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Wissenschaft

Corona-Studie in Ischgl: Immunität nach Infektion hält lange an

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Eine Studie gibt neue Hinweise auf die Frage der Immunität nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Untersuchungen wurden dafür in Ischgl durchgeführt.

  • Der beliebte Skiort Ischgl in Österreich war im vergangenen Jahr ein Hotspot für die Verbreitung des Coronavirus.
  • In einer Studie haben Forschende über 900 mit Corona infizierte Bewohner:innen von Ischgl untersucht.
  • Selbst acht Monate nach der ersten Corona-Infektion konnten noch Antikörper nachgewiesen werden.

Ischgl – Der österreichische Skiort Ischgl war im vergangenen Jahr zu einem Ausgangspunkt für die Verbreitung des Coronavirus in Europa geworden. So schlimm das war, so hilfreich sind die folgenden Studien mit Einheimischen für die Wissenschaft. Es handelt sich dabei um eine der bislang größten und längsten Verlaufsstudien zur Immunität nach Covid-19.

Bereits im April 2020 hat ein Forschungsteam der Medizinischen Universität Innsbruck in einer Antikörperstudie die Immunität der Bewohnerinnen und Bewohner von Ischgl untersucht. Im November wurden sie erneut getestet. Das Ergebnis: Auch acht Monate nach den ersten Infektionen waren noch Antikörper gegen das Coronavirus nachweisbar.

Der österreichische Skiort Ischgl gilt als einer der Ausgangspunkte der Verbreitung des Coronavirus in Europa.

Corona-Studie in Ischgl: Neue Erkenntnisse zu Immunität und Antikörpern

An der Studie hatten mehr als 900 Menschen aus Ischgl zwischen 18 und 89 Jahren teilgenommen. Die Seroprävalenz hatte im April bei 51,4 Prozent gelegen. Dieser Wert bezeichnet die Häufigkeit von Antikörpern in den Blutproben. Im November betrug die Seroprävalenz noch immer 45,4 Prozent. „Trotz leichtem Rückgang der Antikörperkonzentration im Vergleich zur ersten Studie können wir damit von einer relativ stabilen Immunität sprechen“, sagt Dorothee von Laer, Direktorin des Instituts für Virologie an der Universität Innsbruck.

93 Proben zogen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem heran, um nach T-Zellen zu suchen. Denn die Immunantwort der Körperabwehr auf das Virus besteht nicht nur aus Antikörpern, sondern auch aus spezifischen Immunzellen. Es gibt unterschiedliche davon, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Eine Untergruppe sind „Killerzellen“, die in der Lage sind, infizierte Zellen zu erkennen und zu vernichten – im Gegensatz zu den Antikörpern, die das Virus direkt attackieren. Deshalb wird das Vorhandensein solcher T-Zellen als zelluläre Immunität bezeichnet.

Verlaufsstudie aus Ischgl: Verhältnis von Antikörpern und Heftigkeit der Corona-Symtome

Selbst wenn keine Antikörper mehr vorhanden sind, kann auch eine zelluläre Immunität einen Schutz vor einer schweren Erkrankung bieten. Im Fall der Gruppe aus Ischgl ließ sich eine T-Zellimmunantwort „auch in Proben mit kaum oder nicht mehr nachweisbarem Antikörpertiter belegen“, sagt Dorothee von Laer. Das untermauere die Rolle der zellulären Immunität nach Covid.

Auch nährt die Studie einen weiteren Verdacht: den, dass die Immunantwort umso stärker und länger ist, je schwerer eine Infektion war. Tatsächlich stellte das Forschungsteam fest, dass umso mehr neutralisierende Antikörper vorhanden waren, je heftiger die Covid-Symptome waren. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Felix Hörhager/dpa

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