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Vier Raumschiffe sind derzeit an der ISS angedockt: Die Sojus-Kapseln MS-12 und MS-13, die die Astronauten transportieren können, außerdem noch die unbemannten Transporter „Dragon“ (SpaceX) und „Progress“ (Russland). Beim Docking-Manöver geht es um den Platz, an dem sich derzeit die Sojus MS-13 befindet. (Stand: 6. August 2019)

Internationale Raumstation

Internationale Raumstation: Astronauten müssen Sojus „umparken“

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Eine unbemannte Sojus-Kapsel soll einen ganz besonderen Gast zur ISS transportieren. Doch das Andock-Manöver scheitert und wird abgebrochen. Der Passagier muss sich gedulden - und die ISS-Astronauten müssen eine andere Sojus umparken.

Update vom 25.08.2019, 13.00 Uhr: Nachdem das Andocken der unbemannten Sojus-Raumkapsel MS-14 an die Internationale Raumstation ISS am Samstag gescheitert ist und abgebrochen wurde, soll es einen zweiten Versuch geben, die Kapsel am russischen Segment anzudocken. Während die Sojus eigentlich am russischen Poisk-Modul andocken sollte, soll sie es dieses Mal am ebenfalls russischen Swesda-Modul versuchen. Dabei gibt es jedoch einen Haken: Am Swesda-Modul befindet sich bereits eine andere Sojus-Kapsel (MS-13).

MS-13 hatte die Astronauten Alexander Skworzow (Roskosmos), Andrew Morgan (Nasa) und Luca Parmitano (Esa) im Juli zur ISS transportiert - und muss jetzt für die Sojus MS-14 Platz machen. Dazu müssen Skworzow, Morgan und Parmitano ihre Druckanzüge anziehen, ihre Plätze in der Sojus-Kapsel einnehmen und die Kapsel umparken. Das Umpark-Manöver soll 25 Minuten dauern und am frühen Montagmorgen (5.34 Uhr) abgeschlossen sein.

Astronauten auf der ISS müssen defektes Teil austauschen

Zuvor haben die sechs Astronauten auf der ISS allerdings noch eine andere Aufgabe: Sie müssen den defekten Verstärker im Kurs-Dockingsystem des Poisk-Moduls austauschen, der zu dem Problem beim Andocken am Samstag führte - auch wenn die Sojus MS-13 dieses System zum Andocken nicht nutzen wird. Im Gegensatz zur unbemannten MS-14 kann hier der Russe Skworzow jederzeit die manuelle Steuerung übernehmen und das Andock-Manöver selbst durchführen. Ein ähnliches Manöver wurde 2015 durchgeführt.

Die Sojus MS-14 ist eigentlich eine Raumkapsel, die bemannt fliegt - daher fehlt die Möglichkeit, die Kapsel von der ISS aus steuern zu können. Der Flug der Sojus ist unbemannt, weil es sich um einen Testflug handelte: Getestet wurde, ob die bemannten Sojus-Kapseln auch einen anderen Raketentyp nutzen können, der bisher nur für unbemannte Flüge der russischen „Progress“-Raumfrachter eingesetzt wurden.

Andock-Manöver einer Sojus-Raumkapsel an ISS scheitert und wird abgebrochen

Erstmeldung: Eigentlich sollte die Internationale Raumstation (ISS) am Samstagvormittag Besuch von einem ganz besonderen Gast bekommen: Der erste humanoide Roboter Russlands befindet sich an Bord einer unbemannten Sojus-Rakete. Doch die konnte nicht wie geplant am Poisk-Modul im russischen Segment der ISS andocken.

Die unbemannte Sojus-Raumkapsel näherte sich der Internationalen Raumstation ISS - doch das Andock-Manöver musste abgebrochen werden.

Das automatische Andockmanöver, das für 7.30 Uhr vorgesehen war, wurde wegen eines technischen Problems abgebrochen, als die Sojus-Kapsel noch etwa sechzig Meter von der ISS entfernt war. Die Astronauten an Bord der Raumstation - derzeit sind es drei US-Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener - waren nicht in Gefahr.

Die Sojus-Kapsel habe sich wieder von der ISS entfernt, teilte die russische Raumfahrtorganisation Roskosmos mit. Die Raumkapsel sei auf einer sicheren Umlaufbahn über und hinter der ISS, so die US-Raumfahrtorganisation Nasa. Auf dieser Flugbahn nähere sich die Sojus der Raumstation in 24 und 48 Stunden wieder.

Problem liegt bei der Internationale Raumstation ISS und nicht an der Sojus-Kapsel

Nach Angaben der Nasa liegt das Problem am Andocksystem der ISS und nicht an der Sojus-Kapsel. Die Astronauten sollen deshalb ein Teil an Bord der ISS austauschen. Zu diesem Zweck sollen sie von der Bodenstation detaillierte Fotos und Anweisungen erhalten. In einigen Tagen und nach mehreren Tests soll ein zweiter Andock-Versuch unternommen werden. Roskosmos nennt dafür frühestens Montag, den 26. August.

Da ist es gut, dass sich nur ein geduldiger Passagier an Bord der Raumkapsel befindet: Der humanoide Roboter „Fedor“ (SkybotF850) ist mit der Kapsel am Donnerstag gestartet und muss nun weiter ausharren, bis er seine eigentliche Arbeit erledigen kann: Auf der ISS sollen seine Fähigkeiten getestet werden. Der 1,80 Meter große und 160 Kilogramm schwere Roboter ahmt Bewegungen nach und lernt so menschliche Handlungsabläufe. Er kann beispielsweise eine Wasserflasche öffnen. Auf der ISS soll er lernen, solche Aufgaben in der Schwerelosigkeit zu erfüllen. Langfristig soll „Fedor“ gefährliche Aufgaben wie Weltraumspaziergänge übernehmen.

Internationale Raumstation ISS sollte Nahrungsmittel und Medikamente bekommen

Neben dem Roboter „Fedor“ hat die Sojus-Raumkapsel auch Nahrungsmittel und Medikamente für die Besatzung dabei. Am 6. September sollte die Sojus-Kapsel eigentlich von der ISS abkoppeln und zur Erde zurückkehren. Dieser Termin dürfte sich nach dem verpatzten Andock-Manöver allerdings auch nach hinten verschieben.

Derzeit sind vier Raumschiffe an der Internationalen Raumstation angedockt: Die beiden unbemannten Raumfrachter Dragon-18 und Progress 73, sowie die Sojus-Kapseln Sojus MS-12 und Sojus MS-13, die die Astronauten von der Erde zur ISS und zurück transportieren.

Nicht der erste Rückschlag für die russische Raumfahrt

Es ist nicht der erste Rückschlag für die russische Raumfahrt in der letzten Zeit. Im vergangenen Jahr musste eine bemannte Sojus-Kapsel kurz nach dem Start wegen technischer Probleme notlanden. Die Astronauten Nick Hague (Nasa) und Alexej Owtschinin (Roskosmos) blieben dabei unverletzt. Außerdem ist immer noch nicht geklärt, wie das Leck in eine Sojus-Kapsel gelangen konnte, die im vergangenen Jahr an der ISS angedockt war. Möglicherweise entstand es - absichtlich oder unabsichtlich - auf der Erde, es ist jedoch auch möglich, dass es erst im All gebohrt wurde. Seit einiger Zeit ist es von russischer Seite um dieses Thema auffällig still geworden. (mit afp/dpa)

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