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Bienen bauen und reparieren mit Propolis ihre Stöcke. 

Kosmetik

Immer mehr Allergien durch Produkte mit Propolis

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Naturkosmetik mit Nebenwirkungen.

Propolis, das klingt nach einer Jahrtausende alten Verheißung von jugendlicher Haut, nach Wirkstoffen aus der Natur, die Großes bewirken können. Vermutlich haben es Menschen bereits in der Antike zur Desinfektion und Heilung von Wunden verwendet. Heute enthalten viele Kosmetikprodukte und Nahrungsergänzungsmittel Propolis, das man etwas weniger klangvoll auch als Bienenkleber bezeichnen könnte. Honigbienen produzieren und verwenden es, um ihre Stöcke zu bauen und instandzuhalten.

Effekte gegen freie Radikale

Die Hauptbestandteile von Propolis sind Materialien von lebenden Pflanzen – etwa Harze und Pollen –, die mit einem Enzym aus dem Speichelsekret der Insekten vermischt, teilweise verdaut und dem Bienenwachs zugesetzt werden. Auch Zucker, Vitamine, Mineralien und Aminosäuren enthält das Bienenprodukt in kleinen Mengen. Einzelne Untersuchungen belegten bis zu 200 verschiedene Substanzen in Propolis.

Tatsächlich belegen Studien etliche positive Effekte: Es wirkt wachstumshemmend gegen verschiedene Pilze, Viren, Paraisten und krankmachende Bakterien, darunter Staphylokokken und Salmonellen. Es kann Entzündungen lindern, die Wundheilung fördern und das Immunsystem stärken. Für die Kosmetikindustrie interessant sind vor allem der Schutz vor den berüchtigten freien Radikalen, Sauerstoffverbindungen, die Zellen schädigen und den Alterungsprozess befeuern. Allerdings gibt es auch unerwünschte Nebenwirkungen, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jetzt festgestellt haben. Demnach hat sich die Zahl der durch Propolis ausgelösten Hautallergien seit 2007 mehr als verdoppelt. Ihre Studie veröffentlichten die Forscherinnen und Roscher im „British Journal of Dermatology“.

Das Team um Wolfgang Uter vom Lehrstuhl für Biometrie und Epidemiologie der FAU wertete dafür die Daten von rund 125 000 Patientinnen und Patienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus, die zwischen 2007 und 2018 auf Hautallergien getestet worden waren. Mit sogenannten Epikutantests waren ihnen bekannte Allergene auf keine Hautbereiche aufgetragen worden, um herauszufinden, welcher Stoff eine allergische Reaktion auslöst. Das Team stellte fest, dass 2007 noch 2,35 Prozent der Getesteten allergisch auf Propolis reagierten, zwischen 2015 und 2018 waren es bereits 3,94 Prozent. Das entspricht einem Anstieg von 68 Prozent.

Dabei handelt es sich um Kontaktallergien, die durch Propulis als Inhaltsstoff in Cremes und Salben provoziert werden. Sie entstehen, wenn die Haut mit einem bestimmten Stoff in Berührung kommt und dabei eine Sensibilisierung eintritt. Bei einem wiederholten Kontakt mit demselben Allergen, bilden sich dann die typischen Symptome wie Rötungen, Schwellungen, Blasen, Pickel oder Juckreiz. „Die beobachtete Zunahme der Propolisallergie zeigt, dass die Sensibilisierung und ihre Ursachen, also auslösende Produkte, zukünftig gezielt untersucht werden müssen“, sagt Wolfgang Uter. Setze sich der Trend zu mehr Allergien durch Porpulis durch müsse das Risiko durch diesen Inhaltsstoff „gegebenenfalls neu bewertet“ werden. Dabei sei in Betracht zu ziehen, Konzentration an Propulis in Hautpflegeprodukten zu begrenzen.

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