoberfläche. Aldrin ist der einzige Astronaut von „Apollo 11“, von dem Bilder auf dem Mond existieren. Neil Armstrong hat ihn einige Male fotografiert, unter anderem neben der amerikanischen Flagge oder beim Aufbau von Experimenten – während Aldrin bei seinen Einsätzen als Fotograf schlicht vergessen hatte, den ersten Menschen auf dem Mond abzulichten.
Buzz Aldrin zwängt sich als zweiter Astronaut aus der Mondlandefähre „Eagle“ und klettert die Leiter hinunter zur Mondoberfläche. Aldrin ist der einzige Astronaut von „Apollo 11“, von dem Bilder auf dem Mond existieren. Neil Armstrong hat ihn einige Male fotografiert, unter anderem neben der amerikanischen Flagge oder beim Aufbau von Experimenten – während Aldrin bei seinen Einsätzen als Fotograf schlicht vergessen hatte, den ersten Menschen auf dem Mond abzulichten. (tab) © Nasa
Von Neil Armstrong gibt es nur ein Foto, das ihn auf dem Mond zeigt - aber auch nur indirekt: Armstrong spiegelt sich im Visier Buzz Aldrins, den er auf der Mondoberfläche fotografiert hat. Nachträglich ärgerten sich die Verantwortlichen darüber, dass es nicht geplant war, die Astronauten auf dem Mond zu fotografieren.
Von Neil Armstrong gibt es nur ein Foto, das ihn auf dem Mond zeigt - aber auch nur indirekt: Armstrong spiegelt sich im Visier Buzz Aldrins, den er auf der Mondoberfläche fotografiert hat. Nachträglich ärgerten sich die Verantwortlichen darüber, dass es nicht geplant war, die Astronauten auf dem Mond zu fotografieren. (tab) © Nasa
Genau genommen ist das das einzige Bild, das Neil Armstrong auf der Mondoberfläche zeigt. Allerdings wurde es nicht während dem Ausflug auf der Mondoberfläche aufgenommen, sondern danach. Armstrong befindet sich wieder in der Landefähre „Eagle“, den Helm hat er längst abgesetzt. Aber seinem Gesicht sieht man die Erleichterung an. 
Genau genommen ist das das einzige Bild, das Neil Armstrong auf der Mondoberfläche zeigt. Allerdings wurde es nicht während dem Ausflug auf der Mondoberfläche aufgenommen, sondern danach. Armstrong befindet sich wieder in der Landefähre „Eagle“, den Helm hat er längst abgesetzt. Aber seinem Gesicht sieht man die Erleichterung an. (tab) © Nasa
Was auf diesem Bild aussieht wie ein selbstgebasteltes Etwas ist in Wahrheit die Mondlandefähre „Eagle“. Sie steckte in der dritten Stufe der Saturn-V-Rakete und wurde vom Kommandomodul „Columbia“ dort herausgelöst. Im Mondorbit trennte sie sich von „Columbia“, stieg auf die Mondoberfläche herab - und traf sich mit dem Kommandomodul später in der Mondumlaufbahn wieder - in der Raumfahrt spricht man bei diesem Manöver von einem „Rendezvous“.
Was auf diesem Bild aussieht wie ein selbstgebasteltes Etwas ist in Wahrheit die Mondlandefähre „Eagle“. Sie steckte in der dritten Stufe der Saturn-V-Rakete und wurde vom Kommandomodul „Columbia“ dort herausgelöst. Im Mondorbit trennte sie sich von „Columbia“, stieg auf die Mondoberfläche herab - und traf sich mit dem Kommandomodul später in der Mondumlaufbahn wieder - in der Raumfahrt spricht man bei diesem Manöver von einem „Rendezvous“. (tab) © Nasa
Am 24. Juli 1969 wasserte die Kapsel mit den drei „Apollo 11“-Astronauten im Pazifik. Zuerst hingen die Astronauten kopfüber in der Kapsel - und den Männern, die zuvor Unglaubliches geleistet hatten, wurde dabei übel. „Es war eine Sache, falsch herum zu landen“, erklärte Aldrin später. „Aber es wäre eine ganz andere gewesen, vor den Fernsehkameras aus dem Raumschiff zu steigen und dabei wild um sich zu reihern.“ Ein Helikopter und das Schiff „USS Hornet“ bargen die Astronauten schließlich. An Bord des Schiffs wurden die Raumfahrer von Präsident Richard Nixon begrüßt - aber erst, nachdem sie in eine Quarantänestation gebracht worden waren.
Am 24. Juli 1969 wasserte die Kapsel mit den drei „Apollo 11“-Astronauten im Pazifik. Zuerst hingen die Astronauten kopfüber in der Kapsel - und den Männern, die zuvor Unglaubliches geleistet hatten, wurde dabei übel. „Es war eine Sache, falsch herum zu landen“, erklärte Aldrin später. „Aber es wäre eine ganz andere gewesen, vor den Fernsehkameras aus dem Raumschiff zu steigen und dabei wild um sich zu reihern.“ Ein Helikopter und das Schiff „USS Hornet“ bargen die Astronauten schließlich. An Bord des Schiffs wurden die Raumfahrer von Präsident Richard Nixon begrüßt - aber erst, nachdem sie in eine Quarantänestation gebracht worden waren. (tab) © Nasa
Zurück auf der Erde und aus der wochenlangen Quarantäne befreit, wurden Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wie Popstars begeistert gefeiert. Das Bild zeigt eine Parade in New York City - die nur der Start war eines 20-stündigen Tages, der die Astronauten noch zu einer Parade nach Chicago brachte und anschließend nach Los Angeles, zu einem Staatsdinner mit Präsident Richard Nixon.
Zurück auf der Erde und aus der wochenlangen Quarantäne befreit, wurden Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins wie Popstars begeistert gefeiert. Das Bild zeigt eine Parade in New York City - die nur der Start war eines 20-stündigen Tages, der die Astronauten noch zu einer Parade nach Chicago brachte und anschließend nach Los Angeles, zu einem Staatsdinner mit Präsident Richard Nixon. (tab) © Nasa

