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Island, vom Weltraum aus gesehen.
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Bloß der Kopf eines versunkenen Kontinents? Island, vom Weltraum aus gesehen.

Theorie vorgestellt

Island könnte die Spitze eines versunkenen Kontinents sein

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Eine neue Theorie will genügend Belege für die Annahme haben, dass Island vor Jahrmillionen Teil eines ganzen Kontinents war. Was soll mit ihm passiert sein?

Island – „Islandia“, das klingt gleich viel kontinentaler als das dagegen fast schon schnöde „Island“. Diesen Namen schlägt ein Team von Forscher:innen vor für etwas, zu dem Island ihnen zufolge vor rund 10 Millionen Jahren mal gehört haben könnte: ein ganzer Kontinent, in der Fläche ungefähr so groß wie Frankreich.

Die Theorie passe zu Erkenntnissen über die Erdkruste unter der Insel wie auch zu geologischen Phänomenen am Boden des umliegenden Ozeans, heißt es in einem Kapitel eines fachwissenschaftlichen Buches, das im kommenden Jahr erscheinen soll. Würde sich diese Idee international durchsetzen, wäre das nicht nur eine kleine geologische Sensation, sondern auch Grund zum Jubeln für skandinavische Länder – vorausgesetzt, „Islandia“ birgt fossile Rohstoffvorkommen.

Neue Theorie zur Entstehung Islands bringt ganzen versunkenen Kontinent ins Spiel

Es gebe Spuren kontinentaler Geologie von Grönland bis Skandinavien, berichtet Gillian Foulger, leitender Autor des Kapitels. „Ein Teil davon im Westen und Osten ist jetzt unter die Wasseroberfläche gesunken, aber es steht immer noch höher, als es sollte. ... Wenn der Meeresspiegel um 600 Meter sinken würde, dann würden wir viel mehr Land über der Oberfläche des Ozeans sehen“, erklärte er dem Wissenschaftsportal „Live Science“.

Üblicherweise gehe man in der Geophysik davon aus, dass Island vor 60 Millionen Jahren über einer vulkanischen Plume entstanden ist, einer Art Fahne heißen Gesteinsmaterials, die aus tieferen Erdschichten kommend an die Oberfläche bricht. Die Autor:innen haben dagegen eine alternative Erklärung für die Entstehung Islands vorgelegt. Demnach sei „Islandia“ ein vom Urkontinent Pangäa abgebrochenes Stück, das bis 10 Millionen Jahre vor unserer Zeit aus dem nordatlantischen Ozean herausgeragt ist. Das erkläre, warum die Erdkruste unter Island viel dicker sei als üblich. Mehr als 600.000 Quadratkilometer groß könnte der Kontinent mal gewesen sein.

„Islandia“: Bildete ein Teil von Pangäa einst einen Kontinent von Grönland bis Skandinavien?

Außerdem gebe es fossile Belege dafür, dass Pflanzen ähnlicher Art auf Grönland wie auch in Skandinavien existiert haben, erklären die Wissenschaftler:innen in dem Kapitel. Auch das spreche dafür, dass es zwischen den Gebieten einst Festland gab.

Mehrere Geolog:innen und Geophysiker:innen äußerten sich gegenüber Live Science verhalten bis skeptisch zu der neuen Theorie. Es gebe ebenso klare Belege für die gegenwärtig dominanten Theorien zum Entstehen Islands, heißt es, die Theorie eine „gewagte Behauptung“.

Hier könnte sich also in den nächsten Jahren eine Fachdebatte entwickeln, bei der möglicherweise noch ganz andere Ideen aufs Tapet gebracht werden. DIe Aufmerksamkeit einer Industrie können sich die Forscher:innen dabei sicher sein: die der Rohstoffförderer. Sollte es „Islandia“ wirklich gegeben haben und dort fossile Rohstoffe wie Erdöl gefunden werden, stünde es per internationalem Recht dem Land zu, unter dessen Kontinentalschelf es lagert, heißt es bei Live Science. Bleibt offen, ob es politisch dann überhaupt noch durchsetzbar sein wird, klimaschädliche Rohstoffe aus der Erde zu holen. (mp)

Während auf der Erde mutmaßlich versunkenes Land gesucht wird, fragen sich Wissenschaftler:innen, welchen Weg das Wasser auf dem Mars genommen hat, das es dort einst in größerem Umfang als heute gab. Mitte Mai hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa dazu eine neue Studie vorgelegt – die mit alten Gewissheiten bricht. (Matthis Pechtold)

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