Radwege – es gibt zu wenige. Und viele sind zu schlecht ausgebaut.
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Radwege – es gibt zu wenige. Und viele sind zu schlecht ausgebaut.

ÖKO-LOGISCH

Infrastruktur unzureichend

  • vonVerena Kern
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ADAC nimmt erstmals das Radwegenetz in den Blick. Dabei bleibt es aber auch.

Jetzt entdeckt also auch der ADAC sein Herz für den Fahrradverkehr. In zehn Landeshauptstädten hat der Automobil-Club die Radinfrastruktur untersucht und gravierende Mängel festgestellt. Insgesamt 120 Strecken fuhren die ADAC-Leute ab. Ihr Ergebnis: Jeder dritte Radweg ist zu schmal. Nicht einmal der ohnehin knapp bemessene Mindeststandard von 1,6 Meter Breite für einen Radweg, der nur in einer Richtung befahren werden darf, wird dort eingehalten. Über die Regelbreiten hinaus kam sogar nur jeder fünfte Radweg.

Dazu ergab die Stichprobe noch weitere Behinderungen für Radfahrende – falsch geparkte Autos, wuchernde Pflanzen, Bäume, Masten oder schlecht angebrachte Verkehrsschilder. In einigen Städten gab es auf den abgefahrenen Strecken so gut wie gar keine Radwege. „Unzureichend“ nennt der Autoclub das.

Wird jetzt also alles gut? Hat der Radverkehr nun in dem mächtigen ADAC einen Verbündeten gefunden, der sich eine fairere Verteilung des Straßenraums einsetzt? Schließlich ist keine andere Mobilitätsform in den vergangenen Jahren so stark gewachsen wie der Fahrradverkehr. Trotzdem steht Radfahrenden im Schnitt nur drei Prozent der Verkehrsfläche zur Verfügung, während ihr Anteil an den zurückgelegten Wegen rund fünfmal so groß ist.

Noch kein Durchbruch

Sicher, dass der ADAC sich mit dem Thema beschäftigt, ist ein Fortschritt. Der große Durchbruch ist es noch nicht. Der Club kann sich lediglich zu der Empfehlung durchringen, beim Bau neuer Radwege solle auf die Einhaltung der Regelbreiten geachtet werden und die Mindestbreite nur eine Ausnahme sein. Wo der Platz dafür herkommen soll, lässt der ADAC offen. Und lehnt Pop-up-Radwege rundweg ab. Dies sei eine „vorschnelle Umverteilung des Verkehrsraums“ und „nicht das richtige Mittel, um langfristig den Verkehrsfluss zu verbessern und für mehr Sicherheit zu sorgen.“

Radfahrende werden das gewiss anders sehen. Sie haben derzeit die Gelegenheit, selber ihre Meinung zu sagen, wie gut oder wie stressig sie die Situation für Radfahrende in ihrer Stadt empfinden. Noch bis Ende November findet eine Umfrage zum Fahrradklima in Deutschland statt ( www.fahrradklima-test.adfc.de ). Durchgeführt wird sie von dem Fahrradclub ADFC und erfreulicherweise vom Bundesverkehrsministerium unterstützt. Noch besser wären mehr Radwege.

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