Auf dem Boden übernahm wenig später das Flugkontrollzentrum in Houston die Begleitung, während die Astronauten bewundern konnten, wie die Erde zu einer Kugel wurde. „Es war ein beeindruckendes Erlebnis, den Planeten zu verlassen und zu erkennen, dass es von allein keinen logischen Grund für das Raumschiff gab, je wieder auf ihn zurückzustürzen“, erinnerte sich Armstrong. „Das zeigte uns, welch eine herausragende Leistung wir erbringen mussten, um heimzukehren.“

Nach einer Nacht an Bord erhielten die drei Astronauten Nachrichten von der Erde und erfuhren, dass die sowjetische Raumsonde Luna 15 die Mondumlaufbahn erreicht hatte. Sie war drei Tage vor dem Start von Apollo 11 ins All geschossen worden – ein verzweifelter Versuch, den Amerikanern die Schau zu stehlen. Luna 15 sollte auf dem Mond landen und Bodenproben zur Erde bringen, bevor dies Apollo 11 gelang. Doch die Mission scheiterte kläglich: Sie stürzte am Tag nach der Mondlandung ab.

Während des Flugs zum Mond sendeten die drei Astronauten mehrmals live aus ihrer Kapsel. Sie zeigten die Erde von oben, vollführten Kunststückchen in der Schwerelosigkeit. Nach vier Nächten in der engen Kapsel zogen sich die Astronauten ihre Raumanzüge an. In voller Montur stiegen Armstrong und Aldrin in die Landekapsel „Eagle“, in der es aus Platzgründen keine Sitze gab, nur Fußhalterungen mit Klettverschlussstreifen, Haltegriffe und Armlehnen. 56 Minuten nach der Trennung von der „Columbia“ zündeten Armstrong und Aldrin das Abstiegstriebwerk der Mondlandefähre, die „Eagle“ trat in den Landeorbit ein.

„Houston, hier Tranquility Base. Der Adler ist gelandet.“

Dann aber leuchtete eine gelbe Warnlampe auf und es ertönte ein Alarmsignal des Computers – und weitere sollten folgen. Auslöser war eine Überlastung des Bordcomputers: Er hatte zu viele Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, wie die Bodencrew anhand des Fehlercodes herausbekam. Doch schnell kam die Entwarnung: Der Computer war darauf programmiert, unwichtigere Aufgaben zu ignorieren, wenn es wichtige Aufgaben gab.

Kaum war das überstanden, wartete die nächste Herausforderung auf die beiden Astronauten: eine geeignete Landestelle finden und dort landen, bevor der Mondlandefähre der Treibstoff ausgeht. Etwa 30 Meter über der Oberfläche waren nur noch fünf Prozent der ursprünglichen Treibstoffmenge übrig. Doch alles ging gut. Die Mondlandefähre setzte sanft auf und Armstrong sprach die ersten historischen Worte: „Houston, hier Tranquility Base. Der Adler ist gelandet.“

