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Immunsystem: T-Zellen benötigen ausreichenden Magnesium-Spiegel

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Von: Pamela Dörhöfer

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T-Zellen des Immunsytems bekämpfen Krebszellen. (Symbolbild)
T-Zellen des Immunsytems bekämpfen Krebszellen. (Symbolbild) © imago/Science Photo Library

Die T-Zellen des Immunsystems benötigen ausreichend Magnesium, um Krankheitserreger zu bekämpfen, zeigt eine neue Studie.

Basel – Um Krankheitserreger und Krebszellen zu bekämpfen, benötigen die T-Zellen des Immunsystems einen ausreichenden Spiegel an Magnesium im Blut. Zu dieser Erkenntnis sind Forschende der Universität und des Universitätsspitals Basel gekommen. Ihre Studie dazu wurde in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht.

Magnesiummangel wird mit einer Vielzahl von Infektionskrankheiten und auch mit Krebs in Verbindung gebracht. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass sich Tumore in Mäusen schneller ausbreiten, wenn die Tiere eine magnesiumarme Nahrung erhielten, auch die Abwehr gegen Grippeviren war beeinträchtigt. Wie genau Magnesium auf das Immunsystem wirkt, ist bisher jedoch wenig erforscht. Warum manche Menschen scheinbar gegen eine Corona-Infizierung immun sind, verrät 24vita.de.

Das Team um Christoph Hess, der in Basel und Cambridge forscht, hat nun entdeckt, dass T-Zellen veränderte oder infizierte Zellen nur dann vernichten können, wenn die Umgebung reich an Magnesium ist. Insbesondere soll der Mineralstoff wichtig für die Funktion eines bestimmten Proteins auf der Oberfläche der T-Zellen sein. Dieses Eiweiß mit Namen LFA-1 spielt eine Schlüsselrolle bei der Mobilisierung von T-Zellen im Falle einer Gefahr. Magnesium bindet sich nach Erkenntnissen der Forschenden an dieses Protein und bringt es in die richtige Form, um aktiv zu werden.

Neue Studie: Magnesium ist wichtig für das Funktionieren von T-Zellen

Die Tatsache, dass Magnesium für das Funktionieren von T-Zellen essenziell ist, könne eine „höchst bedeutsame Erkenntnis“ für moderne Krebs-Immuntherapien sein, heißt es in einer Mitteilung der Universität Basel. Denn diese Therapien zielen darauf, insbesondere zytotoxische T-Zellen dazu zu bringen, Krebszellen effektiver zu bekämpfen. In experimentellen Modellen konnten die Forschenden laut der Studie zeigen, dass die Immunantwort von T-Zellen gegen Krebszellen durch eine Erhöhung der lokalen Magnesiumkonzentration in Tumoren verstärkt werde.

„Um diese Beobachtung klinisch zu verifizieren, suchen wir nun nach Möglichkeiten, die Magnesiumkonzentration in Tumoren gezielt zu erhöhen“, sagt Christoph Hess. Eine weitere Analyse des Forschungsteams anhand von Daten früherer Studien zu Krebs habe bereits ergeben, dass Immuntherapien bei Patientinnen und Patienten mit zu geringem Magnesiumspiegel im Blut weniger wirksam waren. Gleichwohl räumen die Schweizer Forschenden ein, dass es sich bislang noch nicht beantworten lasse, ob sich eine regelmäßige Einnahme von Magnesium auf das Krebsrisiko auswirke. Im nächsten Schritt soll deshalb nun die klinische Wirkung von Magnesium als Katalysator für das Immunsystem getestet werden. (Pamela Dörhöfer)

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