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In Deutschland könnte es noch mehr Solaranlagen geben.
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In Deutschland könnte es noch mehr Solaranlagen geben.

Öko-logisch

Ja zur Energiewende

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Das Thema Klimawandel brennt den Menschen auf den Nägeln.

Etwa zwei Millionen Solaranlagen gibt es in Deutschland. Sie liefern, übers Jahr gesehen, rund zehn Prozent des hierzulande verbrauchten Stroms. Auf jeden vierzigsten Bürger kommt eine solche Anlage. Da ist also noch ziemlich viel Luft nach oben. Warum nicht auf jeden zehnten? Oder gleich jeden? Platz auf den Dächern ist noch jede Menge, und Solarstrom hat, wenn er dort produziert wird, einen unschlagbaren Vorteil. Er entsteht verbrauchsnah, und mit Batteriespeichern kann so ein erheblicher Teil der in den Haushalten benötigten Elektrizität abgedeckt werden.

Einflussreiche Nachbarschaft

Ob Bürger:innen sich Solaranlagen aufs Dach bauen lassen, hängt von vielen Faktoren ab. Rechnet es sich? Möchte man einen Beitrag zur Energiewende leisten? Freut man sich darüber, selber Strom produzieren zu können? Doch noch etwas anderes spielt eine Rolle, wie ein Team des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung und der Columbia University in New York herausgefunden haben: Wieviele Solarpanele wie weit weg vom eignen Haus sind – das bestimmt die Wahrscheinlichkeit, ob man selbst ebenfalls eine solche Anlage auf dem Dach hat. Es gibt hier einen Ansteckungs-Effekt. Einen positiven Solar-Virus, sozusagen.

Im Prinzip gilt danach: Wer ein Solarpanel vom eigenen Fenster aus sieht, der beschließt mit größerer Wahrscheinlichkeit, auch eines auf das eigene Dach montieren zu lassen. Die PIK-Forscher waren eigentlich davon ausgegangen, dass andere Faktoren relevanter seien. Zum Beispiel das Einkommen, der Bildungshintergrund oder die Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb des gleichen sozialen Netzwerks wie etwa in einem Schulbezirk. Doch es stellte sich bei der Untersuchung heraus: Nicht diese Faktoren, sondern die geografische Entfernung ist mit Abstand der wichtigste Punkt. Je mehr Solaranlagen es im engen Umkreis gibt, umso wahrscheinlicher ist es, dass man auch eine hat. Konkret: Die Wahrscheinlichkeit, ein Solarpanel auf dem Dach zu haben, halbiert sich in etwa über die Länge eines Fußballfeldes.

Das Forschungsteam hat seine Untersuchung zwar in den USA gemacht, im kalifornischen Fresno. Doch es schließt daraus, dass allgemein gilt: Ein „Säen“ von Solarpanels in Gegenden, in denen es bisher nur wenige gibt, kann ein Stadtviertel und letztlich die ganze Region überzeugen. Ein unkonventionelle Anregung. Sollten die Planer der nächsten EEG-Novelle mal drüber nachdenken.

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