Jubel brach aus, selbst diejenigen, die in den USA in Zeiten des Vietnamkriegs nicht gut auf ihr Land zu sprechen waren, hielten die Mondlandung für eine außergewöhnliche Leistung. Neil Armstrong und Buzz Aldrin hatten keine Zeit, ihren Erfolg zu feiern. Sie schüttelten sich die Hand, klopften sich gegenseitig auf die Schulter – und widmeten sich wieder ihren Checklisten. Ein besonderes Problem stellte die Einge in der Mondlandefähre dar: Sie erschwerte das Anziehen der Anzüge. „Wir fühlten uns wie zwei Footballspieler, die in einem Igluzelt die Plätze wechseln wollten“, erinnerte sich Buzz Aldrin später. Schließlich hatten es die Astronauten geschafft, sich anzukleiden, den Kabinendruck zu senken und die Luke nach draußen zu öffnen. Armstrong kroch rückwärts durch die kleine Öffnung, die ihn auf dem Mond führte.

Und kurz darauf lüftete der Astronaut auch ein gut gehütetes Geheimnis: Die ersten Worte, die er auf der Mondoberfläche sprechen würde, kannte bis dahin niemand, nicht einmal seine Mannschaftskameraden wussten es. „That’s one small step for man, one giant leap for mankind“, sagte Armstrong. Später erklärte er, er habe es nicht für sonderlich wichtig gehalten, was er auf dem Mond sage, „aber andere Menschen anscheinend schon“.

Sechzehn Minuten nach Armstrongs erstem Schritt auf einem fremden Himmelskörper stieg auch Aldrin aus der Mondlandefähre und wurde dabei von seinem Kollegen fotografiert. Dabei entstanden die Bilder, die von vielen Menschen für immer mit dem ersten Menschen auf dem Mond verbunden werden. Tatsächlich zeigen alle Aufnahmen auf dem Mond, auf denen ein Astronaut zu sehen ist, Buzz Aldrin.

Zu den Aufgaben der Astronauten auf dem Mond zählten neben Experimenten auch repräsentative Pflichten: Zuerst enthüllten sie eine Plakette mit der Inschrift „Hier haben Menschen vom Planeten Erde im Juli 1969 n. Chr. den Mond betreten. Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit.“. Außerdem sollten sie eine amerikanische Flagge aufstellen – was gar nicht so einfach war und fast zu einem PR-Desaster geworden wäre: Den Astronauten gelang es nicht, den Mast tief genug in den Grund zu drücken – und so fürchteten sie die ganze Zeit, die amerikanische Flagge könnte vor den Augen des weltweiten Fernsehpublikums in den Mondstaub fallen.

Nach zwei Stunden und 31 Minuten kehrten Aldrin und Armstrong in die Mondlandefähre zurück. „Ich weiß noch, wie ich dachte: Mann ich würde gern länger draußen bleiben, weil es noch weitere Dinge gibt, die ich gern sehen und tun würde“, erinnert sich Armstrong in seiner Biografie. Die Mondlandschaft beschrieb er als „fremdartig, aber sehr schön“.

Nachdem beide Astronauten wieder in der Kapsel angekommen waren, warfen sie allen überflüssigen Ballast von Bord – neben Müll blieben unter anderem auch die Kameras auf dem Mond. Nur die Filme nahmen die Astronauten mit zurück zur Erde. Auch die „Eagle“ liegt auf dem Mond. Nach dem Rendezvous mit der „Columbia“ wurde die Landefähre abgestoßen. Sie trieb mehrere Jahre lang durchs All, bis sie schließlich auf den Mond stürzte.

Nach der Rückkehr in die Quarantäne - aus Angst vor „Mondbazillen“

Zweieinhalb Tage dauerte die Reise zurück zur Erde. 1740 Kilometer südwestlich von Honolulu landete die Kapsel im Pazifik. Als die drei Männer dort im Wasser trieben, wurden ihnen, die in den vergangenen Tagen die unglaublichsten Dinge getan hatten, übel. Nach einer knappen halben Stunde erlösten Taucher die Astronauten und überreichten ihnen biologische Schutzanzüge, die die Welt vor den vermeintlichen „Mondbazillen“ bewahren sollten. Drei Wochen musste die Crew in Quarantäne bleiben – Zeit, sich Gedanken zu machen, wie ihre Bekanntheit sich auf ihr künftiges Leben und das ihrer Familien auswirken würde. „Wir waren nicht naiv, aber wir hätten nie geahnt, wie gewaltig das Interesse der Öffentlichkeit an uns tatsächlich war“, erzählte Armstrong später seinem Biografen.

Das Interesse war riesengroß. Geschätzte vier Millionen Menschen säumten die Straßen, als die Astronauten in einer Parade durch New York zogen. Später folgte eine Tour durch die ganze Welt – die Astronauten waren Helden und wurden gefeiert wie Popstars.

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