20 Jahre bemannte Raumstation: die Internationale Raumstation (ISS) feiert Geburtstag.
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20 Jahre bemannte Raumstation: die Internationale Raumstation (ISS) feiert Geburtstag.

Internationale Raumstation

20 Jahre ISS: Spannende Fakten über die Internationale Raumstation

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Raumschiff, Observatorium, Labor: die Internationale Raumstation (ISS) wird 20 Jahre alt. Doch wussten Sie schon alles über das größte menschengemachte Objekt im Orbit?

Die Internationale Raumstation feiert Geburtstag. Am 2. November 2020 ist die unwahrscheinlichste Maschine, die die Menschheit je gebaut hat, seit zwanzig Jahren von Astronauten bewohnt. Mit der ISS kam die größte internationale Zusammenarbeit im Weltraum zustande. Und es gibt einige spannende Fakten über die Raumstation, die unseren Planeten umkreist.

Internationale Raumstation (ISS): Über 16 Staaten involviert

Die Glanzzeit der Raumfahrt war geprägt von dem Konflikt zweier Supernationen: den USA und der Sowjetunion. Daher liegt der Schluss nahe, dass es sich bei der ISS vor allem um ein Projekt der USA und dem späteren Russland handelt. Weit gefehlt: in die Konstruktion der ISS waren mehr als 16 Staaten involviert, darunter die beiden genannten Nationen, Kanada, Japan, Belgien, Brasilien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich.

Mit internationaler Zusammenarbeit und fortwährender Vergrößerung der Raumstation hält die ISS einen Rekord. Sie ist das größte bemannte Objekt, das jemals in den Weltraum gebracht wurde. Das unter Druck stehende Volumen der ISS entspricht etwa dem einer Boeing 747. Damit ist die Raumstation viermal größer als die russische Raumstation MIR und fünfmal größer als die US-Station Skylab. Doch Größe hat auch ihren Preis: Mit über 120 Milliarden US-Dollar ist die ISS das teuerste einzelne Objekt, das jemals gebaut wurde.

ISS ist zehnmal schneller als eine Gewehrkugel

Trotz einer stolzen Spannweite von 109 Metern bewegt sich die ISS unglaublich schnell. Sie bereist den Erdorbit mit einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h, vergleichbar mit der zehnfachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel auf der Erde. Trotz dieser, aus Erdsicht beinahe absurden Geschwindigkeit, kann die ISS von der Erde aus beobachtet werden. Dazu ist kein Teleskop nötig. Als dritthellstes Objekt am Nachthimmel ist die ISS gut sichtbar. Um sie zu beobachten, müssen Sie nach einem Flugzeug-ähnlichen Licht Ausschau halten, das sich schnell über den Nachthimmel bewegt. Die besten Chancen haben Sie bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Die Kosmonauten Oleg Germanowitsch Artemjew und Sergei Walerjewitsch Prokopjew bringen bei einem knapp siebenstündigen Einsatz eine Antenne an der Außenhülle der ISS an.

Astronauten auf der ISS müssen sich oft ähnlichen Fragen bezüglich ihrer Grundbedürfnisse stellen. Vor allem um das Essen und den Toilettengang der Astronauten ranken sich zahlreiche Mythen. Auf der ISS gibt es zwei Weltraumtoiletten, an denen sich die Astronauten festbinden, um sie zu benutzen. Der Urin wird dabei gefiltert und zu Trinkwasser recycelt. Da Flüssigkeiten auf der ISS wegen der empfindlichen elektrischen Geräte an Bord gefährlich sein können, werden Getränke aus Plastikbechern konsumiert, während das Essen von mit Magneten befestigten Tabletts verzehrt wird. Ein schneller Snack steht allerdings nicht im Programm. Sämtliches Essen ist in Dosen verpackt, dehydriert oder abgepackt, damit es keiner Kühlung bedarf.

Astronauten auf der ISS müssen sich Bedingungen anpassen

Auf der ISS müssen sich Astronauten mit körperlichen Veränderungen auseinandersetzen. Dabei kann es sich um kleine Veränderungen handeln, wie etwa abfallende Hornhaut an den Füßen. „Die Hornhaut an den Füßen fällt eventuell ab, wodurch die Fersen der Füße sehr weich werden, wie Baby-Haut“, beschreibt NASA-Astronaut Scott Kelly den Prozess. „Aber die Oberseite meiner Füße hat raue Haut gebildet, weil ich sie benutze, um mich in der Raumstation zu bewegen.“ Nicht nur die Hornhaut kann abfallen, was mancher Erdenbewohner als positiven Nebeneffekt betrachten könnte, auch die Physis der Astronauten ist betroffen. In Ermangelung der Erdschwerkraft können menschliche Knochen und Muskeln verkümmern, weshalb Astronauten jeden Tag Fitness betreiben, um sich körperlich in Schuss zu halten.

Auf der Internationalen Raumstation müssen die Astronauten täglich trainieren, hier Alexander Gerst.

Virensichere Computer auf der ISS? Weit gefehlt!

Alle Astronauten an Bord der ISS haben eigene Laptops und einen Zugang zum Internet. Dieser wird durch das Kommunikationssystem der NASA bereitgestellt, das über TDRS-Satelliten übertragen wird. Doch auch Laptops im Weltraum sind nicht sicher vor Viren. Die 52 Computer an Bord der ISS wurden mehr als einmal mit Viren infiziert, unter anderem mit einem Wurm mit der Bezeichnung „W32.Gammima.AG“, der Passwörter durch Online-Videospiele auf der Erde gestohlen hat. Die NASA bezeichnete den Wurm als „Ärgernis“, er richtete aber keinen großen Schaden an.

Der Sauerstoff auf der ISS wird übrigens selbst produziert. Durch einen als „Elektrolyse“ bezeichneten Prozess werden Wassermoleküle mithilfe eines Impulses der Solarpanele der Station in Wasserstoff- und Sauerstoffmoleküle gespalten. (Marvin Ziegele)